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Wettbewerb des Kreises : Ein Lied für (fast) alle Nordfriesen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

„Gölj-rüüdj-ween“, Nordfrieslands inoffizielle Hymne, gibt es jetzt auch in hoch-, plattdeutscher und dänischer Fassung. Der Kreis hatte einen Wettbewerb gestartet.

Die Gewinner des Kreis-Wettbewerbs „Lied der Nordfriesen“ stehen fest. Bei einer Feierstunde im Rittersaal des Schlosses vor Husum wurden sie am vergangenen Sonnabend geehrt. Jetzt gibt es die inoffizielle Nordfriesland-Hymne „Gölj-rüüdj-ween“ in vier der fünf traditionellen Sprachen.

„Übersetze das friesische Lied in eine der folgenden Sprachen: Hochdeutsch, Niederdeutsch, Dänisch und Sønderjysk“, lautete die Aufgabe. Auch ein musikalisches Arrangement konnten die Wettbewerbs-Teilnehmer einreichen. Ausgezeichnet wurden schließlich Dagny Boysen-Geppert aus Alt Duvenstedt (Dänisch), Patrick Winter aus Marburg (Hochdeutsch), Marion Petersen aus Hamburg (Niederdeutsch) und Boris Havkin aus Hamburg (Musik). In der Kategorie Sønderjysk wurden freilich keine Vorschläge eingereicht.

„Wir haben nicht mit einer derart großen Resonanz gerechnet“, freute sich Kreispräsident Heinz Maurus dennoch bei der Preisverleihung im Schloss. Insgesamt 36 Beiträge hatten die insgesamt 18 Teilnehmer verfasst. Sie wohnen verstreut im gesamten Bundesgebiet, was die Jury überraschte, zumal die Aufgabenstellung an klare Vorgaben geknüpft war, die für Nicht-Nordfriesen schwierig umzusetzen sind. So musste der vorgeschlagene Text auf die vorgegebene Melodie des friesischen Liedes singbar sein. Außerdem sollten Inhalt und Sinn des ursprünglich Liedtextes im Manuskript klar und verständlich wiedergegeben werden.

Die Jury hatte also keine leichte Aufgabe, wie Prof. Dr. Thomas Steensen, der Direktor des Nordfriisk Instituut in Bredstedt, betonte. „Die Text- und Musikvorschläge wurden ohne Kenntnis der Namen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geprüft“, bestätigte Heinz Maurus. Die mit jeweils 200 Euro prämierten Sieger-Beiträge kamen letztlich zur Überraschung aller Juroren durch die Bank nicht aus Nordfriesland. Neben Steensen gehörten Gary Funk, Vorsitzender des Kultur- und Bildungsausschusses des Kreises, Henning Bock als Leiter der Kreismusikschule, der Leiter des Plattdeutschen Zentrums in Leck, Ingwer Oldsen und Jon Hardon Hansen zur Jury. Für Sønderjysk war Jørgen Popp Petersen dabei.

Steensen stellte klar, dass es schon die friesische Hymne „Gölj-rüüdj-ween“ gibt, die als Grundlage für den Wettbewerb diente: „Die nordfriesischen Farben werden in dem Lied in Beziehung gesetzt zur nordfriesischen Landschaft, zu einer geliebten Frau und zu Liebe, Glück und Treue.“ Landrat Dieter Harrsen betonte: „Eine mehrsprachige Hymne passt zu unserem Sprachenland Nordfriesland.“ Dem Kreistag obliegt es zu entscheiden, ob eine oder mehrere Fassungen zur offiziellen Nordfriesland-Hymne erklärt werden.

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