zur Navigation springen

10. Husumer Schlossvergnügen : Ein Kulturfest für die ganze Familie

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Husumer Schlossvergnügen zeigt sich zum runden Jubiläum von einer ganz besonders bunten Seite – mit Musik, Kunst, Information und vielem anderen mehr. Ein Höhepunkt ist die Galerie unter freiem Himmel.

Der Mann nennt sich „Stiller – Ernst Stiller“. Und das kommt nicht von ungefähr. Tatsächlich sind die „Talking Colours“, die Stiller aus Anlass des zehnten Schlossvergnügens am Sonnabend, 4. Juni, für die Fassade des altehrwürdigen Gemäuers erdacht hat, auch eine „Hommage an die Pop-Art der 1970er Jahre. Außerdem passt das Ganze bestens zu Johanna Jürgensens Idee, das Schloss und seine nähere Umgebung zum Jubiläum in eine „Galerie unter freiem Himmel“ zu verwandeln. Neben Stiller, der aus dem Weserbergland stammt, an der Werkkunstschule in Berlin studiert hat und seit einigen Jahren in Nordfriesland lebt, hat die Geschäftsführerin der Stiftung Nordfriesland dafür auch den Husumer Wind-Art-Künstler Rainer Hofmann gewinnen können.

Mit seinen „Talking Colours“ (sprechenden Farben) – 26 Fahnen, die zwischen den Fensterfronten des Schlosses angebracht wurden –, will Stiller einen Kontrapunkt zur hergebrachten, heraldischen Symbolik von Fahnen setzen. „Archetypische Elemente wie Kreuze oder Strahlenkränze werden abstrahiert und erlangen dadurch eine neue, eigenständige Bedeutung“, erläutert der Künstler. Die intensive Farbigkeit beschwört Erinnerungen an die Pop-Art herauf. Doch die Farben haben noch einen tieferen Sinn: „Farbe dringt ganz unmittelbar bis ins Stammhirn vor und löst damit ebenso unmittelbare Reaktionen aus“, sagt Stiller. Einige dieser Reaktionen hat er bereits am Freitag beobachten können, als die Fahnen aufgehängt wurden – „übrigens ohne das Mauerwerk des Schlosses anzugreifen“.

Dabei geholfen hat auch Rainer Hoffmann, der zweite Künstler im Bunde. Hoffmann, der bereits bei der Wind-Art III 2010 dabei war und dessen luftige Kreationen auf Initiative der Husumer Nachrichten drei Jahre später beim Kultur-21-Festival den Schlosspark zierten, kehrt am Sonnabend mit neuen Kreationen an seine alte Wirkungsstätte zurück. Darunter findet sich auch eine taufrische Arbeit, die ein Gedicht der dänischen Lyrikerin Inger Christensen mit dem Titel „Alfabet“ aufgreift. Das ist mathematisch aufgebaut und beruht auf der sogenannten Fibonacci-Folge, einer Zahlenreihe, bei der sich jedes Glied der Reihe aus der Summe der beiden vorangehenden Zahlen errechnet. Die Strophen fangen jeweils mit einem Buchstaben des Alphabets an – von A bis N. Für seine Arbeit hat Hoffmann die ersten fünf Strophen verwendet. Auf der Vorderseite der weißen Folie stehen die Zeilen in orangefarbener Schrift auf Deutsch, auf der Rückseite in weißer Schrift auf Dänisch.

