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Frachter am Haken : Ein Riese kommt ins Trockendock

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der deutsche Frachter „Frej“ wird in Husum auf Herz und Nieren geprüft - und die Husumer Nachrichten waren bei seiner Ankunft hautnah mit dabei. Zwei Schlepper zogen den Riesen an seine Position.

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erstellt am 12.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Was für Außenstehende wie ein gigantisches Spektakel anmutet und sie mit dem sicheren Gefühl zurücklässt, dass Husum mehr sein muss als nur das Tor zur Halligwelt, ist für Michael Hinz tägliche Routine. Als er der Redaktion ein Boot zur Verfügung stellt, damit sie die Papierboot-Regatta der Husumer Nachrichten von der Wasserseite aus fotografieren konnten, erreicht den Leiter der Schifffahrtsabteilung der ATR Landhandel & Co. KG eine telefonische Meldung: Ein großer Pott habe soeben die Schleuse passiert und werde von zwei Schleppern zum Gelände der Husum Dock- und Reparatur GmbH (HDR) geleitet. Hinz hat das Gespräch noch nicht beendet, da kommt der Gigant – aus einem schwankenden Schlauchboot betrachtet, wird ja beinahe jedes Schiff zum Riesen, aber dieses hier ist wirklich groß – kommt also das Frachtschiff „Frej“ auch schon in Sicht.

Wie eine riesige Kulisse aus blauem Stahl schiebt es sich vor das Gelände des LKN-Bauhofs und scheint den Himmel auch gleich mit verdecken zu wollen. Der vordere Schlepper zieht den Frachter bereits – zum Trockendock hin – um die Ecke. Der hintere – die ebenfalls zugstarke „Süderoog“ – hält dagegen, damit die „Frej“ nicht sprichwörtlich aus dem Ruder läuft oder an die Kaimauern rumst.

Später im Dock wirkt das Schiff, das der deutschen Reederei Speck gehört, dessen Heimathafen jedoch die Hauptstadt der Karibikinsel Antigua, St. John’s, ist, beinahe klein. In diesem Augenblick kommen dem Laien allerdings ernsthafte Zweifel, ob sie mit ihren 97,27 Metern Länge und 16,25 Metern Breite wirklich da hineinpasst. Michael Hinz winkt ab: „Das klappt schon“, sagt er grinsend. Derweil legt der Kapitän des Kolosses den „Rückwärtsgang“ ein. Unter dem Heck des Schiffes tut sich eine schlammige Welle auf. Hinz gibt Gas. Wenn die sich gleich im Hafenbecken ausbreitet, ist er mit seiner Nussschale lieber ein paar Meter weg. Viel Platz bleibt auch unter der „Frej“ nicht, denn mit ihrem Tiefgang von 4,01 Metern ist sie tatsächlich ein großes Schiff – jedenfalls für Husumer Verhältnisse. Dass sich die „Süderoog“, die ohnehin schon quer zum Heck des Riesen steht, dann auch noch bedenklich zur Seite neigt, vermag Hinz nicht zu beunruhigen. Und er weiß auch warum: Heute fährt sein Vater Theodor (71) den Schlepper, „und der hat schon ganz anderes am Haken gehabt als die ,Frej‘“, sagt Sohn Michael lachend.

Der Frachter ist übrigens in Husum, um die „Große Klasse“ zu machen. Wie jedes Schiff muss auch die Klassifizierung der „Frej“ verlängert, also der Nachweis erbracht werden, dass sie noch immer internationalen Vorschriften entspricht. So ein Klassenlauf muss alle Jahre erneuert werden. Dazu muss das Schiff auf Herz und Nieren geprüft werden. Und genau das soll in den kommenden Wochen bei der HDR geschehen.

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