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24. Niederdeutscher Literaturpreis : Ehrung für Frenz Bertram

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Mildstedter Frenz Bertram ist mit dem 24. Niederdeutschen Literaturpreis der Stadt Kappeln ausgezeichnet worden.

Es war ein durch und durch nordfriesischer Abend. Angefangen beim Moderator Lornz Lorenzen über die gelungenen musikalischen Zwischenspiele des „Dragseth Duo“ bis hin zur Hauptperson des Abends. Und die hatte sich diese gut auf sie abgestimmten zweieinhalb Stunden in der Koslowski-Halle in Kappeln verdient. Frenz Bertram ist der 24. Niederdeutsche Literaturpreisträger, und er präsentierte sich zum einen als ansprechender Interpret seiner eigenen Texte und zum anderen als sehr fröhlicher und keinesfalls schulmeisterlich auftretender Sprecher einer Sprache, um die es vermutlich gar nicht so schlecht bestellt ist, wie etliche glauben wollen.

Es ist bemerkenswert, welche Reputation sich der Niederdeutsche Literaturpreis der Stadt Kappeln kurz vor seinem 25. Geburtstag erarbeitet hat. Jürgen Weber, Mitglied des schleswig-holsteinischen Landtages, sollte dazu später im Abend sagen: „Die Veranstaltung ist ein Mittelpunkt der niederdeutschen Kulturszene geworden. Und der Glanz der Preisträger strahlt auf den Preis zurück.“ So kann man nach fast einem Vierteljahrhundert wohl von einer geglückten Symbiose sprechen, die ganz nebenbei lieber voraus statt zurück blickt – zumindest, wenn es nach Kappelns Bürgermeister Heiko Traulsen geht. Der erkannte in der Verleihung eine Gelegenheit, „in der das Niederdeutsche ein Stück zukunftsorientierte Wahrnehmung erfährt“. In diesem Jahr trägt Frenz Bertram die Sprache weiter in Zukunft und Welt hinaus.

Und das auf vielfältige Weise. Landtagsmitglied Jürgen Weber erinnerte daran, dass Bertram derzeit einen plattdeutschen Fortsetzungsroman im Internet publiziert. „Das“, sagte Weber, „ist das beste Signal dafür, dass unsere altehrwürdige Sprache eine moderne Art der Verbreitung nicht scheuen muss“.

Diesen Ansatz griff Jörn Biel, seit vergangenem April Präsident des SHHB, auf, als er sagte: „Der Preis ist eine gute und fruchtbare Idee, um das Niederdeutsche zu beleben und ihm Anspruch zu verleihen.“

Dass Bertram im von Biel angesprochenen belebenden Sinne ein würdiger Preisträger ist, machte im Anschluss die Laudatio von Reinhard Goltz deutlich. Der Geschäftsführer des Bremer Instituts für Niederdeutsche Sprache stellt Bertrams seit Jahrzehnten aktive Theaterarbeit heraus, mit der er sich selbst und anderen den Spiegel vorhalte. Gleichzeitig eröffne ihm das Schreiben eine ganz neue Welt. Und doch spüre man bei aller literarischen Freiheit auch den wissenschaftlichen Ansatz Bertrams, den sein Laudator auf dessen Beruf zurückführte. „Frenz Bertram ist Bauingenieur und entwirft für jedes neue Stück erstmal einen Konstruktionsplan.“

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erstellt am 10.Nov.2014 | 14:15 Uhr

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