Gemeinde Leck : Ein schöner Start für den Sommerkurs

Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch (Mitte) hieß die Teilnehmer des Sommerkurses in Leck willkommen. Foto: Karin Johannsen
Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch (Mitte) hieß die Teilnehmer des Sommerkurses in Leck willkommen. Foto: Karin Johannsen

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13. August 2008, 06:03 Uhr

Leck | Wie kommt es, dass ein Bayer Bürgermeister von Leck wird? Diese und andere Fragen beantwortete Klaus-Michael Tatsch gern, schließlich hatte er die 20 jungen Leute des 27. Internationalen Kurses der Nordsee-Akademie zu einem Willkommens-Empfang in das Rathaus gebeten und aufgefordert: "Wir können über alles offen sprechen und diskutieren."
Treffen der Nationen
Nicht nur der Sommerkursus, sondern auch der Empfang im Rathaus ist längst zur Tradition geworden. "Es ist ein wunderbarer Start für die Teilnehmer, in Leck ein paar Wochen zu verbringen", erklärte Oke Sibbersen. Die Begegnung der Frauen und Männer aus verschiedenen Nationen wertete der Leiter der Nordsee Akademie als wichtig und sensationell. "Doch wir brauchen positive Unterstützung und die finden wir hier", lobte er und schickte seinen Dank an Unternehmer, den Bürgerfestverein und Privat-Personen.

Aus Russland, Moldavien, Deutschland, Polen, Belarus, Schweden, Kasachstan und Litauen kommen die Teilnehmer in diesem Jahr und bleiben dreieinhalb Wochen. Zwischen 18 und 27 Jahre sind die Abiturienten und Studenten jung, alle verfügen über deutsche Sprachkenntnisse. In Vorlesungen, Diskussionen und Seminaren wollen sie mehr über die deutsche Kultur, Musik und Geschichte im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern erfahren.
Ausflug in die Geschichte
Einen Exkurs über Geschichte, Verwaltung, Politik, Land und Leute in Leck gab Klaus-Michael Tatsch. "Unser Ort wird 777 Jahre alt und hatte früher einen Hafen", erklärte er und auch, dass man jetzt rund 30 Kilometer bis zur Küste fahren muss: "Bei Sturmfluten sind wir ziemlich sicher, aber nicht bei Stürmen." Auf den alten Marktort mit blühendem Viehhandel ging er ein, erwähnte das Jahr 1959, in dem Leck Bundeswehrstandort wurde. Bis 1993 hat das Aufklärungsgeschwader 52 mit knapp 40 Flugzeugen und rund 2 000 Soldaten den Ort maßgeblich geprägt, hieß es weiter. Es wurde von der Flugabwehrraketengruppe abgelöst, der zirka 1 800 Soldaten und zivile Angestellte angehören. "Die Bundeswehr ist ein wichtiger Faktor, ebenso aber auch Clausen & Bosse als eine der größten europäischen Buchdruckerei mit 600 Beschäftigten", sagte der Bürgermeister. Er listete das Finanzamt mit rund 150 Arbeitsplätzen auf und als "weiteres Juwel" die Nordsee-Akademie: "Im Jahr zählt die Bildungseinrichtung 17 bis 18 000 Besucher, die dadurch den Ort kennen lernen und registrieren, wo Leck überhaupt liegt." Die jungen Leute erfuhren weiterhin, dass in Leck knapp 8 000 Einwohner leben, der Ort in einer Region mit 30 Gemeinden liegt und dass es durch die Ämter-Fusion Anfang des Jahres statt sechs nur noch eine Verwaltung gibt. Auf Nachfrage antwortete er: "Man hätte nicht nur die Verwaltungen zusammenlegen sollen, sondern auch Gemeinden. Eine Gebietsreform muss kommen."
"Irgendwie verstehen wir uns doch alle."

Vor Augen führte er seinen ausländischen Besuchern schließlich die besondere Lage Lecks, nur 18 Kilometer von der Staatsgrenze zu Dänemark entfernt: "Wir leben in einer Grenzregion, in der Hochdeutsch, Plattdeutsch, Friesisch, Dänisch und Sønderjysk gesprochen wird - und irgendwie verstehen wir uns doch alle."

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