Tönning : Ein Platz für den Fischotter

Der Fischotter kommt auch in der Natur Eiderstedts vor.
Der Fischotter kommt auch in der Natur Eiderstedts vor.

Am Multimar Wattforum in Tönning soll im nächsten Frühjahr mit dem Bau des Fischotter-Geheges begonnen werden.

shz.de von
01. August 2018, 18:00 Uhr

Das Mulitmar Wattforum in Tönning soll erweitert werden. Geplant ist die Installation einer Fischotter-Anlage parallel südwestlich ausgerichtet am jetzigen Domizil, mit Ausstellung, Außenanlagen inklusive Gewässern und Beobachtungspunkt in Richtung Eider. Die Voraussetzungen zur baulichen Weiterentwicklung hatten der Tönninger Bauausschuss und in letzter Konsequenz die Stadtvertretung durch das Absegnen der jeweiligen Änderungen imFlächennutzungs- und Bebauungsplan geschaffen (wir berichteten).

Marén Bökamp vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), sie ist im Multimar für den Fachbereich Bildung zuständig, stellte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses den Sachstand des Projektes vor. „Wir haben inzwischen den Bauantrag beim Kreis Nordfriesland eingereicht und die Förderanträge auf den Weg gebracht. Wir rechnen geschätzt mit einem Investitionsvolumen von rund 6,9 Millionen Euro. Eine Personalstelle wird im Förderantrag mit berücksichtigt. Wenn alles glatt durchgeht, hoffen wir, im Frühjahr 2019 den ersten Spatenstich tun zu dürfen. Dann feiern wir übrigens auch unseren 20. Geburtstag“, informierte die Fachfrau.

Weiter stellte sie klar, dass es sich bei dem Gebäude um einen Flachdachbau, eingelassen in die Erde, handeln werde, der den Blick in die Landschaft nicht behindern soll. Das Dach erhält einen Grasbewuchs. Drinnen und draußen soll eine interaktive Ausstellung den Besucher umfassend zum Fischotter und seinem Lebensraum informieren. Der Weg um die Otteranlage herum wird barrierefrei und familienfreundlich geplant. Auf dem zehn Hektar großen Außengelände werden Teiche und Gräben entstehen. Mit einem technisch ausgeklügelten System wird frisches Wasser aus der Eider der Fischotteranlage zugeführt.

Warum nun gerade der Fischotter Gästen und Einheimischen – immerhin im Durchschnitt 180.000 jährlich, davon 25.000 Schüler – nahegebracht werden soll, erläuterte Bökamp auch. „Der Fischotter ist als geschütztes Säugetier ein Botschafter für die Nationalpark-Region, denn er wandert seit einiger Zeit wieder auf die Halbinsel Eiderstedt ein. Deshalb wollen wir ihn lebend zeigen, denn er ist heimisch, unbekannt und faszinierend“, so Bökamp. Der Fischotter lebt sowohl an Wasser und an Land, er verbindet somit beide Lebensräume. Als Nationalpark-Zentrum wolle man beide Komponenten zeigen, also auch das Binnenland näher beleuchten.

Ausgleichsmaßnahmen für das geplante Gebäude sollen direkt auf dem Gelände durch Biotop-Maßnahmen erfolgen, beispielsweise durch Anlage eines Tauteiches sowie Speicherteichen.





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