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Besichtigung am Naturtag : Ein grünes Paradies in Joldelund

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Ehepaar Franke hat mit viel Geduld aus einer Weide in Joldelund ein Refugium zum Wohlfühlen geschaffen. Beim Amts-Natur- und Kulturtag und beim Offenen Garten kann es besichtigt werden.

Dem Gast bleibt erst einmal der Mund vor Erstaunen offen stehen. Das, was sich Petra (65) und Dieter (71) Franke im Lauf der Jahre in Joldelund geschaffen haben, kann man mit Fug und Recht als kleines Paradies bezeichnen. Ein großzügiges, offenes und lichtdurchflutetes Haus öffnet sich nach Süden zu einem Garten, der eigentlich mehr ein Park ist – ein Park mit Gartenelementen.

Als das Ehepaar das Grundstück vor knapp vier Jahrzehnten erstand, war da nichts als Weide. Mit viel Eigenleistung entstand zunächst das Wohnhaus und dann peu à peu der Garten. Das Gelände umfasst insgesamt 1,3 Hektar – 8000 Quadratmeter Garten, den sich die Frankes Stück für Stück erobert haben, und im hinteren Bereich ein 5000 Quadratmeter großer Wald. Der stand da jedenfalls noch bis bis zum Herbst. Dann kam der erste Orkan und warf Bäume wie Streichhölzer von links nach rechts. Danach kam der zweite Orkan, und der ließ die noch übrigen Stämme von rechts nach links purzeln – wie beim Mikado-Spiel. Ein Bild des Jammers. Aber Frankes haben im Lauf der Zeit gelernt, mit Misserfolgen auf ihrer Scholle zu leben.

„Die Rosen werden sich freuen“, sieht Dieter Franke das Positive an der Situation. Denn die Königinnen der Blumen hatten dort, im hinteren Gartenbereich, durch den Schattenwurf der hohen Bäume nicht den allerbesten Standort. Jetzt können sie ihre Zweige der Sonne entgegenstrecken. „Aber die Farne werden maulen“, sieht der Hausherr voraus. Und auch das Moorbeet werde wohl mit den veränderten Bedingungen nicht gut zurechtkommen, prophezeit er. Man wird sehen... An diesem herrlichen Tag jedenfalls ist kein Raum für Sorgen. „Ein göttlicher Morgen“, schwärmt die Hausherrin, „fast nicht normal.“ In der Regel meidet sie die Sonne, aber jetzt führt sie die Besucherin von Beet zu Beet, stellt die Stauden, Gehölze und Blumen vor. Weil das Land sehr trocken ist, gedeihen längst nicht alle Pflanzen. Da helfe nur die richtige Auswahl und immer wieder den Boden verbessern. „Wir haben viel Lehrgeld gezahlt“, räumt sie ein.

Besonders stolz sind Frankes darauf, dass es ihnen gelungen ist, die seltene Bodendecker-Form des Hartriegels anzusiedeln. „Dafür haben wir 20 Jahre gebraucht.“ Wenn der Cornus canadensis blüht, sind sie glücklich: „Wir finden die herrlichen, weißen Blüten mit der dunklen Mitte einfach zauberhaft.“ Bisher haben sie die Pflanze in noch keinem anderen nordfriesischen Garten gesehen.

„Bei uns hat mein Mann den grünen Daumen“, spielt Petra Franke ihrer besseren Hälfte immer wieder den Gesprächsball zu, „ich bin eher für den Kräutergarten zuständig.“ – „Und für die Kommandos“ ergänzt dieser schelmisch lächelnd. Schon als 15-Jähriger war bei Dieter Franke die Liebe zu Pflanzen so ausgeprägt, dass er in seiner Freizeit bei einem Gärtner half. Erlernt hat er aber den Beruf des Holzbildhauers, ebenso wie seine Frau. Das Staatsexamen machte er in Flensburg. Deshalb zog das junge Paar vor 45 Jahren aus Süddeutschland in die Fördestadt. In den 1970-er Jahren, als Schrebergärten völlig out waren, zogen sich die Frankes ihr Gemüse und ihre Kräuter auf einer Parzelle. „Wir hatten nur zwei Fahrräder, kein Auto“, erzählen sie. Gemeinsam mit dem Söhnchen ging’s dann ins Grüne – „eine herrliche Zeit“, blickt Dieter Franke zurück. Entgegen den Unkenrufen seiner Hobby-Gärtner-Kollegen setzte er Tomaten. Und erntete in einem Sommer 90 Pfund. „Die ersten drei Jahre im Norden waren wie in bella Italia“, strahlt Petra Franke. Aber dann folgten zehn nordisch-kühle Sommer. Trotzdem ist die Familie geblieben, die Eltern wechselten lediglich aus finanziellen Gründen den Beruf. Sie führten bis vor wenigen Jahren ein Geschäft im Husumer Schlossgang. Seitdem beide Renter sind, ist das grüne Paradies vor ihrer Haustür nun voll und ganz ihre Welt. Die Frankes beteiligen sich beim Amts-Kultur-Natur-Tag am 10. Mai (8 bis 17 Uhr) und beim „Offenen Garten“ am 21. und 22. Juni (jeweils 10 bis 18 Uhr). Dann kann ihr Refugium an der Professor-Iwersen-Straße 18 besichtigt werden.

 

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erstellt am 04.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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