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Primarhaus Bordelum : Ein Haus für alle Generationen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Aktiv-Region Nordfriesland Nord fördert die Machbarkeitsstudie für das in Bordelum geplante Primarhaus. Im Januar wird entschieden, ob es sich um ein Leitprojekt handelt und auch der Bau gefördert werden kann.

Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Mit diesem afrikanischen Sprichwort leiten die Schulfreunde Bordelum das Konzept ihres geplanten und mittlerweile Primarhaus genannten Mehrgenerationenprojektes ein. Ihre Idee ist es, auf dem Hof der Grundschule ein Gebäude zu errichten, das nicht nur Kindergarten und Schule – sondern alle Generationen miteinander verbindet: Von den Kindern der Krippe über die Schule und den Jugendtreff, Vereine, Verbände und Kirche bis hin zu den Alltagshilfen. Jung und Alt sollen zusammen essen können, Feste sollen gemeinsam organisiert werden und die Dorfgemeinschaft gestärkt werden. „Wir brauchen den Zusammenhalt“, sagt Bürgermeister Peter Reinhold Petersen.

Noch gibt es zu dem Thema zwar erst grobe Planungen, doch nun wurde ein weiterer Schritt in Richtung Verwirklichung getan: Die Aktiv-Region Nordfriesland Nord hat sich am Donnerstag (8. Oktober) mit Unterstützung des Schulverbandes einstimmig dafür ausgesprochen, die Machbarkeitsstudie für das Primarhaus zu fördern. Jetzt können die zahlreichen Ideen aus der Dorfgemeinschaft zusammengetragen und der Bau etwas konkreter geplant werden. Anschließend hofft die Gemeinde darauf, dass das Primarhaus von der Aktiv-Region auch noch als Leitprojekt anerkannt – und somit erneut mit benötigten Fördergeldern bedacht wird.

„Wir sind eine Gemeinde mit rund 2000 Einwohnern, die sich auf zehn Ortsteile und mehr als zwölf Kilometer länge verteilen“, sagt Bürgermeister Peter Reinhold Petersen. „Trotzdem haben wir das Glück, dass sich so vieles im Dorfzentrum bündelt.“ Der Kindergarten mit Krippe befindet sich bereits auf dem Schulhof, nebenan ist der Sportplatz, auf der gegenüberliegenden Seite der Dorfstraße befinden sich Feuerwehr und Jugendtreff und weniger Meter weiter liegt das Freibad.

Viele Bordelumer Institutionen und Vereine, insbesondere das ebenfalls angrenzenden Kurheim Norderheide, beklagen Platzmangel. „Die Kinder, die hier zur Kur sind, werden momentan schon im Mannschaftsraum des Feuerwehrhauses beschult“, sagt Petersen.

Der ursprüngliche Anstoß für das Primarhaus kam von der Kindergartenleiterin Bärbel Becker. Weil die Nachfrage an einer Verpflegung im Kindergarten immer weiter stieg, stellte sie einen Antrag auf weitere Räumlichkeiten. Hinzu kam, dass in der Vergangenheit zwei Gaststätten in der Gemeinde geschlossen und nicht wieder eröffnet wurden – eine dritte soll demnächst folgen. „Die Gastronomie steht allerdings nicht im Mittelpunkt“, sagt Petersen. Während das Dörpshus im Ortsteil Dörpum seinen Fokus auf Versammlungen legt, geht es im geplanten Primarhaus vorrangig um die Themen Bildung und Gemeinschaft. Das pädagogische Konzept soll an das der Grundschule Klixbüll „zwischen Freiheit und Lenkung“ angelehnt werden.

Die Konzentration beim Projekt liege auch weiterhin auf dem Erhalt der Grundschule. Wie berichtet, sollen Standorte mit einer Größe von weniger als 80 Schülern geschlossen oder in Außenstellen ohne eigene Schulleitung umgewandelt werden. Bordelum liegt zurzeit knapp unter der Mindestgröße für einen eigenen Standort, möchte diesen aber nach Möglichkeit halten.

„Bei uns ist diese Problem einfach wesentlich früher entstanden. Anderen Gemeinden steht es noch bevor“, prognostiziert Petersen. In Anbetracht des demographischen Wandels erhofft sich die Gemeinde, mit ihrer Idee ein Leitprojekt zu entwickeln, das in die gesamte Region hineinstrahlt und auch auf andere Kommunen übertragbar ist. Sieht das auch die Aktiv-Region so, könnte der Bau mit bis zu 75 Prozent gefördert werden. Die Entscheidung soll im Januar fallen.

 

Das komplette Konzept der Schulfreunde gibt es unter: www.gs-bordelum.de/ primarhaus-bordelum-entwurf/

 

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erstellt am 09.Okt.2015 | 14:00 Uhr

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