zur Navigation springen

Grosse Liebe zur Hallig Norderoog : Ein Naturschützer der Extraklasse

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Bredstedter Walter Fiedler ist am Sonntag im Schloss vor Husum mit dem Hans-Momsen-Preis ausgezeichnet worden. Der frühere Realschullehrer und versierte Naturfreund hat unter anderem mit zwei Klassen das Naturzentrum Nordfriesland aufgebaut.

Zum 28. Mal ist am Sonntag der Hans-Momsen-Preis verliehen worden. Der mit 2000 Euro dotierte Kulturpreis des Kreises Nordfriesland für besondere Verdienste im Bereich der Wissenschaft, der Heimatpflege, der Volkskunde, der Literatur, der Musik oder der Bildenden Kunst ist diesmal dem Bredstedter Walter Fiedler zugesprochen worden. Bei dem Festakt im Rittersaal des Schlosses vor Husum hob Landrat Dieter Harrsen in seiner Begrüßung die kulturelle Vielfalt Nordfrieslands hervor. Walter Fiedler als auch der Namensgeber des gleichnamigen Kulturpreises, Hans Momsen (1735 bis 1811), hätten eines gemeinsam: „Sie haben beide schon zu Lebzeiten durch ihre Leistungen großes Ansehen erworben.“

Die Ehrenurkunde und einen speziell gestalteten Ehrenring, gefertigt von Goldschmiedin Maren Wesemann aus Schwabstedt, überreichte der stellvertretende Kreispräsident, Siegfried Puschmann. „Walter Fiedler erhält diese hohe Auszeichnung für seine außergewöhnlichen Verdienste um den Naturschutz und die Landschaftspflege“, erläuterte Puschmann in seiner Laudatio.

Als Realschullehrer in Bredstedt war Fiedler Referent des Vereins Jordsand für die Hallig Norderoog und gleichzeitig ehrenamtlicher Beauftragter des Kreises für den Naturschutz und die Landschaftspflege. „Mit seinen fachkundigen und ausführlichen Vorträgen und Führungen hat er zahlreiche Menschen für die Belange des Naturschutzes begeistert und für diese Sache auch gewinnen können“, stellte Puschmann heraus. Er selbst hat den Preisträger von 1978 bis 1987 als Kollegen in der Realschule in Bredstedt erlebt. „Engagiert und motivierend gestaltete er seinen Unterricht.“

Walter Fiedler hat zahlreiche Publikationen zu natur- und landschaftskundlichen Themen veröffentlicht, mit denen er über die Grenzen Nordfrieslands hinaus großes Interesse auslöste. Fiedler zeichnet eine besondere Begabung aus, Jugendliche für den Naturschutz zu begeistern. So baute er während seiner berufstätigen Zeit mit Realschülern der 8. und 9. Klasse das Naturzentrum Nordfriesland auf. „Noch immer gilt dieses Projekt in seiner Entstehungsgeschichte als auch in seiner laufenden Arbeit als ein einmaliges und vorbildliches Vorzeigemodell“, lobte Puschmann. In Sachen Naturschutz sei Fiedler auch mit anderen Projekten seiner Zeit weit voraus gewesen. „Bestes Beispiel hierfür ist das fast zwei Hektar große Schulbiotop, das er angrenzend an die Realschule errichtete. Es ist beispielgebend für außerschulische Lernorte.“

Mit seinem Einsatz im Naturschutz, und seine damit verbundene Jugend- und Schularbeit machte sich der Realschullehrer sowohl kreis- als auch landesweit einen Namen, was sich in Ehrenpreisen und Auszeichnungen widerspiegelt. So hat Walter Fiedler die Schleswig-Holstein-Medaille, den Umweltpreis der Landesbausparkasse und als höchste Auszeichnung das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Großes Lob zollte der stellvertretende Kreispräsident auch Anni Fiedler. Sie habe als Ehefrau die Arbeit ihres Mannes unterstützt. „Ohne Sie und verständnisvolle Kinder wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen.“ Auch bei der Diskussion, ob der Nationalpark Wattenmeer Unesco-Weltnaturerbe werden soll, habe Fiedler seine Hand im Spiel gehabt und zwischen Befürwortern und Gegnern vermittelt.

Der Geehrte bedankte sich für die Auszeichnung, aber auch für „Zustimmung und Harmonie in meiner Familie“. Erst eine Reform an der Schule in Bredstedt habe ihm damals seine Arbeit ermöglicht. „Diese Schulreform war mein Schicksal.“ Ein Angebot aus dem Husumer Museum „Nissenhaus“ habe er ausgeschlagen. „Es zog mich nach draußen in die Natur, wo es soviel zu erleben und zu beobachten gibt.“ Besonders die Vogelhallig Norderoog hat es Walter Fiedler angetan. „Diese Hallig ist neben meiner Frau die zweite große Liebe.“

 

Gestiftet worden ist der Momsen-Preis zum 23. Oktober 1985, dem 250. Geburtstag des Landwirts Hans Momsen aus Fahretoft (1735 bis1811). Dieser war sein Leben lang autodidaktisch als Mathematiker, Astronom und Instrumentenbauer tätig.

 

zur Startseite

von
erstellt am 28.Okt.2013 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen