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Husumer Nachrichten

23. August 2017 | 14:21 Uhr

Ein Ort spielt seinen Schimmelreiter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Hanerau-Hademarscher bringen Trilogie auf die Theaterbühne: Der erste Teil – „Haukes Jugend“ – ist jetzt auch in Husum zu sehen

Es ist ein ebenso faszinierendes wie ambitioniertes Projekt, dem sich ein 3000-Seelen-Dorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde da verschrieben hat. Die Rede ist von Hanerau-Hademarschen, das sich der in Husum geborene Literat Theodor Storm bekanntlich einst als Altersruhesitz auserkoren hatte. Dort, wo er am 4. Juli 1888 starb und Spuren von Leben und Werk des berühmten Dichters allgegenwärtig sind, steht nun der „Schimmelreiter“ als Theater-Trilogie auf dem Programm. Aus gutem Grund – denn 2013 feiert nicht nur die Novelle ihr 125-jähriges Bestehen, sondern wurde auch Storms 125. Todestag begangen. So soll die Idee vom Schimmelreiter-Ort lebendig werden. „Haukes Jugend“ macht den Anfang, im kommenden Jahr folgt „Der junge Deichgraf“ und 2015 findet die Geschichte mit „Stolz und Abgrund“ ihren Abschluss.

Der erste Teil feierte am 6. Juni in der Alten Scheune auf Gut Hanerau Premiere. Acht weitere Vorstellungen waren ebenfalls ausverkauft. „Nach jeder Aufführung gab es frenetischen Beifall und lobende Worte“, berichtet Hartmut Schalke, Storm-Experte und Mitglied des Produktionsteams. Sprach’s und freut sich auf die beiden bevorstehenden Auftritte in der Husumer Hermann-Tast-Schule, Am Bahndamm 1. In der dortigen Aula geht „Haukes Jugend“ am Sonntag, 25. August, ab 16 und 20 Uhr über die Bühne. Eintrittskarten sind in der Tourist-Information in der Norderstraße 15, Telefon 04841/89870, E-Mail info@husum-tourismus.de, erhältlich.

„In Husum dürfen die Besucher mit spannenden Veränderungen rechnen“, verspricht Schalke. So wird es im Foyer des Gymnasiums eine Einführung geben, bevor die Zuschauer die Treppe zur Aula hinaufgehen. Dann beginnt das Stück ganz anders als auf Gut Hanerau, wo das Publikum Theodor Storm an seinem Lieblingsplatz am Hanerauer Waldfriedhof begegnete. „Es lohnt sich also auch für Theaterfreunde, die bereits eine der Hademarscher Darbietungen erlebt haben“, so Schalke. Die beiden allerletzten Aufführungen des ersten Teils der Trilogie sieht das Ensemble als Brückenschlag vom Schimmelreiter-Ort Hanerau-Hademarschen zur Storm-Stadt Husum – im Storm-Jahr 2013. Logisch, dass die hiesige Theodor-Storm-Gesellschaft dabei als Kooperationspartner auftritt.

Die Geschichte des Deichgrafen Hauke Haien hat die Hamburger norden-theaterproduktion mit dem Regisseur und Autor Frank Düwel eigens für den Ort Hanerau-Hademarschen entwickelt – und mit seinen spielenden Bewohnern. Für das erste Drittel hatten die Verantwortlichen junge Akteure gesucht, die Haiens Welt lebendig werden lassen. Dazu treten acht erwachsene Darsteller auf, die den gesellschaftlichen Rahmen erzählen. Das Casting fand in einer Turnhalle statt, wo es darum ging, bei Improvisationen und Schauspielübungen die Stärken der einzelnen Mimen kennenzulernen. „Für den zweiten Teil suchen wir nun junge Erwachsene, denn Hauke, Elke und die anderen sind natürlich älter geworden“, erklärt Schalke.

Mit der steigenden Dramatik in den drei Stücken erhöht sich auch der Aufwand für die Schauspieler und das Produktionsteam. Das setzt sich übrigens aus Bürgern Hanerau-Hademarschens zusammen, die sämtliche zu einer solchen Inszenierung gehörenden Aufgaben übernehmen – von der Organisation über Kostüme und Requisiten bis hin zu Fahrdienst und Marketing. Die Produktion wächst laut Schalke organisch, nimmt die entstehenden Erfahrungen auf und geht auf weitere Menschen und Gruppen in der Region zu – so zum Beispiel auf Chöre und Tanzgruppen, die für den zweiten Teil vorgesehen sind. „So ist die Theater-Trilogie ein Projekt des Lebens und Lernens mit dem Schimmelreiter über vier Jahre, die auf diese Weise Teil des Lebens in Hanerau-Hademarschen wird.“

Weitere Informationen zur Aufführung am Sonntag gibt es im Internet unter www.husum-tourismus.de.

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erstellt am 21.Aug.2013 | 00:34 Uhr

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