Bunte Flugobjekte über St. Peter : Ein richtig sonniges Drachenfest

Nur kurz war der Auftritt der Super-Windbowl am Strand.   Foto: thol
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Nur kurz war der Auftritt der Super-Windbowl am Strand. Foto: thol

Die Teilnehmer und Zuschauer des Festivals in St. Peter-Ording erfreuten sich an bunten Drachen und schönem Wetter. Die weltgrößte Windbowl fiel jedoch einer kräftigen Nordsee-Böe zum Opfer.

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13. August 2012, 10:45 Uhr

St. Peter-ording | Endlich konnte das Drachenfestival am Ordinger Strand wieder einmal bei gutem Wetter stattfinden. In den Jahren zuvor hatte immer wieder Regen die Schau beeinträchtigt, aber diesmal strahlte die Sonne, es gab genügend Wind, und so war denn auch die Stimmung bei den vielen Besuchern und den Drachenfliegern entsprechend gut. Einer von ihnen hatte allerdings Pech: Olaf Meißner aus Oldenburg in Oldenburg wollte eigentlich Einheimische wie Urlauber mit der weltgrößten Windbowl überraschen.
Mega-Windbowl setzt Lastwagen in Gang
Aber bereits am Freitag, beim ersten Aufstieg des Flugkörpers, gab es ein Unglück. Der Lastwagen, der die Bowl als Gegengewicht halten sollte, setzte sich trotz verkeilter Reifen, angezogener Handbremse und eingelegtem Gang in Bewegung. Eine heftige Böe war in das Mega-Windobjekt gefahren. Der Lkw rollte auf die Dünen zu und wurde erst durch die dortigen Begrenzungspfähle gestoppt. Dabei verwickelte sich die Super-Windbowl in den Pfählen und nahm derartigen Schaden, dass kein Flug mehr möglich war.
Es wurde niemand verletzt. "Die Reparatur wird etwa fünf bis sechs Wochen dauern", erklärte Meißner. "Der Stoff dazu muss zudem noch aus China beschafft werden." Da aber ein Drachenflug-Kollege derzeit in Fernost ist, wird dieser das nötige Material im Flugzeug mitbringen. "So habe ich die Chance, vielleicht noch zum Schluss der Saison wieder starten zu können", sagte Meißner.
Besser dran war da Christian Laskowski aus Elmshorn vom "team thinking big". Sein Drachen Bob der Baumeister war einsatzfähig und stieg denn auch in die Lüfte, wenn auch nicht sehr hoch: "Bei seinen Maßen mit 20 Metern Länge, acht Metern Breite und vier Metern Höhe würde der Drache bei einem Absturz aus größerer Höhe auf den flanierenden Menschen oder parkenden Autos landen."
Amateure wollen hoch hinaus
Die Drachen-Piloten wollen sich beim nächsten Festival in St. Peter-Ording denn auch einen Extra-Platz für ihre Riesen-Objekte zuweisen lassen. Derzeit sprechen die Piloten untereinander die jeweiligen Flugzeiten ab, damit sich die Flugobjekte nicht ins Gehege kommen.
Der Lokalmatador unter den Drachenfliegern ist Malte Reimer aus Kating, der auch den Spitznamen "Drachen-Malte" trägt. Er zeigte ein riesiges Schaf und ein großes Phantasie-Monster. "Ich habe während meiner Lehrzeit zum Reetdachdecker mit den Groß drachen angefangen", erinnerte sich Reimer. "Da habe ich von den Drachen-Kollegen Stoffreste erbettelt’ oder günstig gekauft, um überhaupt bauen zu können." Jetzt, nach beendigter Lehre, "ist zum Glück etwas mehr Geld für mein Hobby da, so dass ich mit wirklich großen Figuren dabei sein kann", stellte der Katinger erfreut fest.
Fast alle Drachen-Piloten sind Amateure. Eine Ausnahme bildet Rolf Zimmermann aus Bad Salzuflen, der in St. Peter-Ording unter anderem mit einem riesigen Hummer dabei war. Er entwirft und baut seit vier Jahren Großdrachen, die er anschließend verkauft, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das geht natürlich nur auf internationaler Ebene - im Winter zeigt er seine Kreationen zum Beispiel in Indien oder Kuweit, im Sommer ist er in Europa unterwegs.

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