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Hilfe im Advent : Ein großes Herz für kleine Katzen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bianca Tedsen aus Oldenswort hat vor drei Jahren den Verein Stubentiger gegründet und kümmert sich um vernachlässigte Samtpfoten. Derzeit warten sechs Kätzchen bei ihr auf ein neues Zuhause.

Der Advent ist die Zeit, zu der sich die Christen in aller Welt auf die Ankunft des Herrn – Adventus Domini – vorbereiten. Allgemein gelten diese Wochen als Tage des Friedens, der Liebe und der Hilfe. Daher widmen wir an jedem Adventssonnabend einer Hilfsaktion in unserer Region einen Artikel. Im ersten Teil unserer Serie „Hilfe im Advent“ stellen wir den Verein Stubentiger aus Oldenswort vor.

Fast 130 Katzen mit ganz unterschiedlichen Problemen hat Bianca Tedsen in diesem Jahr auf ihrem Hof etwas außerhalb von Oldenswort aufgenommen. In den meisten Fällen gelang es ihr, die Tiere mit viel Geduld aufzupäppeln und somit fit zu machen für die Vermittlung in eine liebevolle Familie. Sechs kleine Stubentiger sind jetzt zum Jahresende noch übrig, für die sie gerne bis zum 15. Dezember ein neues Zuhause finden würde. Danach gilt eine konsequente Abgabesperre, um zu vermeiden, dass die Tiere unterm Weihnachtsbaum landen, denn viel zu vielen dieser gut gemeinten „Geschenke“ droht Jahr für Jahr nach Weihnachten ein trauriges Schicksal: Nachdem sie ein paar Tage lang fröhlich bespielt wurden, werden die Tiere bereits als Last empfunden. Manche werden ins Tierheim gebracht, andere brutal ausgesetzt und landen dann bei Bianca Tedsen in Oldenswort, die sich mit ihrem 2012 gegründeten Verein „Stubentiger-Eiderstedt, Hilfe für Kitten (und Katzen) in Not“ um solche und andere Notfälle kümmert. Dazu zählen auch ausgesetzte Katzenbabys und hilflose Welpen, die ihre Mutter verloren haben.

Wer solche Tiere findet, kann bei ihr auf fachkundige Hilfe hoffen: „Die ganz Kleinen ziehen wir mit der Flasche auf, bis sie das Gröbste überstanden haben“, sagt die 50-Jährige, wohl wissend, dass dies für ihr Team vor allem in den ersten zwei Wochen ein echter Vollzeitjob ist. „Die Kleinen brauchen stündlich Milch und eine Bauchmassage. Auch nachts! Aber wir machen es gerne, damit sie eine Chance aufs Leben haben“, sagt Bianca Tedsen, die schon viel Tierelend gesehen hat. Oft kommen Katzen verwildert und geschwächt von Würmern, Flöhen und anderen Parasiten zu ihr. Nicht wenige ihrer „Notfellchen“ sind einem Unfall zum Opfer gefallen oder leiden unter schweren Krankheiten. Fuß- und Beinamputationen oder der Verlust eines Auges sind keine Seltenheit, häufig sind kostspielige Behandlungen nötig. „Diesbezüglich sind wir dankbar für die tolle Versorgung durch unseren vereinsbetreuenden Tierarzt, Dr. Reinhardt Hess in Tönning“, sagt sie.

Um wenigstens einen Teil der Kosten für die vielfältige Pflege der Katzen decken zu können, sind Spenden im Verein immer gerne gesehen. Abgesehen davon steht bei den Stubentigern-Eiderstedt jetzt ein größeres Projekt an: Bisher nahm Bianca Tedsen Fundtiere immer direkt zu sich ins Haus, künftig möchte sie alle Neulinge für drei bis fünf Tage isolieren und deshalb in einem separaten Gebäude eine Quarantäne-Station einrichten. „Geldspenden würden uns bei der Realisierung helfen“, sagt sie, würde sich aber auch sehr über Anrufe von Bauunternehmern freuen, die Material spenden oder mit Man-Power helfen wollen. Konkret helfen kann auch, wer bei „Fressnapf“ in Husum und Heide oder im „Futterhaus“ Wesseln nach den „Stubentigern-Eiderstedt“ fragt: „Dort stehen jetzt Wunschbäume mit Fotos unserer Katzen. Auf der Rückseite verraten wir, was sie dringend benötigen. Die gespendeten Geschenke landen dann bei uns unterm Tannenbaum“, erklärt Bianca Tedsen, die auch auf den Amazon-Wunschzettel verweist und auf die Möglichkeit, den Verein mit Internet-Einkäufen über www.gooding.de zu unterstützen.

Von all diesen Zuwendungen profitieren würde in jedem Fall auch Leonie: Das gerade mal zehn Wochen alte Kätzchen darf ausnahmsweise bei der Familie Tedsen bleiben, nachdem es in seinem kurzen Leben schon sehr viel Leid erfahren musste. Es fing damit an, dass die Katzenmama das Kleine in dem Strandkorb zurückließ, wo sie ihren Wurf vorübergehend abgelegt hatte. „Spaziergänger haben beobachtet, dass sie die Geschwister nach und nach alle abgeholt hat, nur Leonie nicht“, erzählt Bianca Tedsen. Als klar war, dass die Mama nicht mehr kommen würde, kam das Kätzchen zu ihr und fiel dort durch ungewöhnlich ruhiges Verhalten auf. „Leonie war einfach anders, sie wurde nicht frech und neugierig wie die meisten anderen Stubentiger“, erinnert sich die Oldensworterin. Die Überlegung, Leonie in die Vermittlung zu nehmen, hat sie bald wieder verworfen, denn die Mieze hat offenbar ein Augenleiden und ist möglicherweise taub. Auch eine Hirnschädigung und eine Epilepsie können nicht ausgeschlossen werden, deshalb soll die Lütte nun dort bleiben, wo sie sich sichtlich wohl fühlt. „Aufgrund ihres freundlichen Wesens gehe ich davon aus, dass Leonie sich bald liebevoll um die Katzenwelpen kümmern wird, die in den nächsten Jahren noch zu uns kommen werden“, hofft Biana Tedsen auf ein gutes Ende.

Der Verein Stubentiger-Eiderstedt ist unter Telefon 04864/2719434 und 0152/21691727 sowie im Internet unter www.stubentiger-eiderstedt.de und auf Facebook zu erreichen. Spendenkonto: Stubentiger-Eiderstedt Husumer Volksbank IBAN: DE 31217625500003008827

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