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Besitzerwechsel : Ein Park als Geschenk an die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Fachleute suchen jetzt nach einer Lösung, um in Bredstedt einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Denn das Grundstück einfach nur von der Bank an die Kommune weiterzugeben, würde steuerliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Der Bredstedter Mühlenteich mit seinem hübschen, idyllisch im Stadtkern gelegenen Park bietet seit Jahrzehnten den Menschen Naherholung. Enten füttern im Park gehört für Große und Kleine gleichermaßen zur beliebten Beschäftigung in der Freizeit – und das seit Generationen. Das soll so bleiben, auch wenn sich die Rahmenbedingungen inzwischen geändert haben.

Den 2,5 Hektar großen Park hatte die Spar- und Leihkasse zu Bredstedt zu Beginn des 20. Jahrhunderts gekauft – zum Wohle der Stadt und der Umgebung. Zuvor hatte dort nämlich ein Privatmann einen Teepavillon für feine Leute unterhalten – die Öffentlichkeit war ausgeschlossen. Doch im Geiste der Gründerväter, die auch bewusst eine eigenständige Sparkasse ins Leben gerufen und den Neubau dafür eigens so konzipiert hatten, dass darin das Rathaus der Stadt unterkam, sollte mehr für die breite Bevölkerungsschicht getan werden. Dafür hatten sie eine Stiftung gegründet.

Die Nord-Ostsee-Sparkasse, die das Bredstedter Geldinstitut jetzt übernimmt, griff den Grundgedanken der Stiftung – zum Wohle der Allgemeinheit – auf und „füllte den leeren Topf mit 400 000 Euro auf“, teilt der Bürgermeister mit. Fachleute überlegten jetzt, wie am besten zu verfahren sei. Denn die Stadt Bredstedt, die Eigentümerin des Mühlenteiches ist, würde gern den Park übernehmen – aber Geld dafür hat sie nicht. Spontan hatten alle Beteiligten an eine Schenkung gedacht. „Doch so einfach ist das nicht“, erklärt Jessen. Denn der Park sei ein Wertgegenstand, und wenn der den Besitzer wechsele, könne das Finanzamt das als verdeckte Gewinnausschüttung sehen.

Die Frage sei nun, brachte es Knut Jessen auf die einfache Formel: Wie schafft man es, den Park am Mühlenteich der Stadt zu übertragen, ohne dass die etwas berappen, aber auch ohne dass die Nospa draufzahlen muss? „Das wird zurzeit alles geprüft“, sagt der Bürgermeister und ist sich sicher, dass eine gute Lösung gefunden wird. Beruhigend sei auf jeden Fall schon einmal die Auskunft, dass im Falle einer Schenkung keine Grunderwerbssteuer gezahlt werden müsse.

Wie auch immer: Für den Bürger wird sich nichts ändern. Er kann wie eh und je zum Entenfüttern, Spazieren und Hund-Gassi-Führen in den Park gehen. Demnächst soll es für alle sogar noch mehr Anreize geben, das grüne Herz der Stadt aufzusuchen. Denn es ist ein Mehr-Generationen-Spielplatz mit Boulefläche geplant. Die Arbeitsgruppe Tourismus hat noch weitere Ideen im Köcher. Sie trifft sich am Dienstag (15.) zur nächsten Besprechung.

Die Wege und Eingangsbereiche des Parks sind erst vor kurzem über die Aktiv-Region Nord aus Mitteln der Europäischen Union auf Vordermann gebracht worden. Aber auch die jährliche Unterhaltung des Parks kostet Geld – rund 18 000 bis 20 000 Euro. Auch unter diesem Aspekt macht das Zusammenführen von Park und Stiftung Sinn.

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erstellt am 13.Okt.2013 | 18:00 Uhr

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