Glückstag für Golfer : Ein einzigartiger Treffer

Uli Wollert und sein Sohn Moritz staunen über den gelungenen Schlag.
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Uli Wollert und sein Sohn Moritz staunen über den gelungenen Schlag.

Uli Wollert aus Tating gelingt, wovon viele Golfer, Hobbysportler wie Profis, ihr Leben lang träumen. Ein Schlag, und der Ball fliegt 100 Meter weit und rollt ins Loch – das erste Mal in der Geschichte des Golfclubs.

shz.de von
20. Juni 2014, 12:45 Uhr

Nichts deutet an diesem frühen Abend darauf hin, dass etwas Außergewöhnliches passieren würde. Der Dreier-Flight von Uli Wollert nimmt gerade am After-work Turnier des Golfclubs Deichgrafenhof in Tating teil. Die drei Spieler wandern langsam in Richtung der Bahn sieben. Uli Wollert sucht sich wie gewohnt in aller Ruhe den Schläger für den Abschlag heraus und positioniert sich sorgfältig. Ein Blick in die Ferne zur Fahne soll ihm helfen, Richtung und Schlagstärke einzuschätzen. Er holt aus und schwingt zurück, trifft den Ball optimal, lässt ihn in die Höhe schnellen, der Ball fliegt über die Bahn und landet auf dem Grün, wenige Meter trennen ihn noch von seinem Ziel. Der Ball hat immer noch Fahrt und rollt weiter, immer weiter in Richtung Fahne. Eine erwartungsvolle Stille legt sich über den ohnehin ruhigen Platz. Der Ball rollt noch ein kleines Stück, wird langsamer und langsamer und schafft es schließlich exakt bis in das Loch der Bahn sieben. Das Team kommt wenige Augenblicke später zum Loch und sieht bestätigt, was alle vermuteten.

„Das war ein Hole-In-One, Du hast ihn direkt eingelocht, der Ball ist drin.“ Alle sind höchst begeistert. Tatsächlich war es Uli Wollert gelungen, mit nur einem Schlag vom Abschlag bis zur Fahne eine Strecke von ungefähr 100 Metern zu überwinden. Es sei das erste offizielle Ass (so der Fachausdruck), das in der Geschichte des Golfclubs bei einem vorgabewirksamen Turnier erzielt wurde, erklärt sein Sohn Moritz stolz. „Ich habe meinen Vater erstmal in den Arm genommen und ihm gesagt, dass er etwas ganz Besonderes geschafft hat.“ Uli Wollert wusste irgendwie, dass der Abschlag gelungen war. „Der Ball lief direkt auf das Loch zu und ich dachte, er könnte reingehen, und er tat es.“

Sein Handicap liegt bei 34, und so bleibt es auch nach diesem Superschlag, schließlich zählt das Gesamtresultat. „Das kostet eine Runde für alle“, beglückwünschen ihn die anderen Golfer fröhlich. „Mein Gott, dass Dir sowas passiert.“ Das sind die ersten Gedanken des seit 2009 im Club spielenden Wollert. Er lebt mit seiner Familie in Tating, ganz in der Nähe des Platzes, auf dem er auch seine Platzreife ablegte.

So ein Voltreffer kommt wirklich nicht so häufig vor. Die Profis landen seltsamerweise die Bälle meist kurz vor der Fahne, das kommt gar nicht so selten vor. Aber viele Golfspieler, die ihr Leben lang spielen, haben nie so ein Erlebnis wie dieses Hole-In-One, weiß Wollert. Bei seinem durchschnittlichen Handicap, wie er sagt, empfindet er seinen phänomenalen Abschlag eher als Sonntagsschlag. Den kleinen, weißen Glücksball jedenfalls will er in Ehren halten, damit spielt er nicht weiter, das ist für ihn klar. „Beim Golfen hat man als Anfänger viele schlechte Schläge, das haut einen nicht um. Aber dieser Schlag haute alles um.“

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