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Vogelglück in Ostenfeld : Ein Happy End im Taubenschlag

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit tierischer Hilfe ist Janin Freiberg aus Ostenfeld die Aufzucht von zwei kleinen Wildtauben gelungen. Sie schob die Findelkinder ihren Rassevögeln Frieda und Clara unter.

Es waren einmal zwei edle Rassetauben. Sie verliebten sich ineinander und bemühten sich eifrig um Nachwuchs, doch das wollte einfach nicht klappen. Vermutlich lag es daran, dass Frieda (das Männchen) durch einen Nervenschaden eingeschränkt und möglicherweise auch zeugungsunfähig war, dennoch versuchten es die beiden Turteltauben immer wieder.

Ihre Besitzerin, Janin Freiberg aus Ostenfeld, hatte schon richtig Mitleid mit den beiden, die so gerne eine Familie gründen wollten. Doch eines Abends konnte die Tierfreundin ihnen helfen. Jemand hatte Janin Freiberg zwei kleine Wildtaubenküken gebracht. „Es ist einen Versuch wert“, dachte sie sich und setzte die zerzausten Winzlinge, die ganz fürchterlich froren und vor Hunger zitterten, in das schon gemachte Nest. Clara und Frieda konnten gar nicht anders, als sich sofort liebevoll um die Kleinen zu kümmern. Sie wärmten und fütterten die Küken, als seien es ihre eigenen, und tatsächlich überstanden sie die Nacht. Seitdem ist die Adoptivfamilie unzertrennlich.

Janin Freiberg hat ein Händchen für Tauben. Denn das Drama, das nun ein Happy End gefunden hat, begann schon in Friedas Kükenzeit. Als gesunde Taube geschlüpft, meinte es das Leben anfangs nicht gut mit Frieda, denn ein anderes Taubenpaar jagte die Eltern vom Nest und setzte dem Küken ordentlich zu. Janin Freiberg kümmerte sich um das schwer verletzte Tier: „Ich habe Frieda per Hand aufgezogen. Wir waren regelmäßig beim Tierarzt, und er wurde gesund und sehr zahm“, erzählt sie. Später sollte sich allerdings herausstellen, dass Frieda körperlich eingeschränkt bleiben würde: Er kann nicht fliegen, und sein Gleichgewicht hat er auch nicht perfekt im Griff. Man sieht es, denn er schwankt beim Laufen.

Irgendwann wendete sich das Blatt zum Guten, denn Frieda fand eine treue Gefährtin: Clara hatte ihn sich als Partner ausgeguckt. „Als ich umziehen musste, habe ich beide Tiere mitgenommen und ihnen das neue Quartier so eingerichtet, dass sie trotz seiner Behinderung bequem überall hinkommen konnten“, erklärt Janin Freiberg. Fast zwei Jahre lang hat das Pärchen dann wie verrückt gebrütet, doch leider waren die Eier nie befruchtet. „Es war traurig zu sehen, wie eifrig unsere Turteltauben Nester bauten, mal hier, mal da – aber es klappte einfach nicht.“

Dann kam der 29. Juli. Spät am Abend ploppte dem Handy von Janin Freibergs zwölfjähriger Tochter Eileen eine beunruhigende Nachricht auf: Bei Bekannten waren zwei Wildtauben mit dem Nest vom Baum gefallen. Sie und ihre Mutter hätten doch Erfahrung mit dem Aufziehen von Taubenbabys – ob sie nicht schnell mal vorbeikommen könnten? „Da wir dank Frieda wussten, wie man Jungtiere aufpäppelt, haben wir die Kleinen sofort zu uns geholt. Und weil sie schon sehr ausgekühlt waren, entschieden wir uns spontan, die Küken zu Clara zu setzen“, sagt die Ostenfelderin. Danach blieb ihnen nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass sie die Nacht überstehen und von Frieda und Clara angenommen werden.

Das Wunder geschah. Am nächsten Morgen war aus dem Nest ein leises Piepen zu hören. Die Küken hatten die Nacht überlebt. Und als sie die Beiden am nächsten Morgen vorsichtig abtastete, um zu sehen, ob sie von ihren Adoptiveltern auch Nahrung bekommen hatten, konnte Janin Freiberg aufatmen: „Unsere Sorge war völlig unnötig. Die Kleinen waren so prall, dass wir sicher sein konnten: Das hat geklappt.“

Mutter und Tochter sind stolz darauf, dass dieses Experiment so gut ausgegangen ist. Sobald sie flügge sind, sollen die Adoptivkinder ausgewildert werden. Einen Namen haben sie noch nicht, weil bisher keiner weiß, ob Männchen oder Weibchen. Nicht, dass es das gleiche Malheur gibt, wie bei der viel zu frühen Namenswahl für Frieda, die seitdem immer wieder die Frage aufwirft, warum so ein kräftiger Kerl Frieda heißt...

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