St. Peter-Ording : Ein Schritt in Richtung Zukunft

Ein Blick von Außen ins Innere des Hauses.
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Ein Blick von Außen ins Innere des Hauses.

Das Jos verbindet Jugendzentrum, offene Ganztagsschule und Schulsozialarbeit in einem Gebäude – und mit einem eigenen Konzept.

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05. Februar 2018, 11:00 Uhr

Große Freude herrschte bei der offiziellen Einweihung des Jos. Es ist eine Kombination von Jugendzentrum, offener Ganztagsschule und Schulsozialarbeit mit einem ganz eigen dafür entwickelten Konzept.

Immer wieder gab es Beifall, ob nun bei der Eröffnung und Begrüßung durch Schulverbandsvorsteher und Bürgermeister Rainer Balsmeier oder bei den Grußworten. Mit Beiträgen meldeten sich Ralf Wusterbarth (Nordseeschule), Iris Feyser (Schulelternbeirat), Amtsvorsteher Christian Marwig sowie Norbert Limberg vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) aus Flensburg, zuständig für die „ländliche Entwicklung“.

Grußworte sprach auch Sandra Philippsen, die das Haus gemeinsam mit Daniel Schädler und zusätzlicher Unterstützung von Iris Schmidt sowie dem Jugendgremium im Team leitet. Die Verantwortlichkeiten seien eindeutig geregelt, aber nur im Zusammenwirken funktioniere es.

Rainer Balsmeier erinnerte in seinem Rückblick: „Es entstand die Idee, offene Ganztagsschule und Jugendzentrum an einem Ort zusammenzubringen und ein neues gemeinsames Angebot für die Jugendlichen in St. Peter-Ording und auch aus der Region zu schaffen. Positiv kam hinzu, dass ein Wettbewerb vor der Tür stand, nach dem das Land Schleswig-Holstein jährlich ein Auswahlverfahren für Leitprojekte im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklung durchführte. Dabei haben Schulverband Eiderstedt und Gemeinde St. Peter-Ording sich mit einem überzeugenden Konzept landesweit durchgesetzt.“ Bei Kosten von 1.067.000 Euro und einer Förderung von 676.000 Euro übernehmen Schulverband und Gemeinde die Finanzierungslücke zu gleichen Teilen.

Norbert Limberg lobte: „Mit Ihrem Projekt habe Sie einen Meilenstein in Schleswig-Holstein gesetzt. Es ist kein Riesengebäude, aber das Leben darin ist riesig.“ Die Stärkung der Lebensqualität des ländlichen Raumes werde an diesem Standort aufgrund des zugrundeliegenden Konzeptes nachhaltig verwirklicht.

Christian Marwig betonte den reibungslosen baulichen Ablauf und erinnerte, gerichtet an Rainer Balsmeier, an die Entscheidung für das Jos: „Sie kamen mit Ihrer Idee rein, und wir alle gingen mit ihr raus.“ Der gesellschaftsbedingten Änderung der Schulwirklichkeit werde mit dem Jos in die Zukunft gerichtet Rechnung getragen.

Ralf Wusterbarth hatte das ebenfalls festgestellt und die Notwendigkeit dieser neuen Einrichtung bestätigt. Er sparte nicht mit Anerkennung für das Team des Hauses: „Frau Philippsen und Herr Schädler ist es schon während der Bauphase gelungen, die Schüler für das Jos zu begeistern. Unter anderem führten sie einen Logo-Wettbewerb durch, der ungeahnte Resonanz erfahren und kreative Schübe freigesetzt hat. Auch über die Einrichtung und Ausgestaltung der Räumlichkeiten wurden von den Schülern Vorschlage eingereicht und weitgehend umgesetzt. So gelang eine wunderbare Symbiose von Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung.“ Die Schüler hätten das Gebäude in kürzester Zeit in Besitz genommen, und es sei zu einem wichtigen Bestandteil der Schule geworden, war sein Fazit.

Sandra Philippsen verband ihren großen Dank im Namen des Teams und vor allem der Jugendlichen mit Informationen über die Arbeit im Hause: „Wir haben hier ein super Gebäude hingestellt bekommen. Wir durften von Anfang an unsere Wünsche und Vorstellungen mit einbringen, und wir wissen, dass das nicht selbstverständlich ist.“ Wollten die Jugendlichen die Idee der Mitbestimmung über ein Jugendgremium überhaupt, war eine der Unwägbarkeiten gewesen. Sie wollten und das konstruktiv, wie alle Anwesenden schon für sich festgestellt hatten. „Und auch heute sind die Teilnehmer des Jugendgremiums wieder mit dabei – in der Vorbereitung und Planung, in der Durchführung – und bestimmt auch beim Aufräumen.“

Seit November ist das Jos Anlaufstelle für Kinder ab zehn Jahre, Jugendliche und junge Erwachsene. Zwei lichtdurchflutete Großräume von etwa 100 Quadratmeter, Konferenzraum, Büro, Rückzugsraum, Besprechungszimmer und Eingangsbereich mit Toiletten und Lagerraum sind in dem Gebäude auf dem Areal des Nordseegymnasiums der Nordseeschule zu finden, in das es sich so einfügt, als gehörte es schon immer dazu.

Zahlreiche Besucher überzeugten sich im Laufe des Nachmittags von der Arbeit im Haus und dem Engagement, von dem es lebt. JiMs Bar war mit dem neu kreierten alkoholfreien Cocktail „Exotic Rainbow“ vertreten. Fünfzehn Jugendliche waren an Stationen wie dem Dart Contest, in der Mal-Ecke und am Kuchen- und Getränke-Buffet im Einsatz. Der Freudefunke sprang über. Die vielen Teilnehmer ließen den Tag in der benachbarten Mensa von Schule und Internat bei Kaffee, Torten und Gesprächen ausklingen.

Neben den Glückwünschen gab es Geschenke, so von JF Architekten und Stadtplaner aus Husum einen Gutschein für das Jos – mit Bildern von Bauabschnitten und folgender Zeile: „Als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit möchten wir dem Jos eine Spende zukommen lassen.“

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