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Poppenspäler-Museum in Husum : Ein Schatz ist wieder zu Hause

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dr. Gerd und Annette Eversberg haben ihre kostbare und umfangreiche Puppen-Sammlung dem Poppenspäler-Museum in Husum geschenkt. Die Beschäftigung mit Goethes Faust hatte zu diesem Hobby geführt.

Drohende Gestalten, Urzeitmenschen, Könige und Fausts Gretchen . . . Kurz vor Beginn des Figurentheater-Festivals herrschte am Freitag (12. September) im Poppenspäler-Museum in Husum große Freude: Familie Eversberg übergab dem Team des Förderkreises eine kostbare Sammlung von mehr als 60 Figuren – von der hölzernen Handpuppe bis hin zu asiatischen Stabpuppe.

Dr. Gerd Eversberg fing zu sammeln an, als er sich mit Goethes Faust beschäftigte und dabei große Lücken im Bereich des Puppenspiels feststellte. Ein Thema, dem er sich auch in seiner Doktorarbeit widmete. Im Unterrricht nahm er das Puppenspiel mit seinen Schülern unter die Lupe – mit einem Faustsatz, der zu den besten Handarbeiten der Welt gehörte.

Puppenspiel war traditionell nicht nur Unterhaltung, sondern diente im Mittelalter der Bildung. Viele konnten früher weder lesen noch schreiben. Der Drang, die Geschichte weiter zu erforschen, führte die Eversbergs zur Frage: „Woher kommt das alles?“

Das Puppenspiel gelangte im 16. und 17. Jahrhundert aus Asien nach Europa. In Köln wurde ihm eine größere Sammlung asiatischer Figuren angeboten. Schon zu Beginn seiner Tätigkeit als Sekretär der Storm-Gesellschaft schuf seine Leidenschaft die Verbindung zu den Poppenspälern. Er machte Führungen und hielt Kurse in der Theater-Werkstatt ab.

Pole-Gründungsmitglied Gisela Terheggen verwies auf die gute Zusammenarbeit und dankte den Eversbergs für die umfangreiche Sammlung mit den Worten: „Ein Schatz, der wieder nach Husum und damit nach Hause kommt.“

Gut 280 Puppen sind nun im Museum ausgestellt. 300 liegen noch auf dem Dachboden und warten auf einen Einsatz. Dazu kommen noch mehr als 50, die bei Führungen in Aktion seien. Neben Dr. Eversberg waren gestern auch Antje Schellhorn, Renate Poggensee und Wiebke Stybalkowski mit dabei. Sie übergaben dem Museum ebenfalls wertvolle Handpuppen. Mit den Schenkungen verfügt der Ausstellungsraum im Hauptflügel des Schlosses nun über weitere einmalige Kostbarkeiten.

Um in den Genuss dieser umfangreichen Sammlung zu kommen, hat die Symbolfigur des Museums, der „Hans im Glück“, sicher seine Finger im Spiel gehabt, glaubt Gisela Terheggen. Für Husum sei sie eine große kulturelle Bereicherung.

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