Vierter Kreisssaal in Klinik Husum : „Ein Paradebeispiel für das Land“

Die leitende Hebamme Ellen Tranzer führte Minister Dr. Heiner Garg (l.) durch die neue Entbindungsabteilung in der Klinik Husum. Im Hintergrund die Chefärzte Dr. Michael Glaubitz (l.) und Duncan Underwood.
Foto:
Die leitende Hebamme Ellen Tranzer führte Minister Dr. Heiner Garg (l.) durch die neue Entbindungsabteilung in der Klinik Husum. Im Hintergrund die Chefärzte Dr. Michael Glaubitz (l.) und Duncan Underwood.

Für insgesamt 2,2 Millionen Euro ist die Entbindungs-Abteilung in der Klinik Husum von Grund auf modernisiert worden.

von
13. Juni 2018, 16:24 Uhr

Hell, freundlich, mit angenehmer Atmosphäre und moderner Technik – so präsentiert sich die aufwändig modernisierte und erweiterte Entbindungs-Abteilung mit viertem Kreißsaal in der Husumer Klinik. Diese wurde gestern nach fünfmonatigen Bauarbeiten offiziell wiedereröffnet. Für den 350 Quadratmeter großen Bereich im dritten Obergeschoss der Klinik sind rund 2,2 Millionen Euro investiert worden. Das Land förderte das Projekt mit 1,5 Millionen Euro. Davon, dass die Mittel gut angelegt sind, überzeugte sich Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg persönlich. Nach einem Rundgang mit der leitenden Hebamme Ellen Tranzer, der „unglaublich viel Spaß gemacht hat“, zeigte sich Garg begeistert von dem gelungen Ambiente: „Das hier ist ein Paradebeispiel dafür, wie es in Zukunft aussehen soll“, sagte er mit Blick auf Geburtshilfe in Schleswig-Holstein. „Hier ist tatsächlich etwas Feines entstanden.“

Die aufgerüstete zentrale elektronische Überwachung mittels Herzton-Wehen-Schreibern erhöhe die Sicherheit und sei eine große Erleichterung für die engagierten Hebammen, sagte Garg. Denn bei aller Digitalisierung seien Empathie und Menschlichkeit durch nichts zu ersetzen. Zurzeit gehören zehn Hebammen zum Team der Entbindungs-Abteilung – „weitere werden händeringend gesucht“, erklärte der Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Michael Glaubitz, auf Nachfrage. Die Zahl der Geburten in der Klinik hat sich demnach bei rund 800 pro Jahr eingependelt. Etwa jede fünfte Gebärende kommt aus Südtondern oder von den Inseln und Halligen.

„Wir haben in Nordfriesland unsere Hausaufgaben gemacht“, betonte Landrat Dieter Harrsen – zwar nicht prompt, aber spätestens seit dem Bürgerentscheid mit 89 Prozent Zustimmung für die Schwerpunktsetzung in Husum und Niebüll seien die Weichen richtig gestellt. Harrsen dankte Minister Garg, dass das Land diesen Weg konstruktiv begleite. Und der Eckernförder Architekt Stefan Rimpf lobte Handwerker und Bauteam für ihre hervorragende Arbeit. Schließlich solle es so sein, dass sich Neugeborene an ihre gute Zeit in der Klinik erinnern „und später hier auch ihre Hüfte machen lassen“.

Voraussetzungen dafür sind jedenfalls geschaffen: „Wir verfügen jetzt über vier neumöblierte Kreißsäle mit neuen Betten, einem neuen Entbindungs-OP und einem zusätzlichen Untersuchungsraum mit nagelneuer Ausstattung“, zählt Glaubitz die Vorzüge auf. Auch anderes ist neu: die sanitären Anlagen, die Belüftung und die Kreißsäle verfügen nun über eine neuartige LED-Beleuchtung – individuell einstellbar je nach Geschmack.

Offen für Besucher

Am Freitag, 15. Juni, haben alle Schwangeren und Partner sowie andere Interessierte die Möglichkeit, die neue Entbindungs-Abteilung in der Klinik Husum in Augenschein zu nehmen. Zwischen 13.30 und 16.30 Uhr werden Besucher im halbstündigen Rhythmus durch den neuen Entbindungsbereich geführt. Hebammen und Ärzte stehen für Fragen zur Verfügung. Treffpunkt für Besucher ist ein ausgeschildeter Vorraum des neuen Entbindungsbereiches im dritten Obergeschoss der Klinik Husum im Erichsenweg 16.
zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen