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Reformations-Feier in Husum : Ein riesiges Portal für das Kirchenschiff

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die große Reformations-Feier mit dem Dreimaster der Nordkirche am 22. und 23. Juli in Husum wirft seine Schatten voraus.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2017 | 17:22 Uhr

Ein massiver Holzrahmen, seitliche Spitzbögen, die an die Epoche der Gotik erinnern, und in der Mitte ein Portal, an dessen höchster Biegung der Spruch „Des Christen Herz Auf Rosen Geht, Wenn’s Mitten Unterm Kreuze Steht“ geschnitzt ist: Dies ist keine Arbeit für einen Tag. Sie zeugt von großem handwerklichen Können, von Kreativität und der Lust am liebevollen, detailreichen Gestalten. Thorsten Schnoor, Anleiter in der Aktivierungsmaßnahme „Landungsbrücken“ vom Diakonischen Werk Husum, und seine Mitarbeitenden haben die Herausforderung angenommen. Für den Besuch des Nordkirchenschiffs im Rahmen des Reformations-Jubiläums am 22. und 23. Juli in Husum haben sie ein nachempfundenes Kirchenportal entworfen. Es soll auf eine Bühne am Außenhafen gehievt werden und eine zentrale Rolle bei diesem Veranstaltungs-Wochenende spielen. Der Traditionssegler, ein Dreimaster, ist im Sommer entlang der Küsten von Ost nach West unterwegs und besucht alle 13 Kirchenkreise sowie die Nordschleswigsche Gemeinde.

„Es ist ein wirklich tolles Projekt, das der Allgemeinheit zugute kommt“, sagte Propst Jürgen Jessen-Thiesen anerkennend: Das Portal erhalte eine tiefe Bedeutung, wenn das Kirchenschiff im Rahmen der Luther-Veranstaltungen am Außenhafen anlegen wird. „Anstelle von Grußworten werden an dem Portal einflussreiche Persönlichkeiten der Stadt gut sicht- und lesbar ihre Thesen für notwendige Veränderungen in heutiger Zeit anbringen können“, so der Propst, der das Portal auch nach der Veranstaltung gern im öffentlichen Raum sehen würde.

Die Initialzündung zu dieser Arbeit sei von einer Projektgruppe ausgegangen, die sich intensiv mit dem Reformations-Jubiläum und den Veranstaltungen vor Ort befasse, so der Propst: „Der Besuch des Kirchenschiffs wird eine Art kleiner Kirchentag für den Kirchenkreis werden, bei dem sich alle Kirchengemeinden mit ihren Angeboten und ihrer Arbeit präsentieren können.“

Einstweilen sind noch einige Arbeiten notwendig: Die Portal-Öffnung und die Seitenteile werden verschlossen. Eine Besonderheit sind die Lutherrosen, die Patrick Schnettka in Hartholz schnitzt: Sie sind seit Luthers Zeiten ein Symbol der evangelisch-lutherischen Kirche. Der Reformator benutzte sie als Ausdruck seiner Theologie und seines Glaubens ab dem Jahre 1530 als Siegelung seiner Briefe. Die beiden von Schnettka geschnitzten Lutherrosen werden neben dem Spruch angebracht – auch dieser ist eine Arbeit des Hobbyschnitzers: „Zwei Tage habe ich für den Spruch gebraucht“, erzählt er. Volker Schümann, Chef des Diakonischen Werks Husum, dankte allen Beteiligten, vor allem aber Thorsten Schnoor für den Mut und die Kreativität, dieses Kirchenportal zu schaffen.

Übrigens ist das Portal nicht nur etwas größer geworden als ursprünglich veranschlagt; es ist weitestgehend in traditioneller Holzbauweise entstanden – auch dies ist eine Besonderheit. Auch Ulrike Zoske-Paulsen vom Fachdienst „Arbeitsmarkt und Integration“ des Kreises Nordfriesland ist von dem Projekt begeistert. „Ich freue mich, dass die Teilnehmenden das Vorhaben so kreativ und fachkundig umgesetzt haben und dass das Portal eine sinnvolle Verwendung findet“, sagte sie.

Adelheit Marcinczyk, Geschäftsbereichs-Leiterin für Soziales und Arbeit, freute sich, dass das halbfertige Tor bereits jetzt eine große Symbolkraft hat: „Es ist schön zu sehen, wie der Entstehungsprozess verlaufen ist – von der Recherche bis zum fast fertigen Ergebnis.“

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