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Hoher Besuch in Viöl : Ein Minister in der Schlachterei

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer informierte sich in Viöl über die Sorgen der ländlichen Handwerksbetriebe. Er besichtigte die Landschlachterei Burmeister und diskutierte mit den Inhabern.

Für gewöhnlich reisen Minister gern in Wahlkampfzeiten durch die Lande. Doch die Motive von Landes-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer für seinen Besuch in Viöl sahen anders aus. Er wollte typische, familiengeführte Handwerksbetriebe kennenlernen und sich über Probleme informieren. „Ein Minister lernt nicht nur am Schreibtisch, sondern besonders in der Praxis“, erklärte er bei seiner Stippvisite in der Landschlachterei Burmeister. Und so erfuhr er einiges von Barbara und Jens Uwe Burmeister sowie Mitgeschäftsführer Karl Olschewski – bereits in vierter Generation. Seit 1901 ist der Betrieb mit derzeit 65 Mitarbeitern inklusive drei Auszubildender in Familienhand. Das Besondere: Es wird noch aus eigenem Viehbestand geschlachtet, ferner Tiere aus ausgesuchten regionalen Betrieben. Erst vor zwei Jahren wurden die Produktionsanlagen auf den neuesten Stand gebracht und erweitert. „Wir haben für unsere und die Zukunft unseres Teams investiert“, erklärten die drei. An Fachkräften mangele es nicht auf dem Arbeitsmarkt, doch viele würden sich dem Stress nicht mehr aussetzen wollen. Es sei schwer, Köche zu finden. Im Betrieb kümmerten sich vier Fachkräfte aus der Umgebung um Mittagstisch und Partyservice. Überhaupt kämen die meisten Mitarbeiter aus der Nähe, was auch sinnvoll sei. Es müsse aber nicht sein, dass jeder Schüler Abitur habe. „Ich fördere gern Jugendliche, die nicht so gute Noten mitbringen. In der Praxis bewähren sie sich meist. Das Handwerk bietet Perspektiven und Chancen. Das muss mehr in die Köpfe. Es muss mehr Werbung in den Schulen gemacht werden“, so Jens Uwe Burmeister. Die Politik, aber auch die Handwerkskammer, sei gefordert, wenn es darum gehe, dem Nachwuchs Handwerksberufe schmackhaft zu machen. Es werden schließlich Mitarbeiter sowohl an der Basis als auch in den Führungsebenen gebraucht. „Ich habe verstanden“, so der Minister.

Seine Frage, ob der Betrieb trotz Discounter im Ort und Umgebung dauerhaft mithalten könne, bewertete Barbara Burmeister eindeutig: „Wir tun uns nichts.“ Die Kunden würden genau sondieren. Das Fachpersonal im Betrieb punkte natürlich eindeutig durch gute Beratung. Natürlich gehöre auch der Schnack mit dazu und auch die Cafeteria stelle einen dörflichen Mittelpunkt dar.

Mit von der Partie war auch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Flensburg, Udo Hansen. Nach einer Stunde reiste die Delegation weiter. Ein Heizungs- und Sanitärbetrieb, Elektrounternehmen, eine Tischlerei sowie ein Metallbau-Betrieb standen noch auf dem Programm.

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