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Turnier in Breklum : Ein Nachmittag für den Kugelsport

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Breklumer Sportpark fand das bislang größte Boule-Turnier des Vereins statt. 72 Teilnehmer aus ganz Schleswig-Holstein waren angereist, um auf den 13 Bahnen einen Sieger zu ermitteln.

Während sich die meisten Leute nach der langen Schlechtwetterfront über Sonne freuen, sah es vergangenen Sonnabend bei Manfred Habenicht ganz anders aus. Der Spartenleiter von „Die Geest-Bouler“ des Sportvereins Germania Breklum war begeistert, als es morgens regnete. „Die Spielflächen waren vorher knallhart. Deshalb war der Regen gut, denn dadurch wurde die Fläche weicher. Außerdem staubt es nun nicht mehr so doll.“

Ein Boule-Turnier stand an – das größte, das die Breklumer bisher organisiert hatten. 72 Spieler aus ganz Schleswig-Holstein nahmen daran teil und warfen die Kugeln während der fünf Runden, die jeweils etwa eine Stunde andauerten. Zwischendurch war Vollverpflegung angesagt – die Breklumer Sparte hatte sich gut vorbereitet. „Innerhalb von drei Tagen war alles organisiert. Unsere eigenen Leute spielen heute nur vereinzelt mit. Die anderen helfen, sofern sie es zeitlich schaffen“, freute sich Manfred Habenicht.

Im Laufe des Nachmittags kam die Sonne heraus und die 13 Bahnen auf der 512 Quadratmeter großen Spielfläche wurden immer härter. Die Spieler mussten sich dementsprechend an die verschiedenen Bodenverhältnisse anpassen. „Einige Spieler beherrschen Boule punktgenau und setzen die Eisenkugel direkt an die Zielkugel“, erklärte der Spartenleiter am Rande des Geschehens. Die 650 bis 800 Gramm schweren Kugeln sind aus Carbonstahl oder Edelstahl, einige sind gemustert. „Hier wird natürlich nur mit echten Turnierkugeln gespielt. Alle Hersteller der Kugeln sitzen in Frankreich. Wer sich einen Satz kauft, hat etwas einzigartiges, es gibt die einzelnen Kugeln kein zweites Mal“, erzählte er und zeigte auf eine eingestanzte Nummer. Die Anschaffungskosten eines guten Satzes lägen bei 180 bis 250 Euro.

Zwar teuer, allerdings sei es eine Anschaffung fürs Leben. Die Atmosphäre des Turniers war entspannt, selten gab es laute Töne. Konzentration, Besprechung mit Mannschaftskollegen und das Ziel dabei immer fest im Auge – Boulespielen erfordert Aufmerksamkeit.
Als der Spartenleiter die Boule-Regeln während des Spiels der Teilnehmer am Rand einer Bahn erklärte, wurde an anderer Stelle das Maßband gezückt. Mit bloßem Auge war wohl nicht zu erkennen, welche Eisenkugel die Zielkugel – das sogenannte „Schweinchen“ – am dichtesten auf die Pelle gerückt war. Wenn das Maßband auch kein Licht ins Dunkle brachte, waren Manfred Habenicht und seine Ehefrau Inga gefragt. Sie waren das Schiedrichter-Duo und zückten im unklaren Fall das Tirette, einem speziell für Boule entwickelten Zollstock. Ihre Entscheidung zählte und ab dann gab es keine Diskussionen mehr. „Es wird immer sehr fair gespielt, größtenteils beherrscht jeder Teilnehmer die Regeln“, erzählte der Spartenleiter – und musste dann kurz einmal weg, um bei einer Lieferung Torten mit anzupacken. Wieder zurück, zeigte er auf jede Menge Equipment für Boule-Spieler, wie beispielsweise Magneten. Die werden an ein Band gehängt und dienen zum Aufsammeln der Kugeln. „Dann muss man sich nicht ständig bücken“, schmunzelte er.

Wer Lust hat, Boule auszuprobieren, ist jeden Mittwoch und Sonnabend im Sportpark des SV Germania Breklum (Sönnebüller Weg) willkommen. Ab 14 Uhr treffen sich die Spieler. „Wir sind derzeit 40 Personen von elf bis 89 Jahre“, so Manfred Habenicht, der auch auf die Kontaktadresse boule@nordlicht-sh.de hinwies. Unter dem Motto „Der Norden lebt“ wurde die Initiative „Boule in Schleswig-Holstein“ ins Leben gerufen, um das Freizeit-Boulespiel im Land lebendiger und attraktiver zu machen. „Meine Frau und ich pflegen die dazugehörige Website mit fünf weiteren Vereinen“, erzählte der Spartenleiter. Apropos pflegen: Auf die Bemerkung, dass die Kugeln vor jedem Wurf sorgsam abgewischt werden, meinte Manfred Habenicht trocken: „Wenn ein Mann einen Putzlappen in der Hand hat, ist er wahrscheinlich Boulespieler.“

Am Ende eines langen Boule-Tages hatte die Familie Ottolski aus Dingen (Dithmarschen) vom Verein „Petanqué-Freunde“ den ersten Preis für sich ausgemacht. „Es war eine rundum gelungene Veranstaltung“ freuten sich das Ehepaar Habenicht sowie die weiteren Breklumer Vereinsmitglieder aus der Boulesparte.

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