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Protest auf Amtsebene : Ein Abend der Resolutionen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Amtsausschuss Nordsee-Treene spricht sich gegen die beabsichtigte Schließung der Tönninger Klinik und der Gieselau-Schleuse aus. Der ländliche Raum darf nicht weiter geschwächt werden, so das Gremium.

Solidarität übte der Amtsausschuss Nordsee-Treene in seiner jüngsten Zusammenkunft im Kirchspielskrug Simonsberg. Bei drei Gegenstimmen entschied sich das Gremium, der Resolution gegen die beabsichtigte Schließung der Klinik in Tönning beizutreten. Letztendlich gelte dies auch für die Klinik Niebüll, stellten die Ausschussmitglieder fest. Doch damit nicht genug. Auch eine eigene Resolution gegen die Zurückstufung der Eider in die Kategorie „sonstige Wasserstraße“ und vor allem gegen die Schließung der Gieselau-Schleuse (wir berichteten) verabschiedete der Ausschuss geschlossen. Durch die geplante Maßnahme werde der Wassertourismus in der ganzen Region gefährdet. „Wir dürfen nicht in allen Belangen abgehängt werden“, hieß es.

Zu Beginn übermittelte Amtsvorsteher Ralf Heßmann dem Rantrumer Bürgermeister Horst Feddersen die Glückwünsche des Amtes für den Sieg im landesweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ (wir berichteten) und teilte mit, dass es jetzt ein achtsitziges Fahrzeug gebe, das unter anderem zum Transport von Flüchtlingen im Amtsbereich eingesetzt werden soll. Dadurch, so Heßmann, könnten erhebliche Taxikosten eingespart werden. Zudem bekommt das Amt im Rahmen eines Modellprojekts ein Elektro.-Auto, einen BMW X3. Dieses Fahrzeug soll auch den Bürgermeistern bei Bedarf zur Verfügung stehen. Doch ehe es so weit ist, soll auf dem Parkplatz des Verwaltungsgebäudes in Mildstedt eine E-Tankstelle eingerichtet werden. Karen Hansen informierte darüber, dass die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft im nächsten Jahr mit der Finanzierung des Glasfaserausbaus loslegen werde.

Erneut kam das Thema Straßenreparaturen zur Sprache. Horst Feddersen beklagte, dass die Asphaltierungsarbeiten so dilettantisch ausgeführt worden seien, dass er die Note 6-Minus erteilen würde. „Da müssen wir nun endlich einen Lösung finden“, forderte er. Beifälliges Gemurmel im Saal für die Notenverteilung durch Feddersen. Heßmann versprach, das Thema erneut zu erörtern, doch solle der Kreis nicht wieder aus der Presse erfahren, was das Amt vorhabe.

Auf Nachfrage nach dem Trassenverlauf der Tennet-Höchstspannungsleitung informierte Heßmann darüber, dass eigentlich bis auf den Bereich Friedrichstadt alles klar sei. Probleme gibt es mit drei Maststandorten. Bei zweien sei eine Lösung vermutlich gefunden, der dritte Grundeigentümer möchte für den Standort nicht eine Einmalzahlung, sondern fordere wie bei Windkraftanlagen üblich, eine jährliche Pacht. Darüber soll dieser Tage in Kiel verhandelt werden. Die Angelegenheit eilt, denn Friedrichstadt möchte genau in diesem Bereich sein Neubaugebiet erweitern.

Nach längerer Diskussion wurde schließlich der Guttempler–Gemeinschaft in Mildstedt ein Zuschuss in Höhe von 1000 Euro für eine Dachreparatur gewährt. Dagegen hatte Horst Feddersen mit dem Argument gestimmt, dass man damit einen Präzedenzfall schaffe. Dem schlossen sich neun Gremiums-Mitglieder an.

Einstimmig abgesegnet wurde hingegen der Haushalt 2016, der vom Haupt- und Finanzausschuss des Amtes zur Annahme empfohlen worden war (wir berichteten). Er hat ein Volumen von 6,333 Millionen Euro im Ergebnisplan und erzielt dort einen Überschuss von 164.200 Euro. Im Finanzplan belaufen sich die Einzahlungen auf 6,182 Millionen und die Auszahlungen auf 5,996 Millionen Euro. Den dicksten Posten macht dabei das Personal aus. Ohne Ehrenamt belaufen sich die Ausgaben dafür auf 3,820 Millionen Euro, dies ist eine Steigerung um 200.000 Euro gegenüber 2015. Gleichzeitig sind 55,49 Stellen ausgewiesen, was eine Erhöhung um 2,37 gegenüber 2015 bedeutet. Von diesen wiederum sind rechnerisch 2,27 allein für die Flüchtlinge im Einsatz.

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erstellt am 20.Nov.2015 | 17:14 Uhr

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