Husum : Ein neues Eingangstor zur Stadt

Perfekter Ausblick: Architekt Bernd Biastoch (rechts) plant im Auftrag von Torsten Peters vier viergeschossige, ineinander verschachtelte Würfel mit viel Glas. Foto: Wagner
Perfekter Ausblick: Architekt Bernd Biastoch (rechts) plant im Auftrag von Torsten Peters vier viergeschossige, ineinander verschachtelte Würfel mit viel Glas. Foto: Wagner

Unternehmer Torsten Peters schließt die Baulücke zwischen Hafenparkplatz und Innenstadt mit exklusiver Wohnbebauung

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13. April 2013, 08:46 Uhr

Husum | Das Bild, das Husum Besuchern bietet, die vom Parkplatz hinter dem Rathaus Richtung Hafen bummeln, ist peinlich. Vorbei an Blechgaragen führt der öde Weg und verdeckt dabei die Schönheit der Innenstadt. "Der Hafen ist unser großes Pfund, er unterscheidet uns von anderen Städten", sagt Unternehmer Torsten Peters - und plant noch für diesen Spätsommer den Startschuss für ein städtebauliches Schmuckstück. Der Geschäftsführer des Immobilien-Unternehmens P. Peters Nachfolger schafft auf der Beton-Brache bis zum Frühjahr 2015 rund 2400 Quadratmeter exklusiven Wohnraums.

Vier viergeschossige, ineinander verschachtelte Würfel mit viel Glas hat der Husumer Architekt Bernd Biastoch für das 1500 Quadratmeter große unbebaute Grundstück entworfen. Gebaut wird Ziegel auf Ziegel. Zwei der Kuben werden lederfarben sein, die anderen beiden dunkelbraun. Gedacht ist zunächst an 31 bis zu 120 Quadratmeter große Wohnungen. Dabei will Bauherr Peters "lieber vermieten als verkaufen". Nicht ausgeschlossen ist allerdings auch die Ansiedlung von Dienstleistungen in den Erdgeschossen.

Der gesamte Komplex wird unterkellert und erhält auch unterirdische Parkplätze. Insgesamt musste sich Peters verpflichten, für jede Wohnung mindestens einen Stellplatz zu schaffen. Auch die für den Bau wegfallenden 51 Stellplätze in den Blechgaragen müssen ersetzt werden.

Ziel des Projekts ist es, die Baulücke vor dem Hafenspeicher zu schließen. "Durch die neuen Häuser schaffen wir eine Begrenzung der bisherigen Achse zwischen der Fußgängerbrücke und dem Parkplatz", erklärt Biastoch. Die Passanten werden also künftig besser Richtung Hafen "begleitet". Die Würfel stehen zudem in einem Winkel zueinander und bilden so mit der vorhandenen Bebauung südlich des Hafens ein Quartier mit städtischem Flair. Der entstehende Hof erhält jede Menge Grün. "Ich habe jetzt die Möglichkeit, aktiv das Bild unseres wunderschönen Hafens mitzugestalten", schwärmt Peters. "Und deshalb möchte ich dort nicht, wie an anderen Ecken Husums passiert, ,Styropor-Kartons hinstellen."

Peters’ Unternehmen gehört das gesamte, 15 000 Quadratmeter große Areal südlich des Hafens. Seine Vorfahren hatten an gleicher Stelle einen florierenden Kohle- und Mineralöl-Handel. Und der hat seine Spuren hinterlassen. Deshalb kann Peters auch noch nicht das Investitionsvolumen beziffern. "Wir haben noch etliche Probleme zu lösen", räumt er ein. "An mancher Stelle haben wir nach ersten Untersuchungen mit Altlasten zu kämpfen, sobald wir die Oberfläche aufkratzen." Zudem muss fürs Wohnprojekt eine riesige Abwasserleitung verlegt werden.

"Der Komplex ist ein wichtiger Stadtbaustein", freut sich Bauamtsleiter Rudolf Hölscher. Die Stadt habe über Jahre hinweg langen Atem bewiesen, und das habe sich gelohnt. "Das Lebensgefühl hat sich verändert. Immer mehr Menschen zieht es zurück in die städtischen Zentren. Das jetzt auch noch qualitativ hochwertig gebaut wird, ist noch schöner. Ein solches Engagement würde ich mir häufiger wünschen." Hölscher sieht in dem Neubau gar ein neues Eingangstor in die Stadt.

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