zur Navigation springen

Finanzamt Nordfriesland in Husum : „Ein moderner, aber nicht total spektakulärer Bau“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der zweistufige Planungswettbewerb für das Ergänzungsgebäude des Finanzamtes Nordfriesland ist beendet: Das Berliner Architekturbüro Ackermann + Renner geht als knapper Sieger hervor.

Nun können sich die Husumer selbst ein Bild davon machen, wie der Erweiterungsbau für das Finanzamt Nordfriesland wohl aussehen wird: Im alten Gebäude in der Herzog-Adolf-Straße 18 präsentiert das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) die Ergebnisse des zweistufigen Planungswettbewerbs, der vom Berliner Architekturbüro Ackermann + Renner gewonnen wurde.

„Das Land führt solche Wettbewerbe selten durch. das hier ist der erste seit Jahren“, beschrieb GMSH-Geschäftsführer Frank Esoldt die Besonderheit der Vorgehensweise bei der Ausstellungseröffnung. Im Erweiterungsneubau sollen 98 Arbeitsplätze auf einer Gesamtnutzfläche von 1700 Quadratmetern entstehen. „Das gesamte Gebäude wird barrierefrei und soll nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) mit dem Silbersiegel ausgezeichnet werden. Dabei geht es nicht nur um Klimaschutz, sondern auch um soziale und ökonomische Zertifizierung.“ Man habe sich Gedanken machen müssen, wie ein Finanzamt in 40 bis 50 Jahren aussehen werde: „Gibt es dann noch Publikumsverkehr, brauchen wir überhaupt noch Archivräume oder gibt es schon gar keine Akten mehr?“ Und der erste Bauabschnitt müsse für sich allein stehen können, aber mit einem zweiten Abschnitt kompatibel sein. „Da hat sich das Büro Ackermann + Renner mit seinem ganzheitlichen Entwurf durchsetzen können: ein moderner, aber nicht total spektakulärer Bau, der zu Husum passt und in dem sich die Mitarbeiter wohlfühlen werden“, schloss Eisoldt.

Sven-Thomas Schmidt-Knäbel wies als Vorsitzender des Bauausschusses darauf hin, dass das Gundstück, für dass im März ein Bebauungsplan als Grundlage für den Wettbewerb aufgestellt worden war, in einem „städtebaulich und denkmalpflegerisch sensiblen Gebiet“ liege und dem Neubau eine „stadtbildprägende Funktion“ zuteil werde. „Aus meiner Sicht haben die Preisträger die Vorgaben besonders gut umgesetzt“, so Schmidt-Knäbel.

Der Vorsteher des Finanzamtes Nordfriesland, Franz-Wilhelm Bürger, betonte, dass der Neubau für das derzeit auf sechs Standorte aufgesplitterte Amt eine „zwingende Maßnahme“ und der Wettbewerb ein „deutlicher Meilenstein“ auf dem Weg zur Optimierung der Verwaltungsabläufe sei. Er könne jedoch nur zwei bis drei Jahre vorausplanen, um künftige Notwendigkeiten auszuloten: „Darüber hinaus bin ich wie ein Kapitän, der im Nebel ohne Radar im Wattenmeer unterwegs ist.“

Bevor die Architekten Cornelia Renner und Georg Ackermann den Gästen ihren Entwurf anhand von Planskizzen und einem Modell in seinen Einzelheiten erläuterten, beschrieb Gabriele Pfründer als zuständige Projekt-Managerin der GMSH den Weg bis zur Endauswahl. 44 Teilnehmer hätten bei der ersten Phase des Wettbewerbs mitgemacht, darunter sogar je ein Büro aus Spanien und aus England. „Aus diesen Vorschlägen haben wir zehn Entwürfe ausgewählt und in einer sehr langen Preisgerichtssitzung am vergangenen Freitag den Sieger gekürt.“ Es sei eine schwere Entscheidung zwischen dem ersten Preisträger und dem zweiten, der Berliner Arge rw+ Gesellschaft von Architekten, gewesen: „Das ist denkbar knapp ausgegangen, aber der erste Platz zeigt die klarere städtebauliche Struktur.“ Trotzdem werde es jetzt ein abgespecktes Vergabeverfahren zwischen den drei Sieger-Entwürfen geben, wobei der erste Preisträger allerdings schon mit 50 Prozent in der Wertung berücksichtigt werde. „Wir hoffen, in vier bis acht Wochen mit der Beauftragung und im Anschluss daran mit der Entwurfsplanung beginnen zu können.“ Frühester Baubeginn sei allerdings erste Ende 2019.

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. August von Montag bis Freitag, 8 bis 12 Uhr, und am Sonnabend von 9 bis 16 Uhr im Finanzamt Husum zu sehen.

zur Startseite

von
erstellt am 09.Aug.2017 | 14:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen