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Bauarbeiten im Erichsenweg : Ein Ärztehaus im Schatten der Klinik

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bagger bereiten im Husumer Erichsenweg den Boden für ein dreistöckiges Gebäude, das im Erdgeschoss auch ein Sanitätsgeschäft, eine Apotheke und einen Hörgeräte-Akustiker beherbergen soll.

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erstellt am 22.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Der Bau-Boom im Erichsenweg geht weiter: Wo noch bis vor zwei Wochen das ehemalige Haus des Hals-Nasen-Ohrenarztes Dr. Bergemann stand, das nach dem Verkauf von 2004 bis 2013 dem Krankenhaus als Dialyse-Station diente, gräbt sich jetzt ein Bagger auf einer großen, planierten Sandfläche in die Tiefe. Entstehen wird hier allerdings kein Erweiterungsbau des Klinikums, sondern ein dreistöckiges Ärztehaus.

„Die Planungen haben schon vor zwei Jahren begonnen, aber richtig durchgestartet sind wir erst jetzt“, sagt Architekt Rolf Möllenbrink von der Berg-Planungsgesellschaft in Münster, die sich auf die Errichtung medizinisch genutzter Gebäudekomplexe spezialisiert hat. Die Grundstücksfrage hatte den Baubeginn verzögert. „Das Grundstück gehört weiterhin dem Klinikum und wird an die Investoren verpachtet“, erläutert Krankenhaus-Sprecher Michael Mittendorf. Ursprünglich war angedacht worden, das Gelände der ehemaligen Irene-Thordsen-Kongresshalle für den Bau zu nutzen. „Aber das war den Investoren zu weit weg vom eigentlichen Krankenhausgelände, zumal dann noch eine Straße die beiden Einrichtungen getrennt hätte“, so Mittendorf weiter. Da sei es ein Glücksfall gewesen, dass die Klinik auch den Nachbar-Bungalow vom Bergemann-Haus erwerben und 2014 nach dessen Grundrenovierung die Dialyse-Station dorthin verlegen konnte, womit das Bergemann-Gebäude überflüssig wurde.

An der Investorengesellschaft für das neue Ärztehaus ist die Berg-Planungsgesellschaft ebenfalls beteiligt. Sie hat auch das Gesamtprojekt entwickelt. „Im Erdgeschoss wird es drei gewerbliche Betriebe geben: ein Sanitätsgeschäft, eine Apotheke und einen Hörgeräte-Akustiker“, sagt Möllenbrink. Die drei Stockwerke darüber beherbergen Arzträume. „Im ersten Obergeschoss wird es zwei Praxen geben, eine davon eine große Kardiologie-Praxis. Im zweiten Obergeschoss sind drei Praxen und im dritten vier, die aber weniger Raum brauchen. Da ist zum Beispiel ein Psychotherapeut dabei.“ Auch das Klinikum wird sich einmieten: „Wir wollen mit verschiedenen Funktionen da hinein, aber konkret ist noch nichts festgelegt“, sagt Mittendorf.

Das Ärztehaus wird speziell für die Husumer Verhältnisse entworfen, so Möllenbrink: „Ein Baukastensystem gibt es bei uns nicht, dafür sind die Anforderungen an den verschiedenen Standorten zu unterschiedlich.“ Und die Arbeiten würden ausschließlich von Firmen der Region ausgeführt. Die Kommunikation mit diesen hat den Architekten aus Münster übrigens beeindruckt: „Da laufen Absprachen verlässlich und ohne Schnörkel“, sagt er und lobt: „Die Norddeutschen sind so schön direkt.“

Schon im kommenden Jahr soll das Haus in Betrieb gehen. „Das ist dann ein Riesenschritt für die Gesundheitsversorgung in der Region“, so Mittendorf erfreut. Zumal ja auch innerhalb des Krankenhauskomplexes noch gebaut wird: „Die Intensivstation wird in den alten OP-Bereich verlegt, daran arbeiten wir gerade.“ Und auch das Blutspende-Team, das seit vergangenen Sommer in einem Flachbau auf dem Klinikgelände residiert, wird eine neue Heimat erhalten: „Aber erst, nachdem das Ärztehaus fertiggestellt ist.“

 

 

 

 

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