„Christensens Gedicht hat mich fasziniert“, sagt der Künstler, „weil es in einfachen Worten komplizierte politische, soziale und natürliche Zusammenhänge behandelt.“ Diese Arbeit, aber auch einige seiner Kuben und Windspiele sind vom 4. Juni an im Herzoginnengarten, aber auch im Schlosspark selbst zu sehen. Außerdem weisen Pylonen den Weg vom Stadtzentrum zum Schauplatz des Schlossvergnügens. Und weil auf einem Bein bekanntlich schlecht Stehen ist, zeigt die Galerie Tobien vom 4. Juni bis zum 2. Juli weitere Arbeiten von Rainer Hoffmann. Darunter sogenannte Bloggers, seltsame Wesen, die ständig in einem Paralleluniversum unterwegs zu sein scheinen. Bezüge zur Realität, etwa zum unbotmäßigen Umgang mit gewissen, scheinbar unverzichtbaren Kommunikationsmedien seien „natürlich rein zufällig“, so Hoffmann.

Dass das Schlossvergnügen diesmal erst um 19 Uhr zu Ende geht, ist der „12 Teachers Jam“ geschuldet – einem Open-Air-Konzert mit Dozenten der Kreismusikschule. Das Pop-Forum ist eine offene Plattform der KMS für den gesamten Bereich der Popularmusik. Mit dem Konzert zum Abschluss des Schlossvergnügens treten die Lehrkräfte den Beweis an, dass sie auch im Bereich Rock, Pop und Jazz-Standards bestens aufgestellt sind. Es beginnt um 17 Uhr.

 

Das Propgramm auf einen Blick:

 

11 bis 11.45 Uhr: Eröffnung durch den stellvertretende Landrat, Carsten F. Sörensen, Musik-Matinee mit Schülern und

Lehrern der Kreismusikschule (Rittersaal)

 

11.45 bis 12.15 Uhr: „Dornröschen“ – Puppen- und Schauspiel kombiniert mit Objekt- und

Materialtheater vom Theater

LaKritz (Fortunasaal)

 

11.45 bis 12.20 Uhr: Vorstellung der Neuausgabe des Romans W.A.G.M.U.S. von Margarete Böhme durch den Verein

5plus1

 

12.30 bis 13 Uhr: Gerd der Gaukler – „Alles aus der Luft

gegriffen“ (Schlosshof)

 

13 bis 13.30 Uhr: „Rondo

Fidelio“ – das Streicherensemble der Kreismusikschule Nordfriesland spielt

13.30 bis 14 Uhr: Gerd der Gaukler (Schlosshof)

 

14 bis 14.30 Uhr: Lesung

„Happy Birthday Nils Holgersson“ (Das Pole-Poppenspäler-Museum feiert Literatur-Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf)

 

14 bis 14.30 Uhr: Szenisches Spiel der Theatergruppe 5plus1 beim Denkmal „Alles möchte ich immer“ für Franziska Gräfin zu

Reventlow (Herzoginnengarten)

 

14.30 bis 15 Uhr: Konzert der kreismusikschuleigenen Rock-Pop-Band (Rittersaal)

 

14.30 bis 15 Uhr: Gerd der Gaukler (Schlosshof)

 

15 bis 15.30 Uhr: Führung

„Kabale im Schloss vor Husum“ vom Museumsverbund

Nordfriesland (im Foyer des Schlosses)

15.30 bis 16 Uhr: „Die Gräfin von Südfall – ein Rätsel wird gelöst“; szenisches Spiel der Gruppe 5plus1 am Denkmal von Elsbeth Arlt (Herzoginnengarten)

 

16 bis 16.30 Uhr: Gerd der Gaukler (Schlosshof)

 

17 bis 19 Uhr: „12 Teachers Jam“ – Groovige Live-Musik mit Dozentinnen und Dozenten der Kreismusikschule Nordfriesland. Ein besonderes Event als Zugabe zum 10. Schlossvergnügen

 

Während des gesamten Schlossvergnügens können

Kinder die Hüpfburg benutzen oder Geschicklichkeitsspiele ausprobieren. Ferner gibt es

einen Büchertisch des Kreisarchivs Nordfriesland sowie Waffeln, Getränke und Grillwurst.

 

> Bei Regen werden die Freiluftprogramme nach innen verlegt.

 

zur Startseite

von
erstellt am 01.Jun.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen