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Mok fast in Husum : Ein Kirchenschiff wird kommen...

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Nordkirche feiert das Reformations-Jubiläum unter vollen Segeln – mit einem bunten Programm rund um den Dreimaster „Artemis“.

Sie ist knapp 60 Meter lang, sieben Meter breit und hat rund 1000 Quadratmeter Segelfläche – und kommt nach Husum. Die Rede ist von der Dreimastbark „Artemis“. Die Nordkirche hat den ehemaligen Walfänger, der mittlerweile unter niederländischer Flagge über die Weltmeere fährt, für einen Monat gechartert. Aus Anlass des 500. Jubiläums der Reformation nimmt der Traditionssegler Kurs auf alle 13 Kirchenkreise der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland – und auf die Nordschleswigsche Gemeinde der deutschen Minderheit im südlichen Dänemark.

Am Sonnabend, 22. Juli, läuft die „Artemis“ in den Husumer Außenhafen ein, voraussichtlich um 14 Uhr. Posaunenchor und mehr als 200 Gospelsänger wollen das „Nordkirchenschiff“ lautstark willkommen heißen. Zur offiziellen Begrüßung um 17 Uhr ziehen Gospelchöre aus ganz Nordfriesland singend aus der Marienkirche zur „Artemis“. Mit auf der Bühne stehen dann prominente Husumer und nordfriesische Persönlichkeiten in historischen Rollen, um mit einem Anschlag aktueller Thesen an den 31. Oktober 1517 in Wittenberg anzuknüpfen. Ab 20 Uhr steht ein Konzert mit der St.-Jürgen-Bluesband auf dem Programm.

Das „Kirchenschiff“ ist am 29. Juni in Stralsund gestartet und fährt vier Wochen an den Küsten von Ost- und Nordsee entlang. In Nordfrieslands Kreisstadt macht die „Artemis“ für zwei Tage fest. „Es wird ein kleiner Kirchentag werden“, freut sich der Husumer Propst Jürgen Jessen-Thiesen. Motto: „Op goden Kurs“. Man werde zeigen, „auf welchem Kurs wir als Kirche in Nordfriesland nach 500 Jahren Reformation sind – und uns natürlich fragen lassen, ob dieser Kurs ein guter ist“, so der Propst weiter. „Ich kann dazu nur wärmstens einladen, da wird für jeden etwas dabei sein.“

Am Sonntag, 23. Juli, geht es um 11 Uhr mit einem besonderen Gottesdienst am Außenhafen los – unter den zahlreichen Mitwirkenden auch die Bischöfe Gothart Magaard (Schleswig) und Elof Westergaard (Ribe). Eine eigens zusammengestellte Band unter Leitung von Kirchenkreismusiker Christian Hoffmann gestaltet die Feier musikalisch. Kirchengemeinden aus Husum und der näheren Umgebung verlegen ihre üblichen Sonntagsgottesdienste bei dieser Gelegenheit an den Hafen. Danach eröffnet eine bunte Kirchenmeile ihre Stände und Zelte, lädt ein zu Begegnungen, Aktionen für Kinder und Erwachsene, Spiel, Information und natürlich zum Essen und Trinken. Zudem gibt es zwei Mal die Gelegenheit, das Schiff zu besichtigen.

Auf der Bühne wechseln sich Musik und Gespräche ab. Die Tüdelband aus Hamburg ist mit ihrer plattdeutschen Rockmusik genauso zu hören wie der Chor der Husumer Horizonte, der Niebüller Shanty-Chor sowie Jazz, Soul und Blues mit der Beatfactory. An den Talkrunden beteiligen sich Repräsentanten aus Politik, von Initiativen und der Kirche, darunter Husums Bürgermeister Uwe Schmitz und Schleswig-Holsteins ehemaliger Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Vertreter des Nationalparkhauses und die beiden anwesenden Bischöfe. Bei einem Theaterauftritt zeigen Gymnasiasten der Husumer Hermann-Tast-Schule am späten Nachmittag ihr schauspielerisches Können. Der Tag schließt um 18.15 Uhr mit einem Abendsegen ab.

Seit einigen Wochen werben 3000 kleine Papierschiffe für das Ereignis. Sie luden auf der Kirchenkreissynode zum Falten ein. Auf den Schreibtischen in den Büros von Kirchengemeinden und Kirchenkreis-Verwaltung sind sie Botschafter für das Kirchenschiff. Die Kleinen in den Kindertagesstätten haben nicht nur Freude am Falten, sondern testen auch gleich die Wassertauglichkeit. Auch auf der Kirchenmeile laden die Bastelbögen ein, sich ein kleines Faltschiff als Erinnerung mitzunehmen.

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