zur Navigation springen

Ein Stück Bredstedter Geschichte ist verschwunden

vom

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Bredstedt | In Bredstedt tut sich was: Drei alte Gebäude, Hohle Gasse 13 bis 17, werden zurzeit dem Erdboden gleich gemacht. An ihrer Stelle soll ein moderner Wohnkomplex - bestehend aus zwei separaten Blocks zur Hohlen Gasse hin und einem Gebäude mit sechs Hausscheiben entlang des Bredstedter Bachs - entstehen.

"Endlich", wird so mancher Bredstedter erleichtert seufzen, denn das ehemalige Gerdsen-Haus und die beiden Wohnhäuser waren schon lange keine Schmuckstücke mehr. Seit mehr als fünf Jahren stand zudem das Geschäftshaus, in dem zuletzt Supermärkte wie Jumbo, Eno und Penny untergebracht waren, leer. "Die Ecke war so richtig abgehängt", bringt es Karl-Heinz Dietzschold vom Bredstedter Geschichtsverein auf den Punkt. Dabei pulsierte gerade in diesem Straßenabschnitt unweit des Marktplatzes über viele Jahrzehnte das Leben. Handwerksbetriebe und Kaufleute hatten sich dort angesiedelt.

In den Bredstedter Annalen werden die Gebäude erstmals 1844 erwähnt. Der Kaufmannn August Gerdsen betrieb von 1870 an ein Geschäft für Textilien und Haushaltsartikel. Später übernahm Daniel Krohn den Betrieb, den seine Witwe noch bis 1953 weiterführte. Bis in die 1970-er Jahre war Kaufmann Gaffrey am Zug. Danach begann allmählich die Ära der Verbrauchermärkte. Um Platz für Parkplätze zu schaffen, wurden die beiden kleinen Häuser zwischen dem Geschäftshaus und dem Bredstedter Bach abgerissen. In dem einen war Schlossermeister Schütt seiner Arbeit nachgegangen, in dem anderen der blinde Korbmacher Werner, der außer seinen handgefertigten Körben auch Spielwaren aller Art anbot. An was sich alte Bredstedter noch genau erinnern: Um in den Ladenraum zu kommen, musste der Kunde, wenn er die Vordertür geöffnet hatte, einige Stufen hinabsteigen.

Auf der gegenüberliegenden Staßenseite hatten das Modehaus Gerdsen und das Möbelhaus Jessen ihre Adressen. Schuster Ernst ergänzte das Angebot.

Seit dieser Woche ist nun das Abbruchunternehmen Günter Erichsen aus Husum dabei, Platz zu schaffen für Neues. Bauherr des Projektes ist die MPN Bauträger GmbH mit Sitz in der Bredstedter Bahnhofstraße. Wie Geschäftsführer Nis-Peter Nielsen auf Anfrage mitteilte, werde das 3000 Quadratmeter große Areal künftig von der Rosenstraße her erschlossen. Die geplanten Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen werden barrierefrei und seniorengerecht gebaut und sind zwischen 65 und 85 Quadratmeter groß. Die Baugenehmigung stehe noch aus. Er hoffe aber, dass im Oktober mit den Arbeiten begonnen werden könne. Bauzeit: etwa ein Jahr.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen