St. Peter-Ording : Ein neues Kapitel in der Ortsgeschichte

Claus Heitmann bedankte sich bei Brigitte Stöhrmann.  Foto: hjr
1 von 2
Claus Heitmann bedankte sich bei Brigitte Stöhrmann. Foto: hjr

Arbeitsgemeinschaft Chronik will mit dem Verein Kulturtreff fusionieren. Ein Band über Böhl ist noch geplant.

Avatar_shz von
09. April 2013, 07:46 Uhr

St. Peter-Ording | "Es ist vielleicht die letzte Sitzung", so leitete Claus Heitmann, Vorsitzender des Vereins AG Orts-Chronik, die Jahresversammlung ein. "In den 30 Jahren ist die Arbeit nun getan." Die Geschichte des Ortes sei aufgearbeitet, eine Chronik von rund 4000 Seiten erstellt, ein funktionierendes Archiv existiere und mit der "Historischen Insel" sowie den vielen zahlreichen blauen Hinweisschildern hat der Ort auch ein "historisches Gesicht" erhalten, so Heitmann.

Bürgermeister und Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier machte in seinem Grußwort, auch im Namen von Bürgervorsteher Boy Jöns, deutlich, welchen Stellenwert die AG für die Gemeinde selbst und für den Tourismus hat: "Wir beide sind gekommen, ihnen allen dafür herzlich und ausdrücklich zu danken, was sie als AG in all den Jahren geleistet haben. Man muss sich die Frage stellen, was es alles nicht gäbe, wenn es die AG nicht gegeben hätte." Diesen Dank richtete er besonders an Claus Heitmann mit seinem Vorstandsteam und namentlich an die Mitarbeiterinnen im Archiv sowie die Backhaus-Mannschaft. Und Diplom-Biologin Sabine Gettner von der Schutzstation Wattenmeer bedankte sich insbesondere für die sehr hilfreiche Unterstützung durch das Archiv bei der Erstellung eines höchst informativ gestalteten interaktiven Landschaftsmodells, das dann demnächst in den Ausstellungsräumen der Schutzstation in der Dünen-Therme zu sehen sein wird.

In seinem Bericht ging Heitmann auf die vielfältige Arbeit der AG ein. So wurde das Archiv um Bücher aus dem Nachlass von Propst Tödt erweitert, die historische Insel im Ortsteil Dorf durch Schüttkoben und Duckdalben ergänzt. Die beliebten Backtage habe die Bäckerei Siercks tatkräftig unterstützt. Und die AG hat das Heft 27 "Aus der Ortsgeschichte" mit dem Titel "Das alte Sankt Peter" herausgegeben. Es war ihm dabei ein Herzensanliegen, die Verfasserin dieser 192 Seiten, die 86-jährige Brigitte Stöhrmann, für ihre minutiöse Arbeit mit Brandkatastern und Kirchenbüchern und ihre Berichte von den Familien und den Bewohnern der Häuser zu würdigen. Das Buch öffnet den Blick für die Welt der lütten Lüüd und ihre Schicksale, so Heitmann. Sie selber sagte dann: "Ich werde mich bemühen, auch das nächste Buch noch hinzukriegen." Sein herzlicher Dank galt danach allen, den aktiven Helfern wie auch sämtlichen Mitgliedern. Von ehemals 300 sind es heute noch 180.

Die finanzielle Lage der AG sei gut, so Pfennigmeister Ove Ohls. Die Entlastung des Vorstandes war nur noch Formsache. Zu den für 2013 geplanten Vorhaben gehören das Eiderstedter Heck für die historische Insel, die damit dann fertig ist, weitere blaue Hinweisschilder und Heft Nr. 28 "Böhl" als Ausklang der Reihe "Ortsgeschichte". Auch die Backtage gehören zum Programm.

Die geplante Fusion mit dem Verein Kulturtreff, der für das Museum der Landschaft Eiderstedt zuständig ist, stand danach im Mittelpunkt. Auch wenn Geschichtsarbeit nie zu Ende sei, sehe er das Zusammengehen mit dem Kulturtreff, der sich dann um die Geschichte des Ortes und der Landschaft gemeinsam kümmere, als richtigen Weg, so Heitmann. Archiv und Backhaus werden selbstverständlich weiter arbeiten, zum Teil in leicht anderer Form. Boy Jöns regte an, über einen anderen Namen des so mit neuen Aufgaben beauftragten Kulturtreffs nachzudenken. Dessen Vorsitzender Peter Brancke zeichnete Möglichkeiten auf, wie die Museums- und die Kulturarbeit erhalten und mit den neuen Aufgaben weiterentwickelt werden könnte.

Die Versammlung schloss mit dem humorvollen Vortrag "Bilder des alten St. Peter" des stellvertretenden Vorsitzenden Olaf Jensen. Dieser Rückblick machte allen noch einmal den Wandel des Ortes, vor allem durch den Tourismus seit Eröffnung des Strandhotels 1877, deutlich. Jener zeigt sich aber auch darin, dass in Wittendün, an dem um 300 n. Chr. die erste Besiedlung stattgefunden hat, in diesem Jahr neue Häuser errichtet werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen