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Hilfe bei den ersten Seiten : Ein Schriftsteller zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Hannes Nygaard schrieb für Friedrichstädter Zehntklässler in der Eider-Treene-Schule den Anfang eines Schülerkrimis. Im Rahmen der Projektwochen Zukunftsstadt besuchte der Schriftsteller die Jugendlichen.

Wenn der fertige Krimi der Zehntklässler der Friedrichstädter Eider-Treene-Schule eines Tages erscheint, dann hat der bekannte Schriftsteller Hannes Nygaard einen beträchtlichen Anteil daran. Der bundesweit bekannte Autor, der mittlerweile an seinem 35. Roman arbeitet, nahm sich gestern einige Stunden Zeit, um sich mit seinen begeisterten jungen Lesern auszutauschen – und er hat ihnen auch ein großartiges Geschenk gemacht: Die ersten Seiten in jenem Krimi, an dem die Schüler der Klasse 10 b derzeit arbeiten, hat er ihnen geschrieben.

Helle Begeisterung bei den 22 Mädchen und Jungen, als Hannes Nygaard sich zu ihnen in den Klassenraum setzte, geduldig aus seinem Schriftstellerleben berichtete und natürlich viele Fragen beantwortete. Dabei bestach der nordfriesische Autor durch sein freundliches, ruhiges und souveränes Auftreten. Ja, er verriet auch einige Details, die vielleicht noch niemand vorher zu wissen bekommen hat: 500.000 Zeichen seien im Durchschnitt in seinen Büchern enthalten – „und ja, die Tastaturen sind bei mir reine Verschleißteile“. Und, nein, wenn unmittelbar neben ihm ein Radio eingeschaltet sei, dann könne er nicht arbeiten. „Aber alle vier Stunden schrecke ich hoch – denn dann fährt bei mir zuhause der Bus vorbei. Manchmal sind es auch die Nachbarn, die für laute Geräusche sorgen – im Sommer, wenn sie ihre Rasenmäher anwerfen. Dann muss ich unterbrechen und nehme beispielsweise das Staubtuch zur Hand – denn es gibt ja auch noch andere Arbeiten als das Schreiben.“ Im Übrigen wisse er ja, was er vom Tagespensum her schaffe - „und es gibt ja auch keinen Kollegen, der mir die Arbeit abnimmt, wenn ich es mal nicht schaffen würde“.

Der Schriftsteller, der 1949 in Hamburg geboren wurde und heute auf Nordstrand lebt, gestand auch freimütig: „Ja, manchmal muss ich morgens den inneren Schweinehund überwinden, es ist auch schon mal schwierig, sich an den Schreibtisch zu setzen. Sonntags, da habe ich frei – da schalte ich den Rechner nicht ein. Meine Frau arbeitet die Woche in Köln – und wenn wir uns dann sehen, dann gibt es andere Themen als das Schreiben.“

Ob er seine Bücher denn später selbst noch einmal lese? „Ach nein“, bekennt der Schriftsteller freimütig, „da lese ich dann etwas von den Kollegen. Im Übrigen schreiben wir Schriftsteller ja für die Leser und nicht für uns selbst.“ „Haben Sie ein Vorbild?“, lautete eine der Fragen. Die Antwort – ein klares „Nein.“ Er habe seinen eigenen Stil, sagt Nygaard, der auch verriet, dass er von dieser Arbeit – im Gegensatz zu etlichen anderen Buchautoren – leben könne. „Und wie kommen Sie denn auf die Namen ihrer in den Geschichten Mitwirkenden?“ Die Antwort: „Müller ist doch bundesweit der dritthäufigste Zuname. Und Schmidt – kommt zu häufig vor, das wär es auch nicht. Neulich sah ich auf einem Linienbus die große Aufschrift, Wir arbeiten für alle Hansens und Petersens und die restlichen fünf Prozent der Einwohner. Also auch diese Namen kommen zu häufig vor. Der Name muss meiner Meinung nach immer zur Generation passen – und da habe ich mich für Christoph entschieden. Genau so heißt der Hauptkommissar, der bei mir eine Rolle spielt, Christoph Johannes.“

Koordinatorin Stefanie Schulz brauchte sich nicht anzustrengen – gern arbeiteten die Schüler an diesem Vormittag über den vorgesehenen Zeitrahmen hinaus mit dem Schriftsteller weiter. Und Nygaard? Nun, der ließ sich nicht zweimal bitten, äußerte sich kurz und klar: „Gerne doch – dann bleibe ich eben ein bisschen länger.“ Für dieses Zusammentreffen von Schülern mit Nygaard hatte Jörg Holm gesorgt, dessen Tochter die Eider-Treene-Schule besucht. Im Rahmen des Deutschunterrichtes hatten die beteiligten Schüler zuvor Bücher von Hannes Nygaard gelesen – jeder ein anderes. Und als der schließlich die ersten Seiten für den Friedrichstadt-Krimi „beisteuerte“, ließen die Schüler ihren Ideen gruppenweise sprichwörtlich freien Lauf. „Jetzt stehen für einige Schüler erstmal die Abschlussprüfungen an“, sagte Lehrerin Stefanie Schulz, „aber danach wollen wir unseren Roman dann auch wirklich zu Ende schreiben.“ Vielleicht – ja vielleicht – kommt dabei am Ende ein Erfolgswerk heraus, das auf großes Leserinteresse stößt. Hannes Nygaard würde sich darüber freuen – und die Schüler natürlich auch.

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