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Nordstrand übernimmt Gaststätte Op de Diek : Ein Abriss ist vom Tisch

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Gemeinde Nordstrand übernimmt vom LKN die ehemalige Gaststätte „Op de Diek“ am Hafen Strucklahnungshörn.

Der Tagesordnungspunkt hatte die Aufmerksamkeit vieler Bürger auf sich gezogen. Die Nordstrander Gemeindevertretung beriet in einer Sondersitzung über die weitere Nutzung der ehemaligen Gaststätte „Op de Diek“ am Hafen Strucklahnungshörn. Bürgermeister Werner-Peter Paulsen informierte, dass sich wegen des ursprünglich geplanten Abrisses des Gebäudes eine Wende abzeichne. Es habe inzwischen Gespräche mit Vertretern des LKN sowie dessen Direktor, Dr. Johannes Oelerich, gegeben. „Der Landesbetrieb möchte uns die Möglichkeit geben, das Gebäude per Erbbaurechtsvertrag zu übernehmen“, verkündete der Gemeinde-Chef. Eine Objektbesichtigung und die Aussage eines Architekten, dass da etwas Vernünftiges machbar sei, hätte ihn überzeugt, diesen Weg zu gehen. Das eigentlich in Planung gewesene Projekt „Rungholthaus“ – es sollte wie berichtet binnendeichs entstehen – mit der Möglichkeit, unter anderem dort einen Bistro-Betrieb und ein Museum unterzubringen, müsse ohnehin „beerdigt“ werden. Einerseits würde das Vorhaben zu teuer, andererseits stünden der Kommune keine Fördermittel in Aussicht.

Anders sähe es wohl bei der Sanierung des ehemaligen gastlichen Hauses aus. „Ich sehe hier eine große Chance“, so Paulsen. Er habe auch bereits positive Gespräche mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft geführt. „Dieser Schritt macht touristisch gesehen Sinn“, erklärte Gemeindevertreter Michael Brauer. „Von der Lage her kann man nicht anders“, bekräftigte Hans Walter Domeyer. „Ich sehe das auch als Chance. Ohne Lokal möchte ich mir den Hafen nicht vorstellen“, so Jörg Bahnsen. Positiv beurteilte das Vorhaben auch Ruth Kruse. Es müsse nur sichergestellt sein, dass nicht doch noch der Abriss durch die Eigentümerin folge. „Das würde ja der Vertrag mit dem LKN ausschließen“, so der Bürgermeister. Schließlich votierte der Gemeinderat einstimmig für die Übernahme des Gebäudes per Erbbaurechtsvertrag durch den LKN.

Seit Januar 2014 ist das schon damals sanierungsbedürftige Haus verwaist und beileibe kein Hingucker mehr. Das letzte Pächterehepaar Ilse Meyer-Ketelsen und Jörg Ketelsen hatte das Domizil mit direktem Blick auf den Hafen, von vielen Einheimischen als „Sahnestück“ der grünen Halbinsel bezeichnet, gekündigt und geräumt, weil es keine Planungssicherheit mehr sah und sich einer anderen beruflichen Aufgabe widmen wollte. Zudem hatte die Hauptpächterin, der Deich- und Hauptsielverband, den Vertrag mit dem Eigentümer, dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) Schleswig-Holstein gekündigt, weil er hohe Investitionen nicht wuppen konnte (wir berichteten). Die Bemühungen der Gemeinde Nordstrand, zumindest kurzfristig und übergangsweise einen neuen Pächter zu finden, waren damals gescheitert. Im Rahmen der Bauarbeiten für den neuen Klimaschutzdeich hatte dann der LKN verfügt, das Gebäude abzureißen. Es sollte aus dem Deichkörper herausgenommen werden, um ihn, so das Argument, zukünftig nicht zu schwächen.

Der Abrisstermin wurde allerdings immer wieder verschoben, zuletzt bis in das Frühjahr 2017, danach wiederum bis auf weiteres.

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erstellt am 14.Jul.2017 | 06:36 Uhr

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