Pflanzaktion in Mildstedt : Ein Baum als Friedenszeichen

Bürgermeister Bernd Heiber (M.) und Iman Laeerq Ahmad Munir (r.) schaufeln das Pflanzloch zu.
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Bürgermeister Bernd Heiber (M.) und Iman Laeerq Ahmad Munir (r.) schaufeln das Pflanzloch zu.

Muslime pflanzen in Mildstedt einen Ginkgo. Der zur Pflanzaktion aus Hamburg angereiste Iman betont, dass der Islam eine friedliche Religion ist. Der Baum soll ein Symbol des Friedens und der Freundschaft sein.

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11. November 2014, 12:30 Uhr

Ein eindrucksvolles Zeichen in dieser von Unruhe und Terror erschütterten Welt: Eine große Abordnung der Majlis Ansarullah of Ahmadiyya Muslim Jamaat pflanzte gestern an markanter Stelle in Mildstedt einen stattlichen Ginkgo-Baum. „Liebe für alle. Haß für keinen“ leuchtete den vielen Zuschauern in großer blauer Schrift auf einem roten Banner entgegen – und fand sich übrigens auch in großen Buchstaben auf den Geschenketaschen wieder, in denen die landesweite Abordnung ihre Präsente überreichte.

Bürgermeister Bernd Heiber zeigte sich gerührt, neben ihm spendierten auch zahlreiche Gemeinderats-Mitglieder starken Beifall. „Können wir uns etwas Schöneres vorstellen als wachsende Bäume und ein friedliches Zusammenleben?“, fragte Ahmad Parvez, der für den hiesigen Bereich zuständig ist zu Beginn seiner Ausführungen. Das religiöse Oberhaupt, Iman Laeerq Ahmad Munir aus Hamburg, machte in der anschließenden Feierstunde im Sitzungssaal der Amtsverwaltung deutlich: „Der Islam ist eine göttliche Religion. Gott wird diese Religion schützen. Es dürfen keine Kriege im Namen dieser Religion geführt werden. In Pakistan wird unsere Gemeinde sehr bedroht – wir vergleichen den dortigen Zustand mit den Katakomben der ersten Christen. Ja, in dieser Zeit leben wir dort. Wir beantworten aber diese große Gewalt nicht mit Gegengewalt. Ich sage Ihnen ein Beispiel. Einige Glaubensbrüder wurden in Pakistan lebendig verbrannt. Unsere Gemeinde versucht in dieser Welt, den wahren Islam zu propagieren. Viele Menschen denken, der Islam sei eine Religion, die Unfrieden stiftet. Das aber stimmt nicht. Der Islam ist eine friedliche Religion.“ Der Iman betonte sehr nachdrücklich, dass Auseinandersetzungen und Kriege, die im Namen des Islam geführt werden, nicht mir dieser Religion vereinbar sind.

An der Baumpflanzaktion und der anschließenden Feier nahmen neben mehreren Gemeinderäten und dem Beauftragten für Integration beim Kreis Nordfriesland, Peter Martensen, auch zahlreiche Bürger teil. Abschließend lud die islamische Gemeinde zu einem Essen ein. Für die Übersetzung sorgte Dolmetscher Kaleem Ahmad. Der stattliche Ginkgo-Baum steht auf einer Freifläche, gut sichtbar, an der Hauptstraße/Ecke Mauweg. Eine Erinnerungsplakette an das denkwürdige Ereignis ist angebracht. „Wir haben den Baum gern genommen und einen guten Platz dafür ausgesucht“, sagte Mildstedts Bürgermeister Bernd Heiber.

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