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Neues Zuhause : Ein herzöglicher Platz für besondere Puppen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Poppenspäler-Museum „residiert“ von nun an im Schloss vor Husum. Es war der dritte Umzug des Vereins. Bei der Eröffnung schworen deshalb die Vorstandsfrauen: „Wir ziehen nirgendwo mehr hin. Wir bleiben hier.“

Das Ende des 30. Internationalen Figurentheater-Festivals in Husum steht zugleich für einen Neuanfang. Nachdem es, wie Nordfrieslands stellvertretende Kreispräsidentin Margarete Ehler es nannte, „einen Winter ohne Heizung im Parkcafé der Irene-Thordsen-Kongresshalle überstanden hat“ – Zwischenruf der Poppenspäler: „Es waren zwei“ – soll das Figurentheater-Museum nun endlich warm und trocken, aber vor allem langfristig untergebracht werden: im Schloss vor Husum. Solche Kontinuität wünscht sich auch Husums Bürgervorsteher Peter Empen, der zur offiziellen Eröffnung neben den Grüßen der Stadt die unvermeidliche und diesmal besonders kunstvolle Pole-Poppenspäler-Torte mitgebracht hatte.

„Zehn Jahre Neustadt, zehn Jahre Kongresshalle, – man fragt sich ja, wo ziehen Sie in zehn Jahren hin?“, fragte Empen die Vorstandsfrauen scherzhaft und bekam auch gleich die Antwort: „Wir ziehen nirgendwo mehr hin. Wir bleiben hier!“ Das war es, was der Bürgervorsteher über „die neue Attraktion für Husum“ hören wollte. Immerhin geht es um mehr als ein Museum und eine Ausstellung. Dies machte Puppenspieler Markus Dorner deutlich, indem er die Zukunft des Museums an der Vergangenheit des Puppenspiels in Deutschland spiegelte. Die reiche zwar bis ins Mittelalter zurück, doch da Puppenspieler wie Possenreißer und Affen-Dresseure den Gauklern zugerechnet wurden und ihrer Profession allenfalls mit Genehmigung nachgehen durften, „sind sie nur als Verwaltungsvorgang erhalten geblieben“. Andere Spuren seien verschwischt: „Es gibt keine Puppen, Stücke und Bühnendekors aus dieser Zeit“, berichtete der Puppenspieler.

Dafür dürfe mit Fug und Recht davon ausgegangen werden, dass die frühen Vertreter seiner Zunft Vorboten des Volkstheaters gewesen seien. „Denken Sie nur an Hans Wurst, aus dem später Kasper wurde“, sagte Dorner und verwies auf Luther, der „diese ersten Serienhelden der Unterhaltungsbranche“ mit den Worten: „Sie schauen dem Volk aufs Maul“ beschrieben habe. Als Eröffnungsgeschenk hatte Dorner die Figuren seiner „Anatevka“-Inszenierung mitgebracht – allen voran den Bürgermeister. Ein Grund mehr für Gila Terheggen, dem Neustädter zu danken. „Das halbe Museum besteht ja aus Deinen Leihgaben“, sagte sie als eine der beiden Mütter des Figurentheater-Festivals.

Das Museum wird fortan sieben Schwerpunkte haben, erläuterte Terheggen: Märchen, Storm und die Pole-Poppenspäler-Novelle, „Rund um den Kasper“, Musiktheater, Puppenspieler aus aller Welt und die Werkstatt eines Puppenspielers. Aber am wichtigsten sei, dass Besucher nicht nur Puppen und Bühnen anschauen, sondern selbst aktiv werden könnten. „Wir wollen ein lebendiges Museum“, betonte Terheggen.

Margarete Ehler und Peter Empen standen Spalier, als sie dann ein rotes Band zerschnitt und das Museum so an neuer Stelle seiner alten Bestimmung übergab. Im Schloss vor Husum wird das Poppenspäler-Museum werktags außer montags, von 11 bis 17 Uhr, geöffnet sein. „Wir sind sehr glücklich in diesen neuen Räumen“, fasste Terheggen die 20-jährige Geschichte der Einrichtung zusammen.

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