Einkaufszentrum Husum : Ein Shopping-Center mit viel Grün

So soll die Fassade des geplanten Baus in der Großstraße aussehen. Das Commerzbank-Haus wird integriert, die Villa Kunterbunt muss weichen.
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So soll die Fassade des geplanten Baus in der Großstraße aussehen. Das Commerzbank-Haus wird integriert, die Villa Fabelhaft muss weichen.

Drei Vorschläge, viele Gemeinsamkeiten: Stadtplanungsbüros stellten ihre Ideen für das Umfeld des Einkaufszentrums in der Husumer Innenstadt vor.

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17. Juli 2015, 16:00 Uhr

Wie das geplante Shopping-Center in der Innenstadt aufgebaut sein soll, ist mittlerweile schon weitestgehend festgelegt. Auch das Aussehen der Hauptfassade schält sich immer klarer heraus. Doch wie sollen die Flächen an den Außenseiten beschaffen sein, an Großstraße, Schlossstraße und Quickmarkt? „Das sind zum Teil prominente öffentliche Räume mit Besonderheiten wie etwa dem Torhaus, die integriert werden müssen“, so Bauamtsleiter Rudolf Hölscher. Drei Planungsbüros stellten jetzt erste Konzeptideen vor.

Peter Köster vom Hamburger Büro Arbos wies darauf hin, dass der angedachte Shared Space in der Großstraße – die gleichberechtigte Nutzung durch alle Verkehrsteilnehmer auf niveaugleicher Fläche – nichts Neues sei: „Das gab es schon früher“, sagte er und untermauerte die Aussage mit historischen Fotos von der Innenstadt, auf denen Fußgänger, Radfahrer und Pferdekutschen bunt gemischt zwischen den Häusern zu sehen waren. „Und wir denken, dass es am besten ist, auf das aufzusatteln, was schon da ist – schon aus Kostengründen. Alles neu zu machen ist viel zu teuer.“

Für die Großstraße schlug er vor, nicht alles niveaugleich abzusenken, sondern zwischen Straße und Fußgängerbereich drei Zentimeter hohe Tiefborde einzufügen: „Das ist niedrig genug für Rollstuhlfahrer und Rollatoren, aber zugleich hoch genug, dass sich auch Blinde mit ihrem Stock daran orientieren können.“ Zugleich sei das ein Signal für einen „sicheren Bereich“ für Ältere und Kinder. Komplette Niveaugleichheit sollte es nur an speziellen Querungen geben. Zu beiden Seiten der Straße könne ein Multifunktions-Streifen mit Bäumen und Fahrradständern für Auflockerung sorgen.

Den Quickmarkt-Bereich sah Köster eher als „Hinterhof- oder auch Gartenhof-Situation“ an. Und schlug entsprechend eine Begrünung mit Kirschbäumen für dieses Seiteneingangs-Umfeld vor. Im Bereich der Schlossstraße sprach er sich für eine Querungsmöglichkeit zum Torhaus aus und entsprechendem Baumbewuchs auf der Südseite der Straße an der dort verlaufenden Park- und Anlieferzufahrt zum Einkaufszentrum.

Für dieses Areal hatte Moritz Möllers vom ebenfalls in Hamburg angesiedelten Büro Breimann & Bruun einen verwegenen Plan: „Unsere Idee ist es, den Schlosspark einfach weiter an das Shopping-Center heranzuziehen und auf der Straßensüdseite mit entsprechender Baumbepflanzung zu verlängern, so dass die Schlossstraße praktisch durch den Park selbst führt.“ Ähnliches gebe es – wenn auch in viel größerem Maßstab – im Central Park in New York. Zudem sei es mit relativ einfachen Mitteln zu erreichen und mit der Bestandsbebauung zu vereinbaren, da es ein langsamer Prozess sei: „Die Bäume wachsen ja nicht so schnell.“ Den Quickmarkt wollte auch er begrünen. Dafür gab es zum Bereich Großstraße eher Allgemeinplätze zu hören: „Anlieferungen zeitlich beschränken, Barrieren aufheben, Schilderwald reduzieren, den ruhenden Verkehr herausbringen und die Poller entfernen.“ Gastronomie-Freiflächen mit Tischen und Stühlen wollte er in der Straßenmitte ansiedeln.

Peter Carl von Lohaus-Carl in Hannover wurde da wieder etwas konkreter. Für den Shared-Space-Bereich in der Großstraße – „ich nenne das lieber Mischfläche“ – forderte natürlich auch er Barrierefreiheit und Leitlinien für Sehbehinderte und schlug eine Bürgerbeteiligung für die endgültige Konzeption vor. Auch sein Plan sah mit Bäumen bepflanzte Funktionsstreifen beiderseits der Straße vor sowie großzügig gestaltete Gehwegbereiche. Er präsentierte verschiedene Varianten der Pflasterung, die durch unterschiedliches Aussehen durch die Stadt leiten und damit Orientierung für Touristen bieten sollten – und zwar durchgehend in der gesamten städtischen Kernzone, die er vom Hafen bis zum Schloss ansiedelte. Zudem plädierte er dafür, Rundwege anzubieten, die attraktiver seien als durchgängige Achsen, die man nur hin und zurück gehen könne.

Die Schlossstraße wollte er verschmälern und mit viel Grün versehen, um dem freigestellten Torhaus mehr Vorfläche zu bieten, und die Zufahrt zum Schloss konnte er sich ebenfalls als Mischfläche vorstellen – „und vielleicht sogar den Schlosshof von parkenden Autos befreien“. Auch er schug eine weitgehende Begrünung des Quickmarkt-Bereichs vor mit einem Solitärbaum als Blickfang am Eingang zum Center und einer großen Sitzbank, auf der sich die Kunden entspannen und zum Einkaufsbummel treffen können.

Der Umwelt- und Planungsauschuss wird sich mit den drei Konzepten beschäftigen und prüfen, welche der vorgestellten Varianten am geeignetsten für die Storm-Stadt ist. Wie aus dem Bauamt zu erfahren war, gibt es aber schon eine Präferenz für die Vorschläge des Büros Arbos.

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