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Von der Polizei zur DLRG : Ein neues Boot für die Lebensretter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Getauft auf den Namen „Südfall“: Die DLRG ist künftig mit 90 PS und bis zu 65 Stundenkilometern schnell unterwegs. Das 5,50 Meter lange Boot vom Typ „Task Force Taifun“ hat 10.000 Euro gekostet.

Der Wind kam steif von See, die Nordseewellen schlugen hoch – doch kein Problem für See- und „Seh“-Leute, die der Taufe des neuen Rettungsbootes der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Husum beiwohnten. So konnte DRLG-Vorsitzender Björn Tetens neben dem stellvertretenden Landrat Jörg von Sobbe auch Husums Bürgervorsteher Peter Empen, den DLRG-Kreisbeauftragten Jens-Friedrich Christiansen sowie Christian Wehr (Fachdienstleiter Rettungswesen NF), Rettungsdienstleiter Jens-Peter Lindner (Kreis NF) sowie Abordnungen von Feuerwehren, DRK und THW begrüßen.

„Wir brauchen die Hilfsorganisationen – welche es auch immer sind“, betonte von Sobbe – und signalisierte, dass er den Stellenabbau bei der Wasserschutzpolizei im Kreis für völlig falsch halte. „Unsere Touristen kommen wegen des Wassers – das aber birgt auch Gefahren“, erklärte Empen. „Neben besonderen Strömungs-Verhältnissen haben wir manchmal auch Menschen hier, die sich überschätzen. Wir als Kommune haben dafür zu sorgen, dass in Gefahrensituationen geholfen wird.“

DLRG-Ehrenmitglied Bernd Lückermann betonte, er habe in seiner mehr als 50-jährigen aktiven Einsatzzeit viele Rettungsboote gefahren – „aber eine Rettungsboot-Taufe ist immer wieder etwas Besonderes.“ Seitens der DLRG-Ortsgruppe Ladelund übergab Dieter Freud eine Rettungsweste. Musikalisch untermalte Jürgen Bohnert von der Wattenpipeband Hattstedt die Veranstaltung mit Dudelsack-Klängen. DLRG-Vorsitzender Tetens berichtete, dass es sich bei dem neuen Rettungsboot um das ehemalige Polizeiboot der Insel Sylt handelt.

Das „von Grund auf überholte Rettungsboot“ verfügt über einen 90-PS-Motor und erreicht eine Geschwindigkeit von 65 Stundenkilometern. Das Rettungsboot vom Typ „Task Force Taifun“ ist 5,50 Meter lang und hat die DLRG bislang 10.000 Euro gekostet – „ein Großteil davon wurde aus dem laufenden Haushalt bezahlt“, so Tetens.

Als Taufpate fungierte Ingo Berger von der Wasserschutzpolizei. „Die Taufe durch einen Mann ist kein gutes Omen“, erklärte er und bat die 15-jährige Caroline Reincke aus der DLRG-Jugendabteilung, das Boot auf den Namen „Südfall“ zu taufen.

Die DLRG Husum mit ihren angeschlossenen Außenstellen in Nordfriesland zählt zurzeit 560 Mitglieder, wie es bei der jüngsten Jahresversammlung hieß. 2014 wurden 1500 Stunden Schwimmausbildung geleistet sowie 35 Rettungsschwimmer, drei Einsatztaucher sowie sechs Signalmänner ausgebildet. Wie Tetens seinerzeit bilanziert hatte, sei man auch im vergangenen Jahr wieder zu mehreren Einsätzen gerufen worden: „Tragisch dabei ist, dass bei zwei Einsätzen im Kreisgebiet die Personen leider nur noch tot geborgen werden konnten.“ Bei den Großveranstaltungen Husumer Hafentage, Lampionfesttage in Friedrichstadt und diversen anderen Ereignissen war die DLRG ebenfalls im Einsatz. Ein Krankentransportwagen wurde saniert und neu lackiert. Als Ersatz für das Schlauchboot konnte ein nagelneues Rettungsboot aus Bad Nenndorf abgeholt werden. Dafür gab es Zuschüsse – als Dank für den Elbe-Hochwasser-Einsatz. Einen großen Teil des Restbetrages hat die Stadt Husum übernommen. 9577 ehrenamtliche Stunden wurden geleistet. Ehrenmitglied Bernd Lückermann spendete 1000 Euro von seiner goldenen Hochzeit mit Ehefrau Ingrid. Seit 25 Jahren sind Sebastian Kuhlmann und Johannes Kundy, seit 40 Jahren Ingrid Lückermann und Stephan Mück DLRG-Mitglied. Hans-Joachim Brodnicki ist schon 50 Jahre dabei.

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