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Mehr Gerechtigkeit bei der Bezahlung : Ein Geschlecht arbeitet für weniger

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Frauen bekommen bei gleicher Arbeit nicht den gleichen Lohn. Am „Equal Pay Day“ geht es auch in Nordfriesland um diese Ungerechtigkeit.

von
erstellt am 15.Mär.2015 | 15:00 Uhr

Sich gegen etwas zu wehren, was nicht sichtbar ist, kann nicht funktionieren. Deshalb ist Transparenz gefordert, um Ungerechtigkeiten bei der Entlohnung von Frauen und Männern erfolgreich zu verhindern. Denn diese Diskriminierung ist trotz der im Grundgesetz festgeschriebenen Gleichbehandlung der Geschlechter immer noch Realität in Deutschland. Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig arbeitet deshalb an einem Entgeltgleichheitsgesetz – also an der Transparenz. Danach soll es erlaubt sein, sich über das Durchschnittsgehalt von Kollegen zu informieren. Beifall für diesen Vorstoß bekommt die Ministerin aus Nordfriesland: von der Kreis-Gleichstellungsbeauftragten Simone Ehler und ihrer Husumer Kollegin Britta Rudolph.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung nennen Ehler und Rudolph Zahlen, die die missliche Situation untermauern. So verdienen laut Statistischem Bundesamt Frauen im Schnitt etwa 22 Prozent weniger als ihre Kollegen. Mit Teilzeitarbeit und seltener gut dotierten Chefposten – ganz zu schweigen von hoch bezahlten Managerjobs – lassen sich zwei Drittel davon begründen. „Wird dies alles herausgerechnet, erhalten Frauen durchschnittlich sieben Prozent weniger als Männer für die gleiche Arbeit“, verdeutlicht Britta Rudolph. Sie weiß, dass auch Tarifverträge nicht ohne „Diskriminierungspotenzial“ sind. So ist es für sie „unredlich“, dass eine Pflegekraft weniger verdient als beispielsweise ein Mechatroniker. Und dass soziale Berufe, in denen mehr Frauen zu finden sind, geringer bezahlt werden als klassische Männerjobs, kann die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Husum schwer nachvollziehen. Aber: „In unserer Gesellschaft ist es so ausgehandelt worden.“

Am 20. März, dem „Equal Pay Day“, laden Simone Ehler und Britta Rudolph deshalb zu einer Veranstaltung unter dem provozierenden Titel „Sorge für Dich, bevor es kein anderer tut“ in den Rittersaal des Schlosses vor Husum ein. Der „Equal Pay Day“ – initiiert vom Verein „ Business and Professional Women (BPW) Germany – ist der Tag, bis zu dem Frauen aufgrund der Lohnlücke von 22 Prozent umsonst arbeiten. Bei den Männern stimmt das Gehalt bereits am 1. Januar.

Von 17 bis 20 Uhr geht es dann an diesem besonderen Freitag um eine umfassende Finanzberatung für Frauen. Nach einem Vortrag bleibt genügend Zeit für Fragen, versprechen die beiden Beauftragten. Referentin ist die selbstständige Betriebswirtin Christiane Göpf. Simone Ehler lobt: „Sie informiert kompetent und humorvoll und kann komplizierte Sachverhalte verständlich erklären.“ Die Fachfrau hat für ihre Ausführungen drei Schwerpunkte ausgewählt: „Geld anlegen zwischen Rendite und Risiko“, „Endlich Rente – und dann?“ sowie „Kinder haften für ihre Eltern“ für das Thema „Pflege“.

Um Anmeldung wird bis zum 17. März bei Simone Ehler unter Telefon 04841/67341 gebeten – oder per Mail an frauke.petersen@nordfriesland.de.

 

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