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Erstaufnahme bezugsfertig : Ein Container-Dorf ohne Bewohner

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bis auf „unbestimmte Zeit“, so die Antwort des schleswig-holsteinischen Innenministers, wird die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Husum nicht genutzt.

Eigentlich hätten am 1. April die ersten Flüchtlinge in das Container-Dorf auf der Multifunktionsfläche am Engelsburger Weg einziehen sollen. Dort können bis zu 1000 Menschen untergebracht werden – ausgelegt ist die Einrichtung sogar für 1500. Erst vor wenigen Tagen ist noch ein mobiles Heizsystem aufgebaut worden.

Bürgermeister Uwe Schmitz erklärte auf Anfrage: „Die Flüchtlingsunterkunft ist bezugsfertig, ein Abbau steht nicht zur Diskussion.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Horst Bauer ergänzte: „Die Landesunterkunft ist zu einer Zeit geplant worden, als täglich bis zu 1000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein kamen.“ Wie sich die Flüchtlingszahlen im Frühjahr und Sommer darstellten, könne nicht gesagt werden. Auch sein Kollege von der CDU, Christian Czock, betonte, dass die Entwicklung nicht vorhersehbar gewesen sei. Dennoch ist es nach seiner Ansicht „äußerst unglücklich“, dass der Termin nach dem 1. Februar nun ein weiteres Mal verschoben worden sei.

Die Husumer Erstaufnahme muss bis zum 31. Juli 2017 wieder aufgelöst sein. Vertraglich besiegelt ist mit der Husum Messe & Congress GmbH & Co. KG, der Pächterin des stadteigenen Multifunktionsgeländes, dass am 1. August 2017 alles „besenrein“ übergeben wird, damit die „Husum Wind“ vorbereitet werden kann. Daher bezweifelt Christian Czock die Sinnhaftigkeit der „ständigen Terminverschiebung“. Aus dem Innenministerium hieß es: „Aufgrund der derzeit niedrigen Flüchtlingszahlen wird die Eröffnung der Einrichtung auf unbestimmte Zeit verschoben.“ Damit werde der Zeitplan immer enger, stellte Christian Czock fest. „Am Ende könnten nur noch wenige Monate bleiben, um überhaupt Flüchtlinge in der Husumer Erstaufnahme unterzubringen.“

Interesse, neben der Erstaufnahme in Seeth auch in der Husumer Einrichtung die Betreuung zu übernehmen, hat der Kreisverband Nordfriesland des Roten Kreuzes bekundet.

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