Kunst- und Kulturpreis des Rotary Clubs Eiderstedt : Eiderstedts Landschaft inspiriert sie seit Kindesbeinen

Frauke Petersen freut sich über den Kunst- und Kulturpreis des Rotary Clubs Eiderstedt.
Frauke Petersen freut sich über den Kunst- und Kulturpreis des Rotary Clubs Eiderstedt.

Die Künstlerin Frauke Petersen aus St. Peter-Ording ist mit dem Kunst- und Kulturpreis des Rotary Clubs Eiderstedt ausgezeichnet worden. Damit würdigt er ihr großes Können.

Avatar_shz von
07. August 2017, 14:00 Uhr

„Wie kommt eine Eiderstedter Bauerstocher dazu, Künstlerin zu werden? Da ist zunächst der Hof mit Kühen und Schweinen, Gänsen und Enten, mit allen Tieren, die zu einem Bauernhof gehören. Da ist das Land, das bearbeitet werden muss. Und da sind drei Töchter – kein Sohn! Also müssen auch die Töchter ran. Einsam war es damals, Schulwege mühsam, Wege im Winter unter Wasser, unzählige Unwegsamkeiten…. Wie richtet sich ein Kind in dieser Situation ein? Es sucht sich besondere Orte, lernt genau hinzusehen, schafft sich seine eigene Welt“. So beschreibt die Preisträgerin des Kunst- und Kulturpreises des Rotary Clubs Eiderstedt, Frauke Petersen aus St. Peter-Ording, ihre Kindheit. „Ich schuf mir eine Welt zum Träumen. Da war die Tümlauer Bucht mit ihrer vielfältigen Vogelwelt – nahe und eindrucksvoll. Eiderstedt in den 60er Jahren, das waren Kirchtürme, Felder, Wiesen, Äcker, Gräben und Weiden. Aber es war auch plastisch, linear und vor allem menschenleer. Im Kunstunterricht in der Schule gab es einen Klassenkameraden, der später Künstler wurde. Seine Werke sehe ich noch heute vor mir.“ Sie erzählt bei der Preisübergabe im Rahmen der Sommerkirche in Welt auch, wie spannend sie die Aktionen des Künstlers Hein Hoop fand und wie sehr sie neugierig gemacht wurde, als ihr Vater sagte: „Da gehst du mir nicht hin, zu dem Verrückten.“ Die 1950 in St. Peter-Ording geborene Künstlerin erzählt, dass es für sie damals unmöglich war, an ein Kunststudium zu denken. „Erst einmal machte ich eine Lehre, und danach begann ich das Studium der Landschaftsarchitektur. Bis 1995 war ich als Garten- und Landschaftsarchitektin tätig. Erst danach begann ich in Hamburg meine Kunstausbildung.“ Ihr Atelier als freischaffende Künstlerin hat sie sich 1998 in ihrem Elternhaus in St. Peter-Ording eingerichtet. Frauke Petersen ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler – Landesverband Schleswig-Holstein -und in der Künstlervereinigung KunstKlima, die dem Förderverein für Kunst und Kultur Eiderstedt angegliedert ist.

Laudator des Abends war Henning Röhl. Er ging in seiner Rede auf ihre besondere Technik ein. Sie bearbeite eigene ausgewählte Fotografien, wähle Ausschnitte, die zum Teil verfremdet werden und kombiniere sie dann mit Sand auf der Faserplatte. „Diese Technik ist kompliziert, und sie ist aus unendlich vielen Versuchen entstanden“, so Röhl. Jedes Bild sei eigentlich auch ein Sandrelief, allerdings sehe man das Erhabene des Reliefs zumeist nicht. „Man spürt es, wenn man mit dem Finger leicht darüber streicht, was Frauke Petersen allerdings nicht liebt, denn es ist eine langwierige Prozedur, den Sand dauerhaft auf die Platte zu bringen.“ Sie sei eine präzise, sehr geschickte und begabte Handwerkerin, die ihre Motive zunächst aus ihrer unmittelbaren Heimat, dem Strand, aus dem Dünensand und dem Wattenmeer hole, erklärte Röhl weiter. Aber auch Bilder von Reisen in die Wüste Gobi oder nach Argentinien brachten ihr neue Motive und Materialien, aus denen sie ihre Bilder entwickelte. „Frauke Petersen ist eine originelle Künstlerin und zu Recht weit über Eiderstedt hinaus bekannt, was ihre zahlreichen Ausstellungen belegen. Sie hat eine völlig eigenständige Technik und einen eigenen Stil entwickelt. Beides beherrscht sie mit großer Meisterschaft“, sagte Röhl.

Der Präsident des Rotary Clubs Eiderstedt, Hans-Adolf Gabriel freute sich, einer so hochgeschätzten Künstlerin den Preis zu überreichen. „Frauke Petersen schafft hervorragende und einzigartige Bilder und deshalb bekommt sie den Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, heute Abend zu Recht.“

Den musikalischen Teil gestaltete der 17-jährige Schüler Tobias Bernhard aus Garding mit seinem kraftvollen Orgelspiel.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen