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Aktivregion Uthlande : Ein Motivator und Animateur mit guten Ideen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Neues Gesicht in Nordfriesland: Der 29-jährige Geograf Ole Dierßen ist jetzt Regionalmanager der Aktivregion Uthlande.

Der neue Regionalmanager der Aktivregion Uthlande ist auf Tour: Amrum, Sylt, die Nationalparkverwaltung in Tönning und demnächst geht’s auf die Halligen. „Ich würde die Leute gern animieren, mehr Projekte bei uns einzureichen“, sagt der 29-jährige Geograf. „Sie sollen wissen, hier kommt jetzt einer, der freut sich, ihre Ideen zu hören – große wie kleine.“

Ole Dierßen hat in Freiburg und Greifswald Nachhaltigkeitsgeografie studiert, mit Naturschutz im Nebenfach. Seine Station im Wattenmeer ist die zweite nach einem Regionalentwickler-Job im Biosphärenreservat Schwäbische Alb. Er ist in Lüneburg groß geworden. „Ich hab mich immer schon als Nordlicht gefühlt“, sagt er. Als sehr vielseitig begreift er seinen neuen Job in den Uthlanden. „Mit Motivation und guten Ideen helfen, mehr Projekte zu initiieren“, das ist sein Hauptanliegen.

Ein Großteil seiner Arbeit wird die Projektberatung sein. „Ich prüfe, ob die Idee zu den Zielen der Aktivregion passt, wie sie sich finanzieren lässt und unterstütze bei der Antragstellung und später auch bei bei der Abrechnung.“

Das Büro der Aktivregion Uthlande ist in Wyk auf Föhr. „Aber nur, weil das ungefähr die Mitte ist“, sagt Dierßen. „Es ist mir wirklich wichtig, zu sagen, dass es um die ganze Region geht. Jeder soll von dieser gemeinschaftlichen Sache profitieren können.“

Getragen und gespeist werden die Ideenschmieden hauptsächlich von EU-Geldern, die gezielt der Entwicklung des ländlichen Raums zugedacht sind. Von den 22 Aktivregionen Schleswig-Holsteins ist die Uthlande mit 34  000 Bewohnern die kleinste. Dennoch ist Dierßen seit seinem Amtsantritt im Dezember noch nicht überall gewesen. Amrum, Föhr, Helgoland, Pellworm, Sylt sowie die Halligen Gröde, Hooge, Langeneß, Nordstrandischmoor und Oland sind sein Revier.

Gute Projekte wurden dort schon angeschoben, etwa die klimaneutrale Wärmeversorgung des Schulzentrums Pellworm oder das Bürgerbeteilungsprojekt „Keitum im Dialog“. Kurz vor der Fertigstellung sind die E-Ladestationen auf Föhr-Land. In der Pipeline ist derzeit „W-Lan für die Uthlande“. Für das Insel- und Halligprojekt, das auf Amrum initiiert und dann ausgeweitet wurde, ist gerade die Machbarkeitsstudie fertig geworden, die nun in die Umsetzung geht. Ebenfalls ein großes Vorhaben sind der Umbau der ehemaligen Norddorfer Schwimmhalle für die Amrumer Pottwal-Ausstellung und gezielte Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel auf Sylt.

Geld ist vorhanden. Die laufende Förderperiode geht bis Ende 2020. Im Topf sind 2,5 Millionen Euro, das heißt rund 200.000 bis 300.000 Euro pro Kernthema: Tourismus, Energie, Umwelt- und Naturschutz, Mobilität, Wirtschaft, Bildung, Daseinsvorsorge und Soziales. „Alle diese Bereiche zielen auf Nachhaltigkeit“, sagt Dierßen. Bis zu 70 Prozent Förderquote können kommunale Projekte erreichen, bei privaten gilt ein Maximum von 50 Prozent, zudem muss es eine öffentliche Kofinanzierung geben. Projekte werden in den Vorstandssitzungen der Aktivregion präsentiert. Die nächsten Termine: 27. März und 30. Juni.

„Wer eine Idee im Kopf hat, die er umsetzen will, sollte sich auf jeden Fall bei mir melden. Spätestens vier Wochen vor einer Sitzung, damit Zeit bleibt, den Plan auszuarbeiten.“ Ende März in Husum wird über die Förderfähigkeit eines Kunstrasenplatzes für den Sportverein Amrum entschieden. Auf der Agenda steht auch das Sjüün-Projekt, ein Bilderschau-Abenteuer als Zusammenarbeit des Sylter Heimatmuseums mit einer Kieler Künstlerin.

Bei ähnlich gelagerten Ideen in der Region würde Dierßen auch gern „vernetzen“. Das kann sogar über die Grenzen einer Aktivregion hinausgehen, wie das laufende Projekt „Westküsten Gruppen-Portal“ beweist. Dort wird an einem Buchungsportal gearbeitet, über das für Gruppen, Vereine und Busreise-Veranstalter All-inclusive-Angebote an der Westküste organisiert werden.

„Solche Synergieeffekte können die Strahlkraft ja enorm erhöhen“, sagt Dierßen. Seine Vorgängerin auf dem Posten, die 29-jährige Geografin Julia Bär, hatte sich nach nicht ganz eineinhalb Insel-Jahren wieder ausgeschifft Richtung Stuttgart. „Mich hat die anpackende Mentalität des Südens wieder gereizt“, sagt sie. Diese charmant-diplomatische Aussage lässt Dierßen lächeln. „Ich sehe mich da als Motivator“, sagt er. „Und mir ist es ein echtes Anliegen, die Menschen hier dabei zu unterstützen, diese Region weiter zu mobilisieren.“

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