Bredstedt : Ein Haus der Begegnung

Freuen sich auf die Besucher: Dörte Stöber und Margret Werth mit Knut Jessen (Tondern-Stiftung).
Freuen sich auf die Besucher: Dörte Stöber und Margret Werth mit Knut Jessen (Tondern-Stiftung).

Der Tondern-Treff hat sich zu einer beliebten Anlaufstelle für Menschen ab 60 Jahren entwickelt. Hier treffen sie Freunde, bekommen Unterstützung und Informationen.

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18. Januar 2018, 10:00 Uhr

Die Stimmung im Tondern-Treff ist ausgelassen. Überall stehen oder sitzen an diesem Vormittag Menschen, unterhalten sich angeregt und fröhlich miteinander. Zwischendurch klingelt immer wieder das Telefon. Ein ganz normaler Tag für Dörte Stöber und Margret Werth. Sie leiten den Tondern-Treff. Unterstützt werden sie von etwa 30 ehrenamtlichen Helfern, von Vereinen und Verbänden. Er hat sich zu dem entwickelt, wofür er von den Stiftern einst auch gedacht war: zu einem Ort der Begegnung und Beratung für Menschen ab 60 Jahren – aus Bredstedt und Umgebung.

Dörte Stöber und Margret Werth sind als Angestellte der Stadt Bredstedt. Sie bezeichnen sich als Kümmerer. Ihre Gehälter werden im Rahmen des Pilotprojektes von der Aktiv-Region bezuschusst. Werktags sind sie von 9 bis 11 Uhr im Gebäude der Elsbeth und Werner Tondern Stiftung in der Osterstraße 28 erreichbar. Die Nachmittage gehören häufig Vereinen mit ihren Angeboten. Margret Werth: „Bei Großveranstaltungen sind wir nachmittags auch mit dabei.“

„Wir möchten dazu beitragen, dass ältere Menschen lange eigenständig zu Hause wohnen können“, ist auf der Internetseite des Treffs zu lesen. Und: Man wolle für ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben im Alter Unterstützung geben, gemeinsam mit den Vereinen und Verbänden vor Ort Angebote ausbauen und bei Bedarf neue Veranstaltungen im Tondern-Treff anbieten.

Es funktioniert. „Im Jahre 2016 haben wir 5.000 Besucher gezählt, im vergangenen Jahr waren es sogar 6.300“, berichtet Dörte Stöber. Insbesondere vormittags sei das Interesse an dem offenen Treff gestiegen. Hier wird zwei Mal im Monat nach vorheriger Anmeldung gemeinsam gefrühstückt – jeweils mit 25 bis 30 Teilnehmern. „Das ist der Renner“, so Stöber. „Auf Nachfrage bieten wir nun auch im Februar ein Mal ein Frühstück für Ehepaare an.“

Doch das ist noch nicht alles. Es werden Karten gespielt und Musik gemacht. Hier gibt es Modenschauen und Kinonachmittage. Die Rentensprechstunde findet hier statt, und auch die Betreuungslotsin ist hier anzutreffen. Zudem besteht eine Kooperation mit der Gemeinschaftsschule, wo die Senioren beispielsweise von den Jugendlichen lernen, wie man Handys benutzt. Streng wird darauf geachtet, das Kurse nicht in Konkurrenz mit denen anderer Anbietern stehen.

Eine Fragebogen-Umfrage bei den Markttagen hatte Interessantes ergeben. Dörte Stöber: „Es gibt ein großes soziales Miteinander.“ Beispielsweise bilden die Besucher Fahrgemeinschaften, um an den Angeboten teilnehmen zu können. „Wir haben schon einmal überlegt, einen Kleinbus anzuschaffen, der die Interessierten von zu Hause abholt“, berichtet Knut Jessen. „Aber das wäre gar nicht so gut gewesen.“ Man wolle die Eigeninitiative nicht zerstören.

Der Tondern-Treff ist eine städtische Einrichtung. „Aber wir als die Stadt Bredstedt hätten uns das nie leisten können“, sagt Knut Jessen. „Die Stadt Bredstedt zahlt Miete, und das Geld geht an die Tondern-Stiftung, die das Erbe von Elsbeth und Werner Tondern in deren Sinne verwaltet.“

Zum Haus der Stiftung, in dem der Tondern-Treff untergebracht ist, gehören 20 seniorengerechte Wohnungen. Jessen: „Die Stifter hatten seinerzeit verfügt, dass auch alte Menschen gut und günstig wohnen sollen.“ Die Mieter der Wohnungen haben das Recht, die Räume der Tondern-Stiftung für Familienfeiern zu nutzen. „Wir hatten 94 Bewerber für die Wohnungen“, berichtet Knut Jessen. Die Namen seien alle in einen Topf gekommen und dann von der Stiftung gezogen worden. Diese besteht aus dem Stiftungsvorstand mit Knut Jessen und Marlene Ketelsen, einer ehemaligen geschäftsführenden Mitarbeiterin der Firma Tondern, sowie fünf Stiftungsrats-Mitgliedern.

Unlängst hatte der Tondern-Treff Besuch vom Wackener Bürgermeister. „Dort möchte man Ähnliches aufbauen“, berichtet Dörte Stöber, und freut sich über das Interesse: „Wir werden wahrgenommen.“

Hier einige Januar-Termine im Tondern-Treff (Osterstraße 28):

❍ Montag (22.), 14.30 Uhr: Spielenachmittag mit Kaffee und Kuchen
❍ Mittwoch (24.), 14.30 Uhr: Skat und Doppelkopf spielen
❍ Donnerstag (25.), 9.30 bis 11 Uhr: Frühstück in Gemeinschaft für Alleinstehende, angeboten vom Tondern-Treff und dem Sozialverband Bredstedt
❍ Dienstag (30.), 14.30 Uhr: Selbstbehauptung und Gewaltprävention für Ältere, angeboten vom Weissen Ring, dem Bredstedter Seniorenbeirat und dem Tondern-Treff, unterstützt von der Schule für Kampfkunst Niebüll; Anmeldung unter Telefon 04671/9432696, Es gibt Kaffee und Kuchen, die Teilnahme ist kostenlos.
❍ Mittwoch (31.), 15 Uhr: Singen mit Akkordeonbegleitung, angeboten von Ingeborg Thurau

Info unter 04671/9432696 oder www.tonderntreff.de





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