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13 neue Wohnungen : Ein geschützter Raum im echten Leben

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Verein „Land in Sicht“ hat im Husumer Osterende ein Grundstück erworben, auf dem ein Gebäude für betreutes Wohnen entstehen soll. Insgesamt sind 13 Wohnungen vorgesehen, zehn davon mit bis zu 40 Quadratmetern.

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erstellt am 29.Jun.2015 | 16:00 Uhr

Die Nachtkrippe ist ebenso vom Tisch wie der Kauf des Hauses der Jugend in der Hermann-Tast-Straße. Dort wollte der Verein „Land in Sicht“ unter anderem ein Betreuungsangebot für Eltern in Pflegeberufen verwirklichen. Doch daraus wird nichts. Zwar stimmte das Stadtverordnetenkollegium dem Verkauf der Immobilie zu, verband ihn aber „mit Auflagen, die wir nicht erfüllen konnten“, sagt die Vorsitzende Ursula Belker. So wollte die Stadt für weitere drei Jahrzehnte bestimmen, welchem Zweck das Gebäude zugeführt wird (wir berichteten). Und eine Nachtkrippe sah dieses Belegungsrecht nicht vor. Deshalb zog „Land in Sicht“ die Reißleine und schaute sich nach etwas anderem um.

Inzwischen ist der Verein fündig geworden, auch wenn die Nachtkrippe (jedenfalls vorerst) weiter auf Eis liegt. Das gilt aber nicht für die Idee, ein Wohnprojekt für hilfsbedürftige junge Menschen ins Leben zu rufen. Und dafür wurde jetzt ein erster wichtiger Schritt getan. Menschen, die gelegentlich das Osterende herunterfahren, erkennen ihn in Form einer Baulücke. Auf den Grundstücken 107 und 107  a soll „möglichst schon in einem Jahr ein zweigeschossiger Komplex mit zehn Wohnungen bis zu 40 Quadratmetern sowie drei 80 Quadratmeter großen Wohnungen entstehen.

Dienen soll der Neubau – ganz gemäß dem Vereinszweck von „Land in Sicht“ – der ambulanten Eingliederungshilfe. Doch sei er grundsätzlich für jeden offen, erläuterte Belker. Eine „repräsentative Durchmischung“ der Hausgemeinschaft ist sogar ausdrücklich erwünscht, so die Vorsitzende. Auch eine 24-Stunden-Rundumbetreuung sei angedacht, „und natürlich überlegen wir, hier auch Familien mit Kindern zu betreuen.“ Den Bau des neuen Gebäudes, das auch von der Woldsenstraße aus angefahren werden kann, will „Land in Sicht“ über Mieten und Nebenkosten finanzieren.

Gut vorstellen kann sich der Verein, dass hier künftig auch junge Leute wohnen, die von Inseln kommen und in Husum zur Berufsschule gehen. Damit sei eine gewisse Dynamik garantiert, und das werde sich sicher auch positiv auf die anderen Bewohner auswirken. „Es ist uns wichtig, dass hilfsbedürftige junge Menschen nicht nur in einem geschützten Raum leben, sondern auch im echten Leben“, sagt Belker.

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