Sicher Radeln von Vollstedt nach Sönnebüll : Ein Radweg verbindet zwei Dörfer

Die Bürgermeister Hans-Jakob Paulsen (l.) und Christian Christiansen zerschneiden symbolisch das Band für die Freigabe des Radweges, wegen der Bundesfördermittel trägt es die Farben der Bundesrepublik.
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Die Bürgermeister Hans-Jakob Paulsen (l.) und Christian Christiansen zerschneiden symbolisch das Band für die Freigabe des Radweges, wegen der Bundesfördermittel trägt es die Farben der Bundesrepublik.

Auf 1,5 Kilometern zwischen Vollstedt und Sönnebüll sind Drahtesel-Nutzer jetzt deutlich sicherer unterwegs.

shz.de von
20. November 2017, 12:00 Uhr

Freie Fahrt heißt es jetzt auf dem 1,5 Kilometer langen Radweg zwischen Vollstedt und Sönnebüll entlang der Kreisstraße 46. Damit ist die stark frequentierte und oft zu schnell befahrene Verbindungsstraße zwischen den Dörfern sicherer geworden. Viele Einwohner beider Orte, vor allem Schüler, Berufstätige und Senioren nutzen sie täglich per Rad oder Auto. „Was lange gedauert hat, ist gut geworden. Alle Mühen und die Überwindung einiger Hürden haben sich gelohnt“, stellte Vollstedts Bürgermeister Hans-Jakob Paulsen bei der Einweihung fest, bevor er gemeinsam mit seinem Amtskollegen Christian Christiansen aus Sönnebüll das symbolische Band – in den Farben Schwarz-Rot-Gold als Sinnbild für die vom Bund gewährten Fördermittel – durchtrennte.

Trotz starker Regenschauer waren sich beide Bürgermeister, Gemeindevertreter sowie viele Bürger aus den Dörfern entgegengeradelt. Sie stießen auf das Ereignis an, bevor es im Gemeindehaus Vollstedt gesellig weiterging. Mit von der Partie waren auch Christopher Brühl und Nico Wischnewski vom Amt Mittleres Nordfriesland, die das Projekt in planerischer und finanzieller Hinsicht begleitet hatten. Die obligatorischen Tischreden gehörten auch dazu. Gut 430.000 Euro habe das Bauwerk gekostet, informierte Bürgermeister Paulsen. Abzüglich der Fördermittel von gut 175.000 Euro aus der Nationalen Klimaschutz-Initiative des Bundesumweltministeriums bleibt bei den beiden Kommunen die restliche Summe von knapp 260.000 Euro hängen, wovon die Gemeinde Vollstedt 70 Prozent mit rund 181.000 Euro und Sönnebüll 30 Prozent, somit rund 79.000 Euro, übernimmt.

Zur Historie erläuterte Paulsen, dass der erste Bauabschnitt des Radweges von Vollstedt nach Drelsdorf in Richtung Süden bereits 2004 mit einem Kostenvolumen von 500.000 Euro abgeschlossen worden war. Die Planung für den zweiten Abschnitt von Vollstedt in Richtung Norden nach Sönnebüll begann 2012. Dabei habe es Schwierigkeiten mit der Förderung gegeben, die nach Intervention des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr auf den Prüfstand musste. Letztendlich habe das Land zweimal – trotz Befürwortung durch den damaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen – abgelehnt. Kämmerer Nico Wischnewski habe dann von der Möglichkeit der Förderung durch den Bund erfahren. „Dafür gebührt ihm Dank, und deshalb wollte ich auf dem Band keine Schleswig-Holstein-Farben sehen“, so Paulsen schmunzelnd.

Geplant war von Anfang an eine Brücke über die Kleine Au, die auch genehmigt wurde. Der Kreis Nordfriesland hatte inzwischen festgestellt, dass Europäisches Wasserrecht gilt. „Die Hydraulik musste neu überprüft werden. Dabei waren die Experten des Wasser- und Bodenverbandes behilflich“, so Paulsen. Zunächst sei ein größeres Rohr als Durchlass geplant gewesen. Doch plötzlich kam ein weiterer Einwand von der Unteren Naturschutzbehörde, nämlich dass auch Kleinstlebewesen sowie dem Fischotter ein „barrierefreier“ Durchgang ermöglicht werden müsse. „Fischotter schwimmen nicht durch Unterquerungen. Sie laufen über Brücken. Für sie hieße das in diesem Fall Gefahr durch Radfahrer“ so Paulsen. Daher musste ein schmaler Holzsteg für den Otter eingebaut werden. „Deswegen soll die Brücke nun Otterbrücke heißen. Eine Infotafel bringen wir für die Gäste noch an“, so Paulsen. Sönnebülls Gemeinde-Chef dankte für die gute Zusammenarbeit und informierte, dass bei einer Messung im Februar im Bereich des neuen Radweges 1623 Fahrzeuge gezählt wurden. Die Entscheidung sei richtig gewesen. Zu danken habe er allen Landanliegern, die die nötigen Flächen für den Bau ohne Zaudern zur Verfügung gestellt haben. Gute Arbeit hätten auch das Planungsbüro Ingenieurgesellschaft Nord (IGN) und die bauausführenden Unternehmen Tiefbau Hoff und Bahnsen Reh geleistet. Der Wasser- und Bodenverband habe unbürokratisch die wasserbaurechtliche Genehmigung erteilt. Derzeit stehe noch die Pflanzung von 44 Alleebäumen aus.

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