Tag der Städtebauförderung : Ein Spiegelbild des eigenen Lebens

Reges Interesse herrschte an dem Informationsangebot im Foyer des Rathauses.
Reges Interesse herrschte an dem Informationsangebot im Foyer des Rathauses.

Der Tag der Städtebauförderung lockte mehr als 100 Besucher ins Rathaus. Dabei erfuhren sie unter anderem, dass von 1985 bis 2010 in Husum 16,7 Millionen Euro aus dem entsprechenden Topf investiert wurden.

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11. Mai 2015, 11:30 Uhr

Als eine von bundesweit rund 600 Kommunen beteiligte sich am Sonnabend (9. Mai) auch Husum am ersten Tag der Städtebauförderung. Anhand von zahlreichen Fotos und grafischen Darstellungen wurde der Öffentlichkeit im Rathaus verdeutlicht, was in der Storm-Stadt von 1985 bis 2010 alles mit immerhin 16,7 Millionen investierten Euro aus dem Topf der Städtebauförderungsmittel erreicht werden konnte – aber auch, wo es noch Handlungsbedarf gibt, wie etwa in der Oberen Neustadt.

Ein weiteres Thema war die Neugestaltung der Wohnsiedlung Hockensbüll, weshalb auch die Gewoba und die Stadtwerke mit je einem Stand vertreten waren. Zwei Rundgänge zu markanten Punkten in der Altstadt rundeten das Angebot ab.

Peter Empen begrüßte die mehr als 100 interessierten Gäste in seiner Eigenschaft als Bürgervorsteher: „Wir können und wollen nicht mit Rothenburg ob der Tauber, Ochsenfurt oder anderen historischen Städten, solch ,mittelalterlichen Walt-Disney-Retortenstädten‘ konkurrieren, sondern symbolisieren in und an unseren Häusern viele Facetten: Optimismus und Pessimismus, Aufschwung und Niedergang, Boom und Baisse, Arm und Reich des öffentlichen Lebens. Und das macht unsere Stadt so liebenswert und ehrlich, weil sie das Auf und Ab des eigenen Lebens spiegeln.“

Jörg Schlindwein, Abteilungsleiter in der Bauverwaltung, zeigte sich erklärtermaßen überrascht über den hohen Besucheranteil der „normalen Einwohner“ im Verhältnis zu den Funktionsträgern. „Das freut mich sehr, weil das genau die Zielgruppe war, die wir ansprechen wollten. Es ist uns wichtig, die Bürger mitzunehmen bei unseren Entscheidungen, denn sie müssen sich dort wohlfühlen, wo sie leben“, führte Schlindwein aus, nachdem er die Adresse des Hauses verriet, die bei einem Gewinnspiel gesucht worden war (wir berichteten): Wasserreihe 46.

Angesichts des Angebotes drückte auch der CDU-Bundestagsabgeordnete für Nordfriesland und Dithmarschen-Nord, Ingbert Liebing, im Vorfeld seine Zufriedenheit aus: Er freue sich ganz besonders darüber, dass beide Kreisstädte seines Wahlkreises, Husum und Heide, an diesem Tag der Städtebauförderung teilgenommen haben – besonders vor dem Hintergrund, dass dies in Schleswig-Holstein lediglich 17 Kommunen getan hätten.

„Solche besonderen Ereignisse lassen mein kommunalpolitisches Herz höher schlagen“, so Liebing, der ebenfalls Bundesvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU ist. „Städtebauförderung ist wahrlich eine Erfolgsgeschichte seit der Einführung 1971. Dies resultiert aus der Entwicklung und Umsetzung von gebietsbezogenen baulichen Maßnahmen und ganzheitlichen, vor allem aber nachhaltigen Konzepten und bildet somit einen wesentlichen Bestandteil der Stadtentwicklungspolitik. Allein für das Jahr 2015 werden durch die Städtebauförderung städtebauliche Investitionen von rund zehn Milliarden Euro angestoßen.“ Diese Investitionen würden zunehmend auch immer notwendiger werden. Der demografische Wandel fordere Anpassungen, damit ältere Menschen weiterhin selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben könnten. Dafür müssten Barrieren abgebaut werden, um damit im Gegenzug Inklusion zu ermöglichen.

„Darüber hinaus werden die Städte und Kommunen zunehmend bunter, individueller und vielfältiger“, so Liebing weiter. „Das Zusammenleben mit vielen bereits hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund, neuen Zuwanderern aus den europäischen Ländern und aktuell aus Krisengebieten erfordern auch stadtentwicklungspolitische Strategien der Integration. Auch hierfür ist die Förderung des Städtebaus dringend nötig“, mahnte der Bundestagsabgeordnete.

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