Ein neuer Verband für die junge Luftwaffe

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Eine F-84F des Husumer Geschwaders wird startklar gemacht. (hn)

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26. Oktober 2009, 04:59 Uhr

Husum | Exakt um 16.16 Uhr am 30. September 1959 landete der Kampf-Jet vom Typ Republic F-84F Thunderstreak auf der noch jungfräulichen Runway des neuerbauten Flugplatzes. Im Cockpit des Jagdbombers mit dem Kennzeichen DE-112: Oberfeldwebel Karl Sievers, in Fliegerkreisen "Kuddel" genannt. Es war die erste von vorerst 49 für das Husumer Jagdbombergeschwader 35 vorgesehenen Maschinen. Bis zum Abend des folgenden Tages waren alle F-84F und vier doppelsitzige Trainingsmaschinen vom Typ Lockheed T-33 von Nörvenich und Faßberg nach Husum überführt worden. Das Bodenpersonal hatte mit dem technischen Gerät und 70 Fahrzeugen bereits in den Tagen zuvor auf dem Landweg seinen neuen Einsatzort erreicht.

Für die vom Verteidigungsministerium befohlene feierliche Indienststellung dieses fünften Jagdbombergeschwaders der Luftwaffe verblieben dem Kommodore Oberstleutnant Karl Henze und seinen 504 Soldaten nur 14 Tage. Die Teilnahme der Bevölkerung an dieser Zeremonie am 16. Oktober 1959 war gewünscht. Und der Zuspruch war überwältigend. Es mussten alle geschwadereigenen und vier von einer Husumer Firma gecharterten Busse im Pendelverkehr vom Marktplatz aus eingesetzt werden. Die Flugzeuge waren entlang des Rollweges in Paradeaufstellung ausgerichtet. Sechs F-84F standen zur Besichtigung bereit.

Der damalige Luftwaffen-Inspekteur, Generalleutnant Josef Kammhuber, stellte das Geschwader persönlich in Dienst. Neben hochrangigen Militärs aus Bundeswehr und den verbündeten Nato-Staaten nahmen an der Zeremonie viele Vertreter aus Politik und Verwaltung teil. So der damalige Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Kai-Uwe von Hassel. Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß hatte kurzfristig wegen anderer Termine die geplante Teilnahme abgesagt.

Nach dem Abschreiten der Front hielten der Inspekteur und der Ministerpräsident eine Ansprache. Ein Überflug von F-84F-Jagdbombern und ein Standkonzert des Luftwaffenmusikkorps 4 beendeten die Zeremonie. So gilt der 16. Oktober 1959 als Geburtsstunde des Jagdbombergeschwaders 35, das 1966 in Leichtes Kampfgeschwader 41 umbenannt wurde und ab 1980 als Jagdbombergeschwader 41 firmierte. 1993 wurde der Verband im Rahmen der Bundeswehr-Reduzierung nach der Deutschen Einheit aufgelöst.

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