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Husumer Nachrichten

19. Oktober 2017 | 09:49 Uhr

Breklum : Ein Forum für Pétanque-Spieler

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Westküsten-Initiative „Der Norden lebt“ bietet allen Boule-Begeisterten in Schleswig-Holstein ein Portal. Insgesamt gibt es 250 öffentliche Plätze im Land.

Seit knapp drei Jahren gibt es im Internet ein Portal, auf dem ganz genau nachzulesen ist, wann und wo man in Schleswig-Holstein Boule spielen kann. Mehr als 80 Vereine, Sparten, Clubs und Spielgemeinschaften zeigen unter www.boule-in-schleswig-holstein.de ihre Plätze, informieren über ihre Turniere, Termine und Veranstaltungen und laden herzlich dazu ein, sich den Spielern anzuschließen. Dass es dieses kostenfrei nutzbare Portal gibt, ist Inga und Manfred Habenicht von den Geest-Boulern in Breklum zu verdanken. Sie pflegen es mit Hingabe und großem Erfolg: Mehr als 500 Klicks pro Tag sind ein klares Indiz für die rege Nutzung der Seiten.

„Die Idee dazu kam uns im Mai 2014. Damals sprach mich Kai Clausen von den Viöler Boule-Terriern an. Er wusste, dass ich schon lange handschriftlich eine Liste mit allen mir bekannten Boule-Plätzen führte. Denn meine Frau und ich haben großen Spaß daran, unsere Fahrradtouren so zu legen, dass wir irgendwo unterwegs Boule spielen und natürlich auch Gleichgesinnte treffen können“, erzählt Manfred Habenicht. Diese private Datensammlung sollte erweitert und im Internet allen Interessierten zugänglich gemacht werden – so die Idee.

Um dieses ambitionierte Vorhaben umsetzen zu können, suchten die Nordfriesen weitere Mitstreiter und fanden sie in Dithmarschen – bei den Boule-Dozern in Burg, den Nordsee-Boulern in Büsum und den Neben-Boulern in Brunsbüttel. Gemeinsam setzte man sich an einen Tisch und formulierte das Ziel: „Wir wollen Boule spielen, Freizeitturniere ausrichten, Spaß haben und am Ende des Tages bei allen Boulisten fröhliche Gesichter sehen.“ Auf dem unter dem Motto „Der Norden lebt!“ angestrebten Internetportal sollten sämtliche Boule-Gruppierungen im Land die Möglichkeit bekommen, sich zu präsentieren, gegenseitig zu Turnieren einzuladen und die Ergebnisse tagesaktuell bekanntzugeben. Und das hat erstaunlich gut geklappt, denn drei Jahre nach dem Start zieht Manfred Habenicht ein durchweg positives Resümee: „Wir sind mit fünf Vereinen gestartet – jetzt sind es mehr als 80 und wir sind zuversichtlich, die restlichen auch noch zu erfassen.“ Um die 100 Gruppierungen dürften es insgesamt in Schleswig-Holstein geben.

Dass es hierzulande mehr als 250 öffentliche Boule-Plätze gibt, hat die Breklumer selbst am meisten überrascht. „Die alle zu beschreiben und nach Möglichkeit auch zu fotografieren war eine Menge Arbeit“, sagt Inga Habenicht. Das dafür eingeplante Budget ist längst aufgebraucht, doch das Ehepaar macht mit Begeisterung weiter, zumal es längst mehr als ein reines Informationsportal für Einheimische und Urlauber ist. So richtet die Initiative künftig jedes Jahr ein eigenes Boule-Turnier aus, zu dem alle registrierten Mitglieder eingeladen sind. Das erste fand 2016 in Burg/Dithmarschen statt, das zweite vor kurzem in Viöl (wir berichteten), 2018/19 sind die „Der Norden lebt!“-Turniere in Büsum und in Lockstedt/Kreis Steinburg geplant.

Dabei ist Boule eigentlich nicht so ganz das richtige Wort für den Sport, sondern eher der Überbegriff für eine Reihe von Kugelspielen französischen Ursprungs. „Wir spielen Pétanque, umgangssprachlich ist es aber beim Wort Boule geblieben“, erzählt Habenicht und präsentiert stolz seine Spiel-Utensilien. Klarer Blickfang in der Kiste sind die drei Metallkugeln, deren Größe und Gewicht jeder Spieler für sich selbst bestimmt – es handelt sich also immer um Unikate. In der Regel sind die Kugeln 650 bis 800 Gramm schwer, bei einem Durchmesser von 70,5 bis 80 Millimetern.

Für den Laien sieht alles ganz einfach aus, tatsächlich aber ist es ein körperlich und mental anstrengender Sport. Gespielt wird das ganze Jahr über, bei Wind und Wetter – in Breklum tun sie es an 119 Tagen im Jahr, wobei jede Partie bis zu zwei Stunden dauern kann. Über einen entsprechend langen Zeitraum ziehen sich dann auch die Turniere hin. „Unter Umständen dauern sie mehr als zehn Stunden“, weiß Manfred Habenicht.

Dass auf den Plätzen vornehmlich ältere Boule-Spieler zu sehen sind, würde er gerne ändern, denn für ihn ist Boule ein Sport, der – aufgrund hoher Sieg- und Aufstiegschancen auf nationaler und internationaler Ebene – gerade für Jugendliche und junge Erwachsene spannend ist. „Deshalb geben wir uns auch mit der Nachwuchsarbeit sehr viel Mühe“, sagt er und lädt alle Interessierten dazu ein, am 12. August nach Breklum zu kommen. An diesem Tag findet auf dem Boulodrome am Sönnebüller Weg ein großes Turnier mit 17 Vereinen und 78 Spielern aus ganz Schleswig-Holstein statt. Zuschauer sind willkommen. Siegerehrung ist gegen 17 Uhr.

Öffentliche Boule-Plätze in Nordfriesland: Bohmstedt, Bredstedt, Friedrichstadt, Hattstedt, Husum, Löwenstedt, Mildstedt, Olderup, Schwesing, St. Peter-Ording, Tetenbüll, Tönning; Südtondern: Leck, Humptrup, Niebül; Inseln: Föhr (Borgsum, Wyk) und Sylt (Kampen, Wenningstedt-Braderup).
Mitglieder der Initiative: Geest-Bouler Breklum, Boule-Terrier Viöl, Boulesparte TSV Drelsdorf, Schlosspark-Bouler Husum, de Straat-Bouler Hattstedt, Löwen-Bouler SV Blau-Weiß Löwenstedt, Bouleclub Südtondern von zwanzigzehn, Sylter Bouletten.


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