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Ein Jahrhundert Deichbau auf Hallig Hooge: Küstenschutz auch in Zukunft unerlässlich

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erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hooge | Den Rückblick auf "Ein Jahrhundert Deichbau auf der Hallig Hooge" nutzen Einheimische und ihre Gäste jetzt zu einer Jubiläumsfeier mit Informationen über die schwere Arbeit der Wasserbauer in früheren Zeiten.

"Die harte Handarbeit für die Sicherheit der Menschen auf der Hallig war unerlässlich", so Kreispräsident Albert Pahl in seinem Grußwort. "Küstenschutz hat oberste Priorität und dient damit dem Erhalt unserer Kulturlandschaft", betonte er bei seinem letzten Besuch auf einer Hallig in seiner "Dienstzeit".

Ministerialrat Volker Petersen, Referatsleiter Küstenschutz und Häfen beim Landwirtschaftsministerium, unterstrich die Bedeutung der Halligen als Wellenbrecher für das Festland. Damit wären sie ein wesentlicher Faktor für Schutzmaßnahmen. In diesem Jahr stellt das Land 67 Millionen Euro für den Küstenschutz im Land bereit. Eigens für das Jubiläum hatten die Organisatoren eine Festschrift heraus gebracht. Unter der Federführung von Dr. Hans-Joachim Kühn hatten Siegfried Baudewig und Ilona Hinz so manche Ereignisse der letzten hundert Jahre zusammen gefasst. "Konkrete Planungen zum Halligschutz sind hier erst seit dem Jahr 1900 nachweisbar. Zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Halligleute aus eigener Kraft nicht mehr gegen den Untergang ihrer Heimat schützen konnten", berichtete Kühn. In seinem Vortrag machte er den langen und beschwerlichen Weg vom mittelalterlichen Deichbau über die Befestigung der Hallig bis zur Arbeit der heutigen Wasserbauer auf Hooge deutlich. Die frühe Einsicht, dass die durch Kantenbruch ständig kleiner werdenden Halligen in absehbarer Zeit ganz verschwänden und die Nordsee dann ungebremst auf die Festlandsküste prallen würde, sei der eigentlichen Anstoß gewesen, die Sicherung durch Uferschutzbauten in Angriff zu nehmen. Wort und Gestenreich, ausgerüstet mit einem "Rüffel" (Holzspaten aus früherer Zeit), erzählte der heute 86-jährige Siegfried Baudewig über seine Arbeit als Wasserbauer und die Strapazen, die es dabei zu bewältigen galt. "Wenn auch vieles erreicht ist, bleibt doch der dringende Appell, die Küstenschutzbauwerke und Warften weiterhin den sich ändernden Umweltbedingungen anzupassen. "Die Nordsee schläft nicht, sie wartet nur", mahnte Kühn.

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