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Neue Galerie in Husum : Ein Herz für die gegenständliche Malerei

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ocke Peters startet in Husum neu durch – am Sonntag eröffnet er seine Galerie mit 60 Gemälden von sechs Norddeutschen Realisten. Und hat mit Ex-Ministerpräsident Björn Engholm einen ganz besonderen Festredner auf der Vernissage.

„Irgendwann werde ich ja mal aufhören“, sagt Ocke Peters – und setzt nachdenklich „müssen“ dazu. Doch dieses „irgendwann“ liegt für den energiegeladenen 75-Jährigen, so scheint’s, noch in weiter Ferne. Denn gerade startet er neu durch: mit der Galerie Peters im Treibweg 41. Hier wird am Sonntag, 27. April, um 11.30 Uhr die erste Ausstellung in den neuen Räumen eröffnet – mit 60 Gemälden von sechs Norddeutschen Realisten. Die Schau ist bis zum 1. Juni zu sehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Peters auf die Zugkraft dieser Künstlergemeinschaft setzt: Bereits 2003, als er über seinem Antiquitätengeschäft in Hattstedt eine Galerie eröffnete, waren es vier Norddeutsche Realisten, die die Besucher lockten. Und auch damals kam hoher Besuch, eröffnete doch keine Geringere als Ute Erdsieck-Rave – bis 2009 Bildungsministerin in Kiel – die Ausstellung. Diesmal hat sich Ex-Ministerpräsident Björn Engholm angesagt. „Wir sind schon lange befreundet“, erzählt Peters. „Kennengelernt haben wir uns, als er als junger Politiker nach Kiel kam und ich als Redakteur bei der Deutschen Presse-Agentur war.“ Berufsbedingt hatten beide immer wieder miteinander zu tun und entdeckten ihre gemeinsame Leidenschaft für die Kunst.

Vor 25 Jahren habe ihm Engholm mal gesagt: „Da in Gelting, da malt einer, den müsstest du dir merken.“ Er habe die Sache leider zunächst nicht weiter verfolgt. Und dann war es zu spät: Denn Engholm hatte von Klaus Fußmann gesprochen – damals noch ein junger, aufstrebender Künstler, heute ein bedeutender zeitgenössischer Maler und Grafiker, der von 1974 bis 2005 als Professor an der Berliner Hochschule der Künste auch einige der späteren Norddeutschen Realisten zu seinen Meisterschülern zählte.

Dass Peters jetzt, so viele Jahre später, seine erste Ausstellung am Treibweg auch mit einem Dutzend Werke von Fußmann bestücken kann, freut den rührigen Galeristen, der gern bei Auktionen mitbietet. Und dabei ein untrügliches Gespür für Kunst beweist, das er von seinem Vater geerbt hat. So entdeckte Ocke Peters schon in jungen Jahren seine Leidenschaft für Antiquitäten, bald ergänzt durch das Interesse für alte Maler. Inzwischen besitzt er mehr als 70 Werke von Heinrich Petersen-Kiel (1881-1955), die seine heimischen Wände über der Galerie am Treibweg schmücken. „Irgendwann werde ich die auch mal ausstellen.“

Zunächst aber sind die Werke der Realisten dran. Aktuelle Kunst, mit der der Galerist, für den das Geschäft mit Antiquitäten und die Restauration alter Möbel wichtige Standbeine bleiben, auch ein junges Publikum erreichen will. Dabei bleiben in Zukunft aber auch abstrakte Gemälde wie die des Dithmarschers Markus Sievers nicht ausgeklammert. Ihm hatte er bereits vor drei Jahren ein Forum in seiner Hattstedter Galerie gegeben. „Mein Herz aber gehört der alten Kunst“, gibt Peters unumwunden zu. Und der gegenständlichen Malerei. Mit dieser ist sein Archiv denn auch reich bestückt: Etliche hundert Werke sind dort gelagert. Genug Potenzial für zukünftige Ausstellungen, die er gern unter ein Motto stellt. „Die aktuelle Ausstellung könnte man ,Sylt, Sand & Sonne‘ betiteln“, grübelt er, verwirft den Gedanken aber gleich wieder: „Zu abgedroschen.“ Egal. Sylt spielt jedenfalls thematisch eine große Rolle bei den Werken der „Sechs“ (Till Warwas, Brigitta Borchert, Frank Suplie, Andre Krigar, Hans-Jachim Billib und Tobias Duwe), die ab Sonntag zu sehen sind. Und auch die Arbeiten von Fußmann zeigen Szenen aus Schleswig-Holstein. Den Künstlern aus dem Norden und der Landschaft Nordfrieslands fühlt sich Ocke Peters eng verbunden. „Solange ich noch Bilder und Möbel schleppen kann und es mir Spaß bringt, mache ich halt weiter“, sagt der Galerist lächelnd. Und das „irgendwann aufhören“ rückt in ganz weite Ferne.



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