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Fachkliniken Nordfriesland : Ein Klinik-Modell mit Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Fachkliniken Nordfriesland haben sich in Breklum neu aufgestellt – mit großem Erfolg. Sie schreiben schwarze Zahlen. Im neuen Jahr soll weiter investiert werden.

Erfolgsgeschichte auf der grünen Wiese: In wenigen Jahren sind die Fachkliniken Nordfriesland zu einem hochmodernen Klinik-Komplex mit mehr als 200 stationären Betten in Breklum gewachsen. Er bietet Behandlung, Hilfen und Nachsorge in den Bereichen Allgemeinpsychiatrie, Abhängigkeitserkrankungen, Psychosomatik und Psychotherapie. Investiert wurden rund 22 Millionen Euro. Mit der grundlegenden Umstrukturierung und dem Neubau konnte die psychiatrische Versorgung in Nordfriesland verbessert werden. Und: „Die Fachkliniken Nordfriesland haben den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft“, kann Geschäftsführer Ingo Tüchsen stolz berichten.

Noch vor acht Jahren waren die Perspektiven alles anderes als rosig: Tiefrote Zahlen gefährdeten Arbeitsplätze und den seinerzeit noch bestehenden beiden Häusern – das Fachkrankenhaus NF mit 67 Betten und die Fachklinik Breklum mit 63 Betten – drohte die Insolvenz. „Aus der Not heraus“, so Tüchsen, wurde fusioniert, die Fachkliniken Nordfriesland gGmbH aus der Taufe gehoben. Die Trägerschaft übernahm die Diako Flensburg, die heute rund drei Viertel der Gesellschaftsanteile hält.

Die Ausgangslage war 2007 denkbar schlecht: Vier Standorte mit vollstationärer Versorgung erforderten einen aufwendigen Schichtbetrieb für die Mitarbeiter und auch für die Patienten weite Wege. Zudem waren die vorhandenen Gebäude überwiegend renovierungsbedürftig.

Heute präsentiert sich den Patienten, Mitarbeitern und Besuchern am Sitz der Fachkliniken in Breklum-Gammeltoft eine andere Welt – mit 130 Betten für Psychiatrie und Psychosomatik in Zwei-Bett-Zimmern, 72 weiteren für die Rehabilitation in Einzelzimmern, einem Therapie- und Beschäftigungszentrum, der Verwaltung, Technik und einer Zentralküche, die täglich 800 Essen auch für Schulen, Kindertagesstätten und kleinere Heime in der Region zubereitet.

„Durch den Neubau gelang auch der Neustart“, beschreibt Ingo Tüchsen die positive Entwicklung. „Und durch diesen Schritt sind wir auch ein verlässlicher Partner für die Deutsche Rentenversicherung Nord geworden.“ Das Kliniken-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 25 Millionen Euro schreibe dank Umstrukturierung und Effizienzsteigerung heute wieder schwarze Zahlen und erwirtschafte sogar leichte Überschüsse – ganz entgegen dem Bundestrend im Gesundheitswesen.

Das sichert die Arbeitsplätze der Fachkliniken-Gesellschaft, deren Zahl in den vergangenen sieben Jahren von 424 auf 494 angewachsen ist. Und es ermöglicht weitere Investitionen. Denn daran besteht für Geschäftsführer Ingo Tüchsen kein Zweifel: „Wenn wir nicht investieren, sterben wir.“

Konkrete Pläne gibt es bereits: Die stationäre Sucht-Rehabilitation soll um 48 Plätze erweitert werden. Denn der Bedarf an Rehabilitationsplätzen sei hier – ebenfalls gegen den Bundestrend – nach wie vor hoch. Bei der Erweiterung geht es noch einmal um ein Investitionsvolumen von neun Millionen Euro. Die Bauarbeiten auf dem insgesamt 17 Hektar großen Gelände der Fachkliniken im Breklumer Ortsteil Riddorf sollen nächstes Jahr anlaufen.

Investitionsbedarf in Millionenhöhe sieht Ingo Tüchsen angesichts von Strukturdefiziten überdies „in der Peripherie“. Denn die Fachkliniken-Gesellschaft engagiert sich unter anderem auch mit Angeboten und Projekten in Husum, Schleswig, Hohenfelde oder auch Kiel, wo 430 Substituierte betreut werden – die größte Einrichtung dieser Art bundesweit.

Für Nordfriesland verweist der Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft auf eine „gute Versorgungskette“: Durch die psychiatrischen Tageskliniken und Ambulanzen in Husum und Niebüll könnten viele Betroffene in ihrem sozialen Umfeld bleiben und dennoch tagsüber notwendige Therapien erhalten. Ergänzt werde dies durch die aufsuchende Arbeit, bei der Patienten zu Hause besucht werden. „Mit diesen niedrigschwelligen Angeboten gelingt es häufig, Krisen früher zu erkennen und zu behandeln sowie akutstationäre Aufenthalte sogar zu vermeiden“, sagt Ingo Tüchsen.

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erstellt am 16.Dez.2015 | 17:16 Uhr

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