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Fördergeld in Aussicht : Ein Beispiel für den ländlichen Raum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Fachleute unternahmen einen Rundgang durch Mildstedt, um das Quartiersprojekt in Augenschein zu nehmen. Die Gemeinde macht sich Hoffnungen, Fördermittel für die Umsetzung der Pläne zu erhalten.

„Das ist ausgezeichnet und beispielhaft für den ländlichen Raum“, stellte Dr. Christiane Schönknecht von der Gesellschaft für Organisationsberatung in der sozialen Arbeit mbH (GOS) während des Quartiersrundgangs mit Bürgermeister Bernd Heiber und mehreren hochrangigen Teilnehmern in Mildstedt fest. Bundesweit ist die Fachfrau aus Berlin in der Beratung und Unterstützung von Quartiersprojekten tätig. Sie kam für einen Vormittag auf Einladung der Arbeiterwohlfahrt in die 4000-Einwohner-Gemeinde.

Nach dem Treffen vor der Amtsverwaltung folgte ein Rundgang durch den Ortskern. Daran nahmen auch die Quartiersmanagerin Claudia Löding aus der Stadt Lauenburg und die Leiterin der dortigen Awo-Pflege, Silvia Henning, teil. Die Chancen stehen gut, nach Lauenburg könnte Mildstedt die landesweit zweite Kommune werden, die das Quartiersprojekt umsetzen könnte. In der Elbestadt startete das Projekt im Oktober 2015 – „und es läuft gut“, wie die Managerin betonte. Dass das Mildstedter Konzept Anklang gefunden hat, bestätigte Dr. Christiane Schönknecht: „Ich bin beeindruckt. Gerade die Beteiligungsmöglichkeiten der Mildstedter Bürger durch die Bürgerdialoge, die Haushaltsbefragung sowie die großartige Kooperationsbereitschaft der Netzwerkpartner und der Gemeindeführung sind für eine ländliche Region bundesweit richtungsweisend.“

Nicht nur Susanne Eisenstein und Daniela Labrenz vom Awo Service- und Wohnzentrum Mildstedt auch der Vorsitzende Hans-Peter Henkens vom 850-Mitglieder starken Awo-Ortsverein freuten sich über dieses Lob. Bürgermeister Bernd Heiber, der die Führung bei diesem Rundgang übernommen hatte und die Gruppe mit Mildstedt vertraut machte, zeigte sich „zuversichtlich, dass der gemeinsam auf den Weg gebrachte Projektantrag auf Fördermittel bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk in der Sitzung im Mai positiv beschieden wird“. Der Gemeinde-Chef weiter: „Die Signale von der Bundesebene machen uns Mut und wir als Gemeinde unterstützen ausdrücklich die vorgelegten Überlegungen für eine weitere Quartiersentwicklung.“ Wenn die in Aussicht gestellte Förderung ab dem Sommer tatsächlich zur Verfügung steht, will die Awo richtig durchstarten: Ab Juli könnte das Quartiersmanagement systematisch aufgebaut werden. „Die Aufgabe wäre zunächst, die ermittelten Wünsche und Bedarfe der Einwohner unter dem Motto Wir im Quartier – wir in Mildstedt aufzugreifen und Unterstützungs- und Beteiligungsmöglichkeiten zu entwickeln“, beschreibt Gesa Wulff (Koordinatorin der Quartiersentwicklung bei der Awo). Die bundesweit vorhandenen Projekte, Aktionen und Aktivitäten wurden nach dem Rundgang lebhaft diskutiert. „Nicht alles passt zu Mildstedt – und einiges haben wir ja auch schon“, unterstrich Henkens. Vor Ort wies die Referentin für Alten- und Pflegepolitik – Anke Buhl – auch hierauf hin: „Damit die bisherigen Ergebnisse der vorangegangenen Bürgerdialoge und die ersten Überlegungen nicht bis zum Sommer verlorengehen, haben wir im Februar ein nächstes Netzwerktreffen mit allen Akteuren. Bereits in Planung ist darüber hinaus auch schon der darauf folgende vierte Bürgerdialog Ende April.“ Der Mildstedter Förderantrag wurde bei der zuständigen Stiftung Deutsches Hilfswerk eingereicht. Aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie werden Träger der Freien Wohlfahrtspflege beim Aufbau von Quartiersprojekten unterstützt. Die Förderung ist darauf ausgerichtet, die Besonderheiten des sozialen Nah-Raumes – das Dorf, die Gemeinde, den Stadtteil, das Quartier – zu erkunden und raumspezifische, kleinteilige, dezentrale Lösungsansätze zu suchen. Dabei sind keine Standardlösungen gefragt.

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