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Bürgernetzwerk auf Eiderstedt : Ehrenamtlich anderen helfen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit seiner Außenstelle in Garding will das Bürgernetzwerk Nordfriesland auch die Eiderstedter ansprechen. Ziel ist es, kleine Alltagshilfen zu vermitteln und Ehrenamtler zu unterstützen.

Immer dienstags flattert die blauweiße Fahne vor dem Amtsgebäude in Garding und zeigt an: Günter Vogt vom Bürgernetzwerk Nordfriesland ist im Haus. Von 9 bis 12 Uhr hält er seine Sprechstunde im Erdgeschoss ab. Dann kann sich jeder Eiderstedter an ihn wenden, der anderen helfen möchte oder selbst Unterstützung benötigt. Dabei geht es nicht unbedingt um große Aktionen, sondern um kleine Hilfen im Alltag wie beispielsweise eine Begleitung für Senioren zum Einkaufen oder zum Arzt, Hausaufgabenhilfe oder Vorlesen. „Es kommen aber auch Neubürger vorbei, die sich einfach engagieren möchten und noch nicht wissen, wo sie mit ihren Erfahrungen hineinpassen“, sagt Ulrike-Beate Blum, hauptamtliche Koordinatorin des Bürgernetzwerks beim Kreis Nordfriesland. Wie Gudrun und Rolf Niemeyer aus Schwabstedt, die heute im Netzwerk mitarbeiten und die Aktion Herzkissen für Krebspatienten nach Nordfriesland gebracht haben.

Die Anfragen müssen sich auch nicht auf Eiderstedt beschränken, denn das Bürgernetzwerk wirkt in ganz Nordfriesland, ist es doch eine Initiative des Kreises. Beispielsweise wurde Günter Vogt von einer Frau, die in Garding arbeitet, gefragt, wo sie sich denn einbringen könne, allerdings wohne sie in Bredstedt. Flugs verwies er sie an die Machbarschaft Bredstedt, eine Tauschbörse für Dienstleistungen.

Wer auf Eiderstedt mitmacht, den begleitet Günter Vogt. „Dann gehe ich zum ersten Termin zum Kennenlernen mit, und frage später nach, ob alles gut läuft.“ Wer sich im Freiwilligendienst engagiert, ist unfall- und haftpflichtversichert, kann Kurse der Volkshochschule und andere Fortbildungen nutzen.

2009 wurde das Bürgernetzwerk als Leuchtturm-Projekt des Bundes aus der Taufe gehoben. In dem Netzwerk können sich sowohl bestehende Strukturen wie Vereine, Verbände oder andere Einrichtungen zusammenfinden, aber auch Bürger, die sich abseits der traditionellen Pfade und ohne irgendwo eingebunden zu sein, engagieren möchten, sagt Ulrike Blum. „Auf Eiderstedt wollen wir noch verstärkt mit den Vereinen ins Gespräch kommen. Dort gibt es schon eine große ehrenamtliche Kulisse.“

Und die zehn ehrenamtlichen Koordinatoren im Kreis sind selbst vernetzt, engagieren sich auch in anderen Bereichen, so dass ein interessierter Bürger auch davon profitieren kann. Günter Voigt zum Beispiel bringt sich in der Wohn- und Energieberatung des Kreises ein. Dabei kommt ihm seine berufliche Erfahrung zugute, der Rentner ist Elektromeister und war als EDV-Ingenieur tätig. Ehrenamtlich engagiert er sich ferner bei der Polizei als Sicherheitsberater für Senioren. Oder Günther Jacob, der als gesetzlicher Betreuer Menschen begleitet, die nicht mehr alles selbst entscheiden können. So kann er Tipps rund um Betreuung und Vorsorgevollmacht geben. „Die Bürgernetzwerker sind außerdem dazu da, an andere Ehrenamtler zu verweisen. Sie sind Alltags-Ratgeber“, ergänzt Ulrike-Beate Blum. „Beraten, vermitteln, vernetzen ist unsere Maxime.“ Bei der Vermittlung von Alltagshilfen wird sehr darauf geachtet, dass es keine verdeckten Arbeitsplätze sind, sagt Jacob. „Es sind die kleinen Dinge des Alltags, die wir anstoßen oder begleiten.“

Über das Bürgernetzwerk kam auch Rebecca Mansel aus Tönning zu ihrem heutigen Ehrenamt: Sie kümmert sich um die Flüchtlinge und Asylbewerber in der Eiderstadt. „In diesem Bereich freuen wir uns über weitere Unterstützung, wie Deutschlehrer, Alltagslotsen, Dolmetscher oder einfach Begleiter zum Sportverein, zur Bücherei oder zum Kegeln“, sagt Günter Vogt.

Seine Tür steht auf jeden Fall jeden Dienstag offen. Und wenn er direkt nicht helfen kann, kann er an andere verweisen. Kontakt zum Bürgernetzwerk gibt es auch unter Telefon 0800/0800676.

 

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erstellt am 11.Mär.2015 | 10:00 Uhr

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