Mehr Parkraum für das Husumer Handwerkerhaus : Ein Spielplatz soll den Autos weichen

Wie stark der Spielplatz genutzt wird, soll noch untersucht werden.
Wie stark der Spielplatz genutzt wird, soll noch untersucht werden.

Um die Parkplatz-Situation am Handwerkerhaus in der Husumer Süderstraße zu verbessern, möchten Betreiber und Betroffene die Spielfläche am Kloster verlegen lassen. Das würde für alle Beteiligten ein guter Kompromiss sein. Die Stadt sieht zwar das Problem, will aber keine Kosten tragen.

shz.de von
10. Juni 2014, 12:00 Uhr

Den Kinderspielplatz beim Kloster weiter nach Norden verlegen, um Parkraum zu schaffen – diese Überlegung wird derzeit von verschiedenen Seiten angestellt. Die Begründung dazu liefert Lutz Martensen, Leiter der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Süd: „Die Parkplatzsituation rund um das Handwerkerhaus ist katastrophal.“ Die Situation ließe sich entspannen, wenn auf dem derzeitigen Spielplatz Parkplätze angelegt würden, die über den Plan angefahren werden könnten. Der Spielplatz selbst sollte Richtung Osterende wandern. Auch die bereits vorhandenen Parkplätze, die zum Kloster gehören, könnten seiner Meinung nach mit eingebunden werden, doch hierfür müssten noch Gespräche mit den Verantwortlichen wie zum Beispiel mit Speisemeister Peter Eggers geführt werden.

Mit der Einschätzung der Situation rund um das Handwerkerhaus in der Süderstraße steht er nicht allein. Seitdem der Gastronomiebereich dort durch das Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk bedient wird, sieht dessen Leiter Hans-Jürgen Vollrath-Naumann die Lage ebenso kritisch. „Wir haben im Jahr mehrere Großveranstaltungen wie zum Beispiel die Freisprechungen oder andere große Feste, zu denen in der Regel mehr als 100 Gäste kommen. Für die können wir aber nur knapp zehn Parkplätze vorhalten“, rechnet er vor. Die restlichen Fahrzeuge würden – wenn überhaupt möglich – in der Süderstraße abgestellt oder auf weiter abgelegenen Stellplätzen. „Das können sich weder das Handwerkerhaus noch wir als Gastronomie-Betreiber leisten.“

Unterstützung bekommt er von der Vorsitzenden des Handwerkervereins, Birgit Szyszka. Sie verweist sie auf den regelmäßig stattfindenden Handwerkerball, zu dem in diesem Jahr ebenfalls mehr als 100 Gäste gekommen seien. „Die Parkplatzsituation ist ein unhaltbarer Zustand, hier muss etwas getan werden“, sagt sie. Zudem sei auch die Feuerwehrzufahrt ein Faktor: „Bei den immer größer werdenden Einsatzfahrzeugen dürfte dieser schmale Stichweg irgendwann ein Problem werden.“ Die Zufahrt über den Plan wäre breiter und unproblematischer, so ihre Einschätzung. Wenigstens das sei bisher noch unkritisch, so Feuerwehrchef Jürgen Jensen auf Anfrage. „Mit unserem größten Fahrzeug kommen wir hier immer noch durch.“

Bei Bauamtsleiter Rudolf Hölscher stoßen all diese Überlegungen auf Verständnis. „Die angebotenen Parkplätze sind tatsächlich ein Problem“, gibt er zu, verweist jedoch darauf, dass alle Aspekte berücksichtigt werden müssten – und stellt dabei klar: „Die Stadt Husum wird die dafür notwendigen Kosten nicht übernehmen.“ Auch müsse geklärt werden, in wieweit der Spielplatz benutzt wird und wie diese Pläne bei den Anliegern ankommen. „Für die Anwohner von Süderstraße und Plan wäre es eine gute Lösung“, meint Alfred Mordhorst, Mitglied des Bauausschusses. Doch er gibt auch zu bedenken, dass dieses Vorhaben gut überlegt sein will. „Bei der Umsetzung müssen das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund stehen“, verlangt er.

Darin sind sich zwar alle einig, die sich für einen Klosterparkplatz einsetzen. Doch wie stark der Spielplatz frequentiert wird, daüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Während Mordhorst davon ausgeht, dass viele Kinder von dem Platz profitieren, wird dies von anderen angezweifelt. Und es gibt noch ein weiteres Problem: „Ich sehe immer wieder, wie Hundebesitzer mit ihren Tieren hierher kommen“, berichtet Renate Carstensen. Auch Cerstin Jürgens kann dies bestätigen. Ist sie mit dem Kinderwagen unterwegs, verweilt sie gerne auf einer der aufgestellten Bänke. Doch ihr Kind würde sie hier nicht spielen lassen: „Der Bereich wird als Hundeklo benutzt.“ Hier sollte die Stadt für Ordnung sorgen, fordert sie. Ob sich die Parkplatz-Idee durchsetzen wird, steht momentan noch in den Sternen.

